Landschaft und Naturraum

Klaus A.E. Weber

 

Das Gesamtterritorium des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel gliedert sich von der Mittelgebirgszone bis in das norddeutsche Tiefland hinein in verschiedene Naturlandschaftsteile, wobei der südliche Teil durch die an der Weser gelegene Mittelgebirgslandschaft gebildet wird.[1]

Die Landschaft und der Naturraum des frühneuzeitlichen Weserdistrikts besaß nach MÄRZ [3] eine sehr charakteristische Gestalt mit gebirgiger Grundstruktur, naturräumlich geprägt von einer starken Kammerung und einer zum Teil hohen Reliefenergie.

Dabei bedingten die Reliefierung des Naturraumes und die Gesteinsuntergründe die Art und Qualität der Böden.[7]

Etwa zwei Drittel des Weserdistrikts gelten als Berg- und Hügelland, wobei sich der Solling durch seine plateauartige Hochlage auszeichnet.

Nach MÄRZ [4] hat die geologische Formation der Mittelgebirgslandschaft des Weserdistrikts „ihren Ursprung in eiszeitlichen sowie nacheiszeitlichen Formungsprozessen.

Tektonische Bewegungen und die geophysikalischen Folgen aufsteigender Zechsteinsalze führten zum Aufbrechen der im Meer gebildeten Sedimentschichten.

Diese Schichtplatten sanken einseitig ab oder schoben sich übereinander.

Als Folge erdzeitlicher Erosionsprozesse wurden die weicheren Schichten der Sedimentplatten ausgespült und abgetragen, so dass sich Becken und Täler bildeten.

Die härteren Sedimentschichten blieben als Schichtstufen, Schichtkämme, Einzelberge oder Hochflächen erhalten.

Während der letzten Eiszeit sedimentierten in den Tälern Lößschichten, die die Voraussetzung für eine günstige Siedlungsentwicklung boten.“

 

Die Weser

Einst war die Weser einer der wichtigsten Warenverkehrswege in Norddeutschland.

Bereits im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war die Weser von große regionaler Bedeutung, da sie die wichtigste inländische Verkehrsverbindung für Warentransporte und den Handel war.[5]

Der Wasserverkehrsweg war in „das enge Netz überregionaler Fernverkehrsverbindungen im frühneuzeitlichen Norddeutschland eingebunden“.[6]

Von Hannoversch Münden bis Bremerhaven hat die Weser heute eine Lauflänge von 451 km mit einem Gefälle von 116 m, wobei der Strom geografisch in drei Abschnitte unterteilt wird:

  • Oberweser - Hann. Münden bis Minden

  • Mittelweser - Minden bis Hemelingen/Bremen

  • Unterweser - Bremen bis Bremerhaven.

Hervorzuheben ist, dass an der Oberweser Mittelgebirge mit umfangreichen Holzvorräten, wie der Reinhardtswald, der Bramwald und der Solling.

 

________________________________________________________

[1] Die Ausführungen beziehen sich auf Ausführungen in der empirischen Regionalstudie von MÄRZ 2016.

[3] MÄRZ 2016, S. 32 Ziff. 133.

[4] MÄRZ 2016, S. 82.

[5] MÄRZ 2016, S. 86.

[6] MÄRZ 2016, S. 89.

[7] MÄRZ 2016, S. 88.