Bartels-Mühle │ seit 1664

Klaus A.E. Weber

 

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Die Mühle Georg Bartels

Die nahe des südlich verlaufenden Spüligbaches am nördlich gelegenen Zusammenfluss des vom Teichbach (Beeke) abgezweigten Mühlenkanals betriebene Öl- und Getreidemühle von Georg Bartels ist seit 1664 nachweisbar.

Nach CREYDT [1] wird in der Kopfsteuerbeschreibung des Hochstiftes Hildesheim von 1664 ein Müllermeister Heinrich Bartels erwähnt.

Die heutige Ölmühle wurde 1763 von Henning Bartels erbaut und befindet sich seither über Generationen hinweg ununterbrochen im Besitz der Familie Bartels.

CREYDT [2] skizziert 1996 die ehemalige Funktion der Wassermühle als Ölmühle mit ihren Stampfwerken:

„Die Stampfwerke mit drei Stampfbalken besorgten das Zerstampfen der ölhaltigen Früchte.[2]

Anschließend wurde die ölige Masse durchgequetscht.

Zwei Keile, die mit einem 50-Pfund-Eisen beschwert waren, fielen von oben auf die Ölmasse, die sich zwischen eineem Holzdeckel und einer dicken Matte in einem Leinentuch befand.

Mit jedem Schlag des Kiels, der in eine bestimmte dafür vorgesehene Holzaussparung fiel, wurde die Masse mach außen decrückt und weiter ausgepreßt.

Das nun anfallende Öl lief in zwei Eisenpfannen, aus denen es dann abgefüllt wurde.“

 

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Das oberschlächtige 5,90 m große Wasserrad der Ölmühle Bartels │ 2015

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Die ertragreichste Einnahme war das Schroten und Mahlen von Getreide - mittels Doppelwalzstuhl, Schrotgang und Mahlgang.

Zu den Kunden der Mühle zählten einst auch die benachbarten Dörfer Heinade, Hellental und Merxhausen.

 

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Die zugeführte Wasserkraft zusätzlich nutzend, wurde zudem über Jahrzehnte bis zum Zweiten Weltkrieg eine Spinnerei betrieben mit der Verarbeitung von Flachs und dem Betreiben eines wasserangetriebenen Webstuhls.[1]

 

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[1] CREYDT 1996, S. 8-10.

[2] Bucheckern, Leinsamen, Mohn, Raps.