Johann Georg von Langen - Biografische Daten

Klaus A.E. Weber

 

Johann Georg von Langen │ um 1750

Öl auf Leinwand │ unbekannter Maler [4]

Museum Schloss Fürstenberg

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Johann Georg von Langen

braunschweigischer Hofjägermeister │ norwegischer Generalforstmeister [1][3][7]

Während seines forstwirtschaftlichen Werdegangs wird Johann Georg von Langen (1699–1776) von seinem jüngeren Bruder Franz Philipp von Langen (1709–1751) begleitet, der selbst Forstgeodät und Forsteinrichter, Hof- und Oberjägermeister ist und als ein hervorragender Wald-Kartograf gilt.[6]

  • Katalog der Ausstellung zur 225-jährigen Wiederkehr des Wirkens Johann Georg v. Langens im Weserdistrikt │ Boffzen 1970

 

Johann Georg von Langen (1699-1776)

Orte seines Lebens und Wirkens [2]

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

1699

Am 22. März 1699 wird Johann Georg von Langen als ältester Sohn (viertes Kind) des Rittergutsbesitzers und Gutsherrn Johann Ludwig von Langen (1655–1725) und dessen Ehefrau, Anna Charlotte v. Seebach aus dem Hause Fahner, Hofdame bei der Herzogin von Sachsen-Meiningen, auf Schloss Oberstadt in der Grafschft Henneberg im heutigen Thüringen geboren

 

1716

im Anschluss seiner Schulausbildung wird Johann Georg von Langen als junger Adliger im Jahr 1716 Jagdpage in Diensten der Herzogin Elisabeth Eleonore von Sachsen-Meinigen (1658-1729), einer Schwester von Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel (1671-1735), Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Fürst von Blankenburg. .

 

1717

Nach dem Tod der Herzogin Elisabeth Eleonore kommt Johann Georg von Langen im Jahr 1717 an den Hof von Blankenburg im Harz und wird dort als Hof- und Jagdpage vereidigt.

Zu seiner dreijährigen Ausbildung wird er dem Oberjägermeister v. Wolfskehl unterstellt, der im Dienst von Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel steht.

 

1719-1720

In den Jahren 1719-1720 beginnt Johann Georg von Langen eine zweijährige Ausbildungsreise an deutschen Fürstenhöfen, um seine jagdlichen und forstfachlichen Kenntnisse zu vertiefen.

Stationen sind dabei  die Höfe in Ludwigsburg/Stuttgart, München, Wien und Dresden.

 

1721

Nach Blankenburg.zurückgekehrt, erfolgt die Ernennung von Johann Georg von Langen zum dortigen Hof- und Jagdjunker.

 

1722

Johann Georg von Langen wird 1722 beauftragt, die umliegenden Forstreviere des Fürstentums Blankenburg - die "Unteren Forsten" -.zu vermessen, zu kartieren und einzurichten.

 

1726

Im Jahr 1726 erfolgt nach Abschluss seiner Vermessungs und Einteilungsarbeiten die Ernennung zum Jägermeister (Forstmeister) der "Unteren Forsten" des Fürstentums Blankenburg.

 

1727

Johann Georg von Langen übernimmt die Reviere der "Unteren Forsten" und Braunlage und führt eigenständig die Einrichtungsarbeiten weiter, zudem fördert er die Bestandespflege und die Forstnutzung.

 

1732

Johann Georg von Langen legt im Jahr 1732 den „Atlas der Blankenburger Forsten“ dem Fürsten als Geschenk vor.

Der historische Forstatlas, der erste Atlas dieser Art, umfasst die von den Revieren der "Unteren Forsten" aufgenommenen Karten seiner bisherigen Arbeit (1722–1732).

 

1737

Christian Ernst (1691-1771), Graf von Stolberg Wernigerode, gleichzeitig Staatsminister und Vetter des dänisch-norwegischen Königs Christian VI. (1699-1746) von Dänemark, bittet Johann Georg von Langen aus seinen braunschweigischen Diensten auszutreten, um den Aufbau des Forstwesens in Norwegen zu übernehmen.

Johann Georg von Langen wird im Juli 1737 auf dem Schloss Fredensburg empfangen.

Als Forstinspektor und Forstmeister berufen, Johann Georg von Langen tritt in den Dienst des Königs Christian VI. von Dänemark, der zugleich Herzog von Schleswig und Holstein und Graf von Oldenburg und Delmenhorst ist.

Johann Georg von Langen wird vom dänischen König mit der Leitung einer Forstkommission in Akershus am inneren Oslofjord bauftragt.

