Gewinnmaximierung und "Wirtschaftswunder"
Klaus A.E. Weber
Gewinnmaximierung
"Hauptsache: Geld, Geld, Geld" [1]
In der „politisch chaotischen Nachkriegszeit“ nahm die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) unter Vorsitz von Konrad Adenauer (1876-1967) ihren Anfang.
Mit vielfältigen Verflechtungen mit der Wirtschaft in Verbindung mit ihren zahlreichen skandalösen Affären bei der Parteifinanzierung machen die Christdemokraten seither überwiegend Parteipolitik gemäß ihrer Wachstumslogik für Reiche und für gewinnorientierte Unternehmen.
ZDF 2024 │ Sendung ARTE am 15. Oktober 2025
Geraubtes Wirtschaftswunder - Die übertünchte Vergangenheit der Deutschen
„Deutschlands Wirtschaftswunder: Die Deutschen haben sich nach der Stunde Null wieder hochgearbeitet.
Wirtschaftsminister Ludwig Erhard hat die D-Mark und die soziale Marktwirtschaft eingeführt, während die Amerikaner Westdeutschland unterstützten.
Doch was davon hält einer Überprüfung stand?
Der Dokumentarfilm zeigt: Das Wirtschaftswunder basiert auch auf Unrecht aus der NS-Zeit.
Es ist der Gründungsmythos der Bundesrepublik Deutschland: das Wirtschaftswunder.
Demnach haben sich die Deutschen mit ihrem Fleiß nach der „Stunde Null“ wieder hochgearbeitet, Wirtschaftsminister Erhard hat die D-Mark erfunden, und die Amerikaner haben Westdeutschland mit dem Marshallplan uneigennützig geholfen.
Aber halten die Narrative der frühen Nachkriegsjahre einer Überprüfung stand?
Dokumentarfilmer Dietrich Duppel und Historiker Thomas Schuhbauer zeichnen ein überraschendes Bild: Der Wirtschaftsboom nach 1945 basiert auch auf dem Unrecht der NS-Zeit, der ungesühnten Ausbeutung von Zwangsarbeitern, der Vertuschung von Taten und Nicht-Verfolgung von Tätern.
Und die Autoren werden unversehens selbst Teil der Geschichte: Schuhbauer erkennt, dass im Wohnzimmer seiner Eltern 50 Jahre lang das Gemälde „Die Feldherrenhalle“ des NS-Industriemalers Erich Mercker hing.
Eine Röntgenuntersuchung zeigt: Unter der Bildoberfläche liegen Spuren von NS-Motiven wie Hakenkreuz-Fahnen, die später vermutlich vom Maler selbst übertüncht wurden.
Zeitgleich entdeckt Duppel in seinem Heimatdorf Maulbronn und in Ennepetal Dokumente, die belegen, dass scheinbar unbescholtene Unternehmer und Ehrenbürger finanziell stark von systematischer Ausbeutung und der Kriegstreiberei der Nazis profitierten.
Die persönlichen Geschichten der Autoren, ihre Recherchen und Gespräche mit Historikern in Polen, Frankreich und Deutschland entzaubern zahlreiche Mythen und Legenden und schreiben die neue Geschichte eines deutschen Wirtschaftswunders, das eben auch auf Raub und Unrecht der NS-Zeit basierte.“
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[1] ZETSCHE 2021.