Kohlenmeiler im Solling

Klaus A.E. Weber

 

⊚ Zum Anklicken

Holzkohlenmeiler im Solling │ Sieverhausen-Abbecke im Mai 2015

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Holz und Holzkohle waren im vorindustriellen Zeitabschnitt die wesentlichen Brennstoffe, so auch im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel.[1][5]

Die Holzkohle war in jener Zeit ein wichtiges gewerbliches Heizmaterial.

Der Braunschweiger Herzog Heinrich II. (der Jüngere, 1489-1568) erließ am 06. März 1532 eine Verordnung "Wider das Brennen im Sollinge", wodurch er, allerdings weitgehend erfolgslos, "die ungeregelte wilde Köhlerei " einzuschränken gedachte.

1547 erließ er vorausschauend eine "vervollständigte Holzordnung", auch wegen des schlechten Zustandes der Weserforsten.[5]

Noch stehen wir vor dem Beginn der geregelten Waldwirtschaft des 18. Jahrhunderts, vor dem Übergang von einer extensiven Waldwirtschaft zu einer arbeitsintensiven, geregelten Nutzungsform.

Neben der Gewinnung von Bau- und Werkholz hatten die Köhlerei und handwerklich verwandte Gewerbe schon seit alters her im Solling eine hervorgehobene forstwirtschaftliche Bedeutung.

So wurde in den ausgedehnten Laubwäldern des Sollings über viele Jahrhunderte hinweg Holzkohle durch die Meiler-Köhlerei hergestellt.

Der Meilerbau und der damit verbundene Erwerbszweig des Köhlereihandwerkes, die „Kohlenbrennerei”, war ein wesentlicher Teil der früheren Waldwirtschaft.

Zum Kundenkreis der Köhler zählten hauptsächlich prosperierende Hüttenanlagen, insbesondere die landesherrlichen eisenverarbeitenden Betriebe der weiteren wie näheren Umgebung; dem hingegen aber nicht die Waldglashütten.

Die während der Regierungszeit des Braunschweiger Herzogs Carl I. (reg. 1735–1780) von seinem Hofjägermeister von Langen im Weserdistrikt vorangetriebene Forstreform zur rationelleren, nachhaltigen Forstwirtschaft [4] hatte letztlich auch zur Folge, dass Köhler allmählich aus dem durch anhaltend zügellosen Raubbau heruntergekommenen, erheblich devastierten Sollingwald gedrängt wurden und sich an den Waldrändern und Waldtälern ansiedelten.

 

Schematischer Aufbau eines Kohlenmeilers

Modell im Museum Uslar

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Kohlschlag / Kohlenhai

Das meiste Laubholz der waldreichen Sollingforsten wurde durch die Technik der Holzverkohlung wirtschaftlich nutzbar gemacht, wofür es ausgewiesene "Kohlschläge" oder "Kohlenhaie" gab.[2]

Dabei erfolgte die Holzkohlenherstellung in einem zuvor definierten Waldareal, wo meist mehrere Kohlenmeiler zugleich betrieben wurden.

Im Rahmen der Braunschweiger Forstreform waren den Köhlern Waldabschnitte zur Holzgewinnung amtlich freigegeben worden („Kohlenhai“).

Überwiegend "ordentliche Holzhauer" und Waldarbeiter sorgten für das Schlagen des Holzes.[3]

 

________________________________________

[2] JARCK/SCHILDT 2000.

[3] BRODHAGE/SCHÄFER 2000; BRODHAGE/MÜLLER 1996; ALBRECHT 1995.

[7] BRODHAGE/SCHÄFER 2000; BRODTHAGE/MÜLLER 1996.

[11] LESSMANN 1984, S, 15-16.

[13] TACKE 1943, S. 179.