2026 │ Goodbye Brauerei Allersheim

Museumsleitung

 

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© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Einst regionale Traditionsbrauerei - seit 1854

Die lange und erfolgreiche Geschichte der Allersheimer Brauerei im Landkreis Holzminden beginnt damit, dass im Zuge der Industrialisierung die „Baumgarten’s Brauerei Allersheim-Holzminden“ vom damaligen Pächter der Domäne Allersheim, dem Amtsrat Otto Baumgarten, im Jahr 1854 gegründet wird.

Ziel ist es, neben dem wenig ertragreichen Ackerbau durch den Brauereibetrieb ein zweites Standbein für die Allersheimer Domäne zu etablieren.

Unter Verwendung von frischem Quellwasser aus dem Solling führt Baumgarten, der in München die Braukunst erlernt hatte, das untergärige „Allersheimer Lagerbier“ ein.

Die Gerste zum Bierbrauen wird zunächst auf dem Allersheimer Domänenland angebaut.

Wurde der Hopfen eingangs zugekauft, so kann er später auf dem Burgberg nördlich von Bevern in einem Hopfengarten von 1¼ Hektar angebaut werden.

Bei steter Weiterentwicklung braut die Brauerei Allersheim erfolgreich ein klassisches untergäriges Vollbier nach Pilsener Brauart.

 

Wandteller „125 Jahre Allersheimer Bier 1854 - 1979“

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Mit dem Ausbau der Kapazitäten wird 1900-1901 mit erstmals 40.000 Hektoliter eine Verdoppelung des Bierausstoßes gegenüber den Vorjahren erzielt.[3]

Im Jahr 1929 wird die 1876 in der Stadt Holzminden gegründete Brauerei Hodapp und ab 1912 als Brauerei Hodapp & Decker geführte Konkurrenzbrauerei aufgekauft und in der Folgezeit geschlossen.

Um 1950 wird das Allersheimer Bier mit neun Lastkraftwagen und fünf Pferdegespannen ausgeliefert.

Die 1978 erworbene Brauerei Förster & Brecke in Hameln wird 1985 geschlossen.

1979 erhält die „Baumgarten’s Brauerei“ den heutigen Namen „Brauerei Allersheim“.

Zwei Jahre später wird die 0,33 Liter-Bügelflasche wiedereingeführt.

Im Zeitraum 1978 bis 2009 werden 3,015 Millionen Hektoliter Bier in den Handel gebracht.[3]

 

Der alte Lönskrug, um 1968

© HGV-HHM, Foto: Privatsammlung Rudolf Timmermann

 

Das „Gold des Weserberglandes“

Das herb, bitter und stark nach Hopfen schmeckende „Allersheimer Urpils“ weist eine helle, goldgelbe Farbe auf, worauf im Marketing die Beschreibung „Gold des Weserberglandes“ beruht.

Die regional prägende Traditions-Brauerei Allersheim GmbH, die das mehrfach ausgezeichnete Allersheimer Urpils [1] braute, stellt ihren Braubetrieb im Sommer 2024 nach 170 Jahren am alten Standort in Allersheim bei Holzminden ein.

Zwei Jahre später wird am 27. Juli 2026 bekannt, dass ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung mit einer unternehmerischen Neuausrichtung eingeleitet wurde.[2][3]

 

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Aktuell ausgestellt sind im Museumsschaufenster Beispiele Allersheimer Bierhumpen, teils als robuste deckellose, salzglasierte Steinzeug-Bierkrüge oder mit Scharnierdeckel aus Zinn sowie ein Zinnkrug mit Deckel und Gravur.

Eine Vielzahl Allersheimer Bierflaschen und Biergläser werden in der Schausammlung der Dauerausstellung präsentiert, im Gewölbekeller zudem ein gebauchtes Allersheimer 53-Liter-Eichenfass aus den 1960er Jahren und eine Natureiskiste mit der Brauerei-Markierung „Allersheim“ aus der Zeit um 1905.

 

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[1] DÖRRIES 2026.

[2] WENZEL 2026.

[3] LUBINA 2026.