 

1737–1739

Im Zeitraum 1737–1739 werden Johann Georg von Langen und sein Bruder Franz Philipp von Langen als Forstmeister und Leiter des Generalforstamtes in der südnorwegischen Bergbaustadt Kongsberg eingesetzt, beauftragt mit dem Kartieren und Vermessen sowie den Aufbau des Forstwesens in Norwegen zu übernehmen

 

1739

Im Jahr 1939 erfolgt die Berufung von Johann Georg von Langen zum Hofjägermeister und Generalforstmeister des neu geschaffenen Generalforstamtes für Norwegen.

Johann Georg von Langen arbeitet hier 1739 das umfassende Reformwerk „Project zu einer erneuerten Forst- und Jagdordnung“ aus mit dem Ziel eine geordnete Forstwirtschaft in Norwegen zu etablieren - Beginn einer neuzeitlichen  Forstwirtschaft.

Unter der Regie von Johann Georg von Langen wird im Mai 1739 zur wirtschaftlichen Erschließung, zur Forstwirtschaft und zum Aufbau von Glashütten die Königlich-Norwegischen Kompanie (Norske Companie) gegründet (Konkurs 1743).

Als erste Glashütte Norwegens gilt das 1741 gegründete Nøstetangen glassverk in Nøstetangen bei Hokksund.

 

Johann Georg von Langen kehrt an den Braunschweiger Hof zurück.

 

1742

In Folge vielfacher Anfeindungen und Verfolgungen kehrt Johann Georg von Langen aus Norwegen in das Herzogtum Braunschweig zurück (Forsten der Grafen von Wernigerode, Blankenburg).

Aufgrund seiner vielfältigen Verdienste wird Johann Georg von Langen von Herzog Carl I. im Jahr 1742 zum Hofjägermeister ernannt.

 

1744

Im November 1744 erlässt Johann Georg von Langen eine eigens verfasste Forstordnung des Hohensteiner Forstes des Grafen Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, die einen einfachen Mittelwaldbetrieb vorsieht.

 

1745

Herzog Carl I beauftragt im Februar 1745 Johann Georg von Langen mit der Leitung der braunschweigischen Weserforsten.

Er soll die Forsten um Fürstenberg und Holzminden im Weserdistrikt zu vermessen.

Im August 1745 übernimmt er die Forsten im Weserdistrikt und zieht in die Dienstwohnung im Schloss Fürstenberg ein.

Johann Georg von Langen übernimmt die Regie der Carlshütte Delligsen und der Eisenhütte Holzminden.

Es erfolgt die Gründung des ersten Herzoglichen Leihhauses in Holzminden.

 

1745–1746

In den Jahren 1745–1746 werden umfangsreiche Vermessungs-, Kartierungs- und Einrichtungsarbeiten im Weserdistrikt vorgenommen.

Walderhaltung und Walderneuerung mit versuchsweisem Anbau fremder Holzarten stehen im Zentrum seines Wirkens, daneben das Einrichten von Holzabfuhrwegen und Chausseen, die Förderung der Flößerei auf der Weser und der Einsatz von Torfvorräten als Brennmaterial (Harz, Solling).

 

1745–1749

Als gewerbliche Anlage wird die Eisenhütte in Holzminden in den Jahren 1745–1749 aufgebaut.

 

1745–1756

In den Jahren 1745–1756 übernimmt Johann Georg von Langen die Regie über die 1744 als gewerbliche Anlage gegründete fürstliche Glasmanufaktur in Schorborn.

 

1747

Am 11. Januar 1747 wird die Leitung der als gewerbliche Anlage gegründeten Porzellanmanufaktur Fürstenberg Johann Georg von Langen bis 1763 übertragen.

1747 lässt Johann Georg von Langen in der Nähe von Braunlage die ersten Kartoffeln ("Erdäpfel") anbauen.

Zudem verfasst er eine Denkschrift über die Verwendung der „Erdäpfel“.

 

1748

Johann Georg von Langen legt 1748 einen Bebauungsplan für die Stadt Holzminden vor.

Zugleich übernimmt er die Leitung der Spiegelglashütte Grünenplan.

 

1749

Johann Georg von Langen wird im Jahr 1748 von Herzog Carl I. zum Oberjägermeister ernannt.

Hiermit einhergehend wird Johann Georg von Langen im Weiteren mit teils unverhüllten Verdächtigungen, persönlichen Angriffen und Diffamierungen konfrontiert.[9]

 

1750

Johann Georg von Langen legt Herzog Carl I. im Jahr 1750 erste Pläne für die Anlage einer regelmäßig angelegten Arbeitersiedlung bei Grünenplan vor – zum „Neuen Anbau auf dem Grünen Plan“.

