VOM WALD ZUM GLAS ZUM DORF │ Ausstellungen
Klaus A.E. Weber

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Hin und wieder verändert
In seiner permanenten analogen Ausstellung »Vom Wald zum Glas zum Dorf« und mit Schausammlungen geht das Regionale LandMuseum für Geschichte, Archäologie und Alltagskultur im Solling in zwei Ausstellungashäusern der Frage nach, wie Menschen die bewaldete Mittelgebirgslandschaft des Sollings nutzten und prägten, insbesondere in dem abgelegenen Hellental.
Die Dauerausstellung folgt keinem chronologischen Rundgang durch die Geschichte, sondern gliedert sich nach den Eigenschaften, die die Sollingregion rund um das Hellental prägten.
Neben Begleittexten sind in den Themenräumen QR-Codes für ergänzende und vertiefende Informationen verfügbar.
Original-Exponate aus der Sammlung und Forschung gewähren im vergleichenden Zusammenspiel mit Nachbildungen Einblicke in das kulturhistorische Erbe des einzigartigen Sollingtals - von den ältesten archäologisch fassbaren Spuren steinzeitlicher Menschen bis zum regionalen dörflichen Lebensalltag zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
Als Gegenbild zur heutigen Moderne wird ein ländlicher Alltag gezeigt und inszeniert, wie er spätestens seit den 1960er Jahren im Verschwinden begriffen war.
Öffnungszeiten
▷ nach Voranmeldung
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Montag: geschlossen
Ein Ausstellungsbesuch ist nur nach Voranmeldung möglich unter nachstehenden Telefonnummern:
mobil: 0173 4347815
+49 (0) 5564 1559
oder per E-Mail: museum-hellental⦋at⦌t-online.de
▷ Ausstellungsbesuch & Führungen
Rundgang durch die Ausstellungen
Bei einen Rundgang durch die Themenbereiche der Dauerausstellung erfahren Sie, wie vom Mittelalter bis zur Gegenwart das Hellental mit seinen zahlreichen Waldglashütten, die Geschichte des Glasmacherortes und späteren Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes eng mit der Holznutzung in der agrarisch und forstwirtschaftlich geprägten Sollingregion verbunden ist.
Sie können sich darüber informieren, wie die Besiedlung und Bewirtschaftung die Waldlandschaft des Sollings seit dem Mittelalter in eine Kulturlandschaft verwandelten und die Lebensverhältnisse der Menschen gestalteten.
Dem regionalen landesherrlichen Wirken von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (reg. 1735-1780) ist ein besonderer Themenraum gewidmet, der zeigt, wie beim Fürstlichen Landesausbau im 18. Jahrhundert unter dessen Oberforstmeister Johann Georg v. Langen (1699-1776) die vorindustrielle Arbeiterkolonie im „Hellenthale“ planmäßig angelegt wurde.
Die Dorfanlage von Hellental kann heute als frühes Beispiel des staatlichen Wohnungsbaus in der Mitte des 18. Jahrhunderts gelten, verbunden mit dem Ausdruck wirtschaftspolitischen Handels unter Herzog Carl I.
Ein Schwerpunkt der Ausstellungen ist der archäologischen und historischen Glasforschung gewidmet, ebenso der vielseitigen Verwendung von Objekten aus und mit Glas in der Alltagskultur und in der Fachwelt.
Hierbei führt der Themenbereich Altes Glas in einer kleinen Zeitreise zwischen Orient und Okzident durch sechs historische Epochen des Kulturgutes Glas.
Ein Rundgang durch den Themenbereich Waldglas vermittelt Einblicke in die Geschichte des Alten Tals der Glasmacher, wo archäologische Spuren vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit dessen glashistorisches Erbe bezeugen.
Seit der Dorfgründung zur Mitte des 18. Jahrhunderts war das Brotbacken ein zentraler Bestandteil im kleinbäuerlichen Haushalt des Arbeiterdorfes, wo das „täglich Brot“ einen hohen Stellenwert bei der Selbstversorgung hatte und eine Domäne der Frauen war.
Wenn der alte Museumsbackofen aufgeheizt, steht das alltagskulturell tradierte Brotbacken im Vordergrund.
An ausgewählten öffentlichen Backtagen werden in dem restaurierten Steinbackofen des LandMuseums frische Brote aus dem Mehl regionaler Getreidesorten gebacken.