Zum Leitmotiv

Museumsleitung

 

Stadt- und heimatgeschichtliche Museen sind das anschauliche Gedächtnis der Lebenswelt und zugleich einzigartige Werkstätten des Geschichtsbewusstseins der Städte, Gemeinden und Kreise, in denen sie arbeiten und wirken.

Das Sammeln und Bewahren authentischer lebensweltlicher Objekte war und ist eine der fundamentalen Aufgaben, die auch zukünftig neue Anstrengungen und ein neues Bewusstsein erfordert.“[4]

 

Unter dem Dach des Historischen Museums Hellental (Kurzform [hmh) sind seit Oktober 2019 zwei lokale und regionale Historie wahrende Ausstellungshäuser vereint:

- das Sollinghaus Weber │ Museum der Alltagskultur

– das Museum im Backhaus ⎸Glas & Brot im Solling

 

Das Historische Museum Hellental

  • ist ein Regionalmuseum für Geschichte, Archäologie und Alltagskultur
  • ist ein offenes Museum für eine offene Gesellschaft

  • ist ein Ort der Glaubwürdigkeit

  • zählt zu den kleinen, ehrenamtlich organisierten und geführten Museen im ländlichen Raum Südniedersachsens

  • versteht sich als gesellschaftlicher und sozialer Ort, um das regionale materielle und immaterielle Erbe zu sammeln, zu erhalten und zu vermitteln und damit dem Fortbestand des lokalen und regionale kulturellen Erbes zu dienen

  • versteht sich als forschendes Museum

  • soll die lokale und regionale historische Identität stärken

  • versteht sich als Partner im Verbund mit anderen regionalen Museen und unterhält Mitgliedschaften und Kooperationen

  • verbessert besucher*innenorientiert den Stand und die Qualität der Sammlungen und Dauerausstellungen
  • orientiert sich an Nachhaltigkeitszielen generell und speziell an einem nachhaltigen, klimagerechten Umgang mit dem musealen Gebäudebestand

Als kulturelle Sehenswürdigkeit in der Solling-Vogler-Region und als Archiv der Dinge und Wissensspeicher mit archäologischen, kulturhistorischen und alltagskulturellen Sammlungsbeständen nimmt das Historische Museum Hellental moderne Kernaufgaben von Museen wahr:

erforschen – sammeln – bewahren - interpretieren – ausstellen

So beteiligt sich das Museum aktiv an der Erforschung, Dokumentation, Bewahrung und Vermittlung der regionalhistorischen Sachkultur in ihren Sammlungen und Ausstellungen, insbesondere im Hinblick auf die Glas-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Glasmacherortes, Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes Hellental.

Beide Häuser bieten auf Anfrage und nach Vereinbarung als Service an:

  • Übersichts- und Spezialführungen

  • individuelle Einzel- und Gruppenführungen

  • GLAS:plus │ Kulturhistorische Sollingtouren

  • Vorträge.

 

Als kooperatives Mitglied orientiert sich das Museum mit seinen beiden Ausstellungshäusern an der Satzung [2] und dem Leitbild des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V. (MVNB).

Angelehnt an die Präambel zur Verbandssatzung des MVNB dient das [hmh dem Erhalt des kulturellen Erbes sowie Ort der kulturellen Bildung und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Das Sammeln, Erfassen, Dokumentieren, Erforschen, Erhalten, Ausstellen und Vermitteln erfolgt in gesellschaftlicher Verantwortung und im Hinblick auf die Zukunft historische Sachkulturgüter, Artefakte sowie Objekte der Natur und Naturgeschichte.

Dies gilt insbesondere für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des "Alten Tals der Glasmacher" im Solling und des Glasmacherortes, Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes Hellental.

Dabei orientiert sich das Museum im Rahmen seiner sachlichen und personellen Möglichkeiten am Internationalen Museumsrat ICOM-Deutschland und den Standards für Museen des Deutschen Museumsverbundes (DMB).

Das Museum nimmt vor dem Hintergrund deutscher Geschichte seine Arbeit als Kultureinrichtung eigenständig mit Meinungs- und Angstfreiheit wahr.

Die Sammlungen und Ausstellungen zeugen von den dynamischen kulturellen Entwicklungen, welche die Kulturlandschaft formen.

Phänomene wie demografischer Wandel, Migration, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen verändern (unsere) Kulturen.

Das Museum will diese Veränderungen abbilden:

  • Es schützt, bewahrt und präsentiert kulturelle Ausdrucksformen, Bilder und Geschichten und macht auf diese Weise kulturelle Identität und Diversität erfahrbar und sichtbar.

  • Dabei endet das Museum nicht an seinen Mauern oder Zäunen, sondern überschreitet Grenzen – zu anderen Kultursparten, zur Umwelt, zum Umfeld, zur Region, zu anderen Ländern und nicht zuletzt zu den Medien.

Eine Leitidee des Museum ist es, sich auch als „offene Museumswerkstatt“ zu entwickeln.

 

Provenienz-Forschung

Im Museum fanden sich keine Hinweise auf unrechtmäßig in die Sammlungen gelangte Objekte, insbesondere keine auf NS-Raubgut und ethnologischen Sammlungsbestand (Ethnografica und Naturalia).

 

Kulturnetzwerk Solling, 2011-2012

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie “Kulturnetzwerk Solling” in den Jahren 2011-2012 des Sollingvereins Uslar und des Solling(haupt)vereins Neuhaus war eine orientierende Museumsberatung auch für das Museum im Backhaus durch Frau Dr. Beate Bollmann, Oldenburg, erfolgt.

Daraufhin wurde die Dauerausstellung des MiB grundlegend überarbeitet und durch eine veränderte Schwerpunktsetzung ab dem Jahr 2012 neu gestaltet.

 

Sammlungen

Das Sammlungskonzept und die Sammlungspflege basiert auch auf der Zusammenarbeit mit der Archäologische Denkmalpflege im Landkreis Holzminden (Kreisarchäologie).

Die im [hmh Museum im Backhaus öffentlich zugängliche glasgeschichtliche Sammlungsausstellung ALTES GLAS dient der Begegnung mit der regionalen Glasgeschichte.

In einer von Massenkunststoffen und wachsenden terrestrischen rsp. maritimen Müllbergen ("Plastikmüll") beherrschten Zeit hat es sich das Museum im Backhaus zur Aufgabe gemacht, medial unterstützt in einer ständigen Ausstellung Wissenswertes über die alte handwerklich-technische Gewinnung und Bearbeitung des faszinierenden Werk- und Wertstoffes Glas anschaulich zu vermitteln.

 

Archäologische Sammlung

Die Archäologische Sammlung von durchweg Bodenfunden von der Prähistorie über das Mittelalter bis in die Neuzeit aus dem Umfeld des Hellentals im Solling (einschließlich Hohlglasfunden) sowie die Sammlung von Nachbildungen (Replikate zur Glasgeschichte) sollen eine Einführung in die Epochen der Glaskultur erlauben - von der antiken bis zur modernen Glaserzeugung, von der Einzel- bis zur seriellen Fertigung.

Die Bestände der Archäologischen Sammlung sind in ihrer Gesamtheit ein Teil der Sammlung der Archäologischen Denkmalpflege im Landkreis Holzminden und werden der Öffentlichkeit an zentraler Stelle in Hellental zugänglich gemacht.

 

Kulturgeschichtliche Sammlung

Die öffentlich zugängliche, vornehmlich alltagskulturell orientierte Ausstellung WALD│GLAS│DORF dient der Begegnung mit der Wald-, Glas- und Dorfgeschichte im Hellental.

  • Kulturgeschichtlich-volkskundliche Sammlung zur Geschichte der Alltagskultur im Hellental

  • Sammlung zum regionalen Wirken von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713-1780) und seinem Oberjägermeister Johann Georg v. Langen (1699-1776)

Im Zentrum steht, dass Arbeit ein wesentlicher Teil des Hellentaler Alltagslebens war und ist.

 

Privatsammlung [3]

Ergänzend zur Archäologischen Sammlung ermöglicht es die private Sammlung von Nachbildungen und Replikaten, an einem Ausstellungsort "Exponate" zusammenzuführen, welche als Originale in anderen Museen weit verteilt sind.

Hierdurch ergeben sich zusätzliche Erkenntnismöglichkeiten.

Der Sammlungsbestand zur Alltagskultur umfasst die Schwerpunktthemen Arbeitskultur │ Bräuche und Rituale │ Landwirtschaft │ Nahrungskultur │ Wohnkultur mit den Teilbereichen: Alltagsgeschichte, Landwirtschaft, Politik, Spielzeug, Technik- und Medizingeschichte und Textilien.

 

Nachhaltigkeit

Das öffentliche, privat geführte Sollinghaus Weber soll nachhaltig und klimagerecht sein.

Beide Ausstellungshäuser des Historischen Museums Hellental sind keine energieintensiven Gebäude.

 

Mitgliedschaft und Kooperation

 

Mitgliedschaft

Das [hmh Museum im Backhaus │ Glas & Brot im Solling ist Mitglied

Das [hmh Sollinghaus Weber │ Museum der Alltagskultur ist privat finanziertes Mitglied

 

Kooperation

 

_____________________________________________________

[1] Heike Zech │ Germanisches Nationalmuseum Nürnberg │ 2021.

[2] Die aktuelle Neufassung der Satzung wurde am 06. April 2018 in der Mitgliederversammlung in Einbeck beschlossen.

[3] Privatsammlung von Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental.

[4] Fachgruppe Geschichtsmuseen des Deutschen Museumsbundes e.V.