 

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Aktenbestand NLA WO, 2 Alt 14459

 

1753

Im Jahr 1753 ordnet Herzog Carl I.Den Neuen Anbau auf dem Lande“ nach den Vorschlägen von Johann Georg von Langen an.

In diesem Zusammenhang wird ab 1753 die "Colonie im Hellenthale" im Solling planmäßig angelegt und zum Dorf entwickelt.

In der 1747 gegründeten Porzellanmanufaktur Fürstenberg gelingt im jahr 1753 der erste erfolgreiche Porzellanbrand.

 

1755

Im Jahr 1755 beginnt im Harzdistrikt die Vermessung unter der Regie von Johann Georg von Langen.

Johann Georg von Langen verfasst 1755 eine forstwirtschaftliche Denkschrift mit dem Schwerpunkt der Erziehung gemischter Baumbestände und dem Anbau der Baumart Fichte.

 

1759

Johann Georg von Langen bittet den Braunschweiger Hof um den Bau von Forsthäusern.

 

1760

Die Schrckenszeiten des Siebenjährigen Krieges lassen Johann Georg von Langen 1760 in den Harz zurückkehren.

 

1763

Im Jahr 1748 von Herzog Carl I. zum Oberjägermeister ernannt, wird Johann Georg von Langen iin der Folgezeit mit teils unverhüllten Verdächtigungen, persönlichen Angriffen und Diffamierungen seiner Gegenspieler konfrontiert, so dass er nach 18 Jahren im Frühjahr 1763 aus den braunschweigischen Diensten scheidet.[5]

Er stellt sich auf Bitten des dänischen Oberjägermeister Carl Christian von Gram (1703–1780) zur Unterstützung bei der Umstrukturierung der Wälder auf Seeland, um drohenden Holzmangel in Dänemark zu unterbinden, im Oktober  1763 erneut in den Dienst des dänischen Königs.

Johann Georg von Langen kommt mit seinem Kammerdienerehepaar Otte und einem Förster erneut in Dänemark an und bezieht eine Dienstwohnung im Schloss Jægersborg bei Kopenhagen.

1762 hatte König Frederik V. (1723-1766) von Dänemark den Auftrag erteilt, die dänische Forstwirtschaft zu reorganisieren, da die Buchen- und Eichenwälder auf der dänischen Insel Seeland enorm unter den Abholzungen für den Flottenbau und infolge der mangelhaften Pflege gelitten hatten.

 

1763–1766

In den Jahren 1763–1766 erfolgen die Gram-Langenschen Forstvermessungen und Forsteinrichtungen in Nordseeland.

 

1764

In den Wirtschafts- und Nebengebäuden der ehemaligen Jægersborger Schlossanlage (Jægersborg Slot) nördlich von Kopenhagen gründet Johann Georg von Langen gemeinsam mit Carl Christian von Gram im Jahr 1764 die erste dänische Forstschule, die zugleich ausch als erste Forstschule Europas gilt.

Johann Georg von Langen ist hier auch als Dozent tätig.

 

© [hmh, Foto: Christel Schulz-Weber

 

Gemeinsam mit dem Carl Christian von Gram erstellt Johann Georg von Langen als Aufbauwerk seiner gesammelten Erkenntnisse der Forstwirtschaft die „Gram-Langenschen Forstordnung“, die König Frederik V. am 23. Juni 1764 für die königlichen Forste in Kraft setzt.

In den Wirtschafts- und Nebengebäuden der ehemaligen Jægersborger Schlossanlage (Jægersborg Slot) ist Johann Georg von Langen gemeinsam mit Carl Christian von Gram als Dozent tätig, einer 1774 nördlich von Kopenhagen gegründeten, ersten dänischen Forstschule.

 

1776

Am 25. Mai 1776 verstirbt Johann Georg v. Langen kinderlos in Jægersborg bei Kopenhagen und wird in der Kirche in Gentofte beigesetzt.

 

Von-Langen-Denkmal auf der Steinsklippe im Kurpark von Braunlage Juli 2026

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

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[1] Begleitheft zur Ausstellung „Johann Georg von Langen - Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“ im Heimat- und FIS-Museum Braunlage 17. Mai – 19. Oktober 2026.

[2] Abbildung: Ausstellung „Johann Georg von Langen - Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“ im Heimat- und FIS-Museum Braunlage 17. Mai – 19. Oktober 2026.

[3] Flyer: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 4/2018; Johann Georg von Langen und die Niedersächsische Forstmedaille.

[4] Reproduktion, Original im Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Braunschweig.

[5] TACKE/TACKE 1971, S. 64-72.

[6] JARCK 2006, S. 427.

[7] JARCK 2006, S. 427-428.