Die Kartoffel - Die Unbekannte aus den Anden

Klaus A.E. Weber

 

Im Hochland der Anden wurde bereits vor rund 8.000 Jahren die Kartoffel (Solanum tuberosum) als anspruchsloses Gewächs angebaut.

Somit stammt die Kartoffel ursprünglich aus dem Südwesten Südamerikas, wo sie mit einer Vielzahl domestizierter Sorten von Siedlungsgemeinschaften in den Hochanden von Peru, Chile und Bolivien zur Ernährung genutzt wurde.

Im Imