2025 │ Lichtspender mit Öl und Karbid
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Fahrrad-Karbidleuchte Häckel │ um 1930-1950
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Ausgestellt sind fünf Objekte zur Alltagskultur der Beleuchtung, die die Material- und Bauartentwicklung von historischen Beleuchtungskörpern repräsentieren: Öl- und Karbidlampen als künstliche Lichtquellen.
(pflanzliche) Öle als flüssiger Brennstoff
Römische Keramik-Öllampe │ 2. Jh. n. Chr.
Nachbildung
reliefverzierte Terra Sigilata: Muschel, Hörnchen, Medus
Fundort: Köln
[hmh Inv.-Nr. 5014

Kleine offene Öllampe │ 16./17. Jahrhundert
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Kleine offene Öllampe │ 16./17. Jahrhundert
Fragment aus Bronze/Eisen
Fundort: Holzberg bei Heinade [1]
[hmh Inv.-Nr. 1286
Ölgeleucht Harzer Frosch │ 18. Jahrhundert
Nachbildung
Die gedrungene, geschlossene Harzer Froschlampe für Ölbrand wurde als hängendes Geleucht bei der Arbeit unter Tage eingesetzt.
Im Erzbergwerk Rammelsberg bildete das bergmännische Geleucht bis ins 19. Jahrhundert die hauptsächliche Beleuchtung.
Als flüssiger Brennstoff diente Rüböl.
Die Leuchte besteht aus einem in drei Teilen geschmiedetem Eisentopf als Ölbehälter mit Dochtloch und Schieber, angeschmiedete dreieckige messingbelegte Kopfplatte mit Bergmannssymbol und den Initialen „R H“, Tragbügel und gekröpftem Gesteinshaken.
[hmh Inv.-Nr. 1355
Karbidlampen wurden im Erzbergwerk Rammelsberg ab 1906 eingeführt und bis Ende der 1960er Jahre verwendet.
Die Funktion der Gasleuchten beruht auf der Verwendung von Ethin (Acetylen) als Brennstoff, der erst kurz vor dem Gebrauch freigesetzt und verbrannt wird.
Der Brennstoff liegt in der chemisch gebundenen Form als Calcium-Carbid vor.
Kommt das Calcium-Carbid in einem Behälter mit zulaufendem Wasser in Kontakt, entsteht als chemische Reaktion das brennbare Gas (Acetylen), das in einen Brenner strömt und mit sehr heller Flamme verbrennt.
Fahrrad-Karbidleuchte Häckel │ um 1930-1950
mit Gebrauchsspuren
Hellental
Blech, vermutlich vernickelt; Glas
Gebr. Häckel, Metallwarenfabrik, Chemnitz
Die 1895 gegründete Metallwarenfabrik war zugleich eine Spezialfabrik für Fahrradlaternen in Chemnitz, wo sie 1953 in dem VEB Signal Karl-Marx-Stadt aufging.
Die Funktion als Fahrrad-Gasleuchte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beruhte auf der Verwendung von Ethin C2H2 (Acetylen) als Brennstoff in der chemisch gebundenen Form Calciumcarbid, welches erst kurz vor dem Gebrauch freigesetzt wurde.
Die Karbid-Fahrradleuchte besteht aus einem abgesetzten, zylinderförmigen Calciumcarbid-Behälter mit Schraubverschluss und flachem rundem Fuß.
Oberhalb ist der zylinderförmige Wasserbehälter angebracht, ausgestattet mit einem Wasser-Einfüllstutzen und Schraubverschluss.
Der über dem Wasserbehälter aufgesetzte, abschraubbare Drehknopf mit flacher Kuppe, Langgewinde und einem aufgeprägten Nummernkranz (Ziffern 1-10) mit Zeiger diente dem Regulieren des Wasserzulaufs in den Calciumcarbid-Behälter.
Der glockenförmige Scheinwerfer ist über eine Steckverbindung mit dem Wasserbehälter verbunden und trägt ein Hitzeschild mit dem queroval eingefassten Schriftzug „Häckel“.
Die Lichtöffnung des konvexen Scheinwerferglases weist als Glasätzung ebenfalls den queroval eingefassten Schriftzug „Häckel“ auf.
Kam das Calciumcarbid mit Wasser in Kontakt, entstand Ethin-Gas, das über ein kleines Rohrstück in den röhrenförmigen Brenner strömte, welcher von unten in den Scheinwerfer reichte, dessen Leuchtwirkung mit einer kleinen Rändelschraube eingestellt werden konnte.
Der mehrgliedrige Adapter für die Befestigung der Leuchte am Lenkrad des Fahrrads, war über ein gefedertes Doppelgelenk mit der Karbidleuchte verbunden.
[hmh Inv.-Nr. 1353
Karbid-Leuchte mit Blende │ Anfang 20. Jahrhundert
Karbidlampen als Grubenlampen zur Beleuchtung in Bergwerken zu verwenden, hat eine lange bergmännische Tradition.
Das hängende, zylindrische bergmännische Geleucht besteht aus einem oberen Wasserbehälter und dem darunter liegenden Karbidbehältnis, Tragbügel und gekröpftem Gesteinshaken.
[hmh Inv.-Nr. 1354
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[1] Im Zusammenhang mit einem Hortfund von 23 Silbermünzen der Zeitstellung ca. 1536-1632 von Michael Begemann (Holtensen/Einbeck) im Jahr 2018 auf dem Holzberg bei Heinade gefunden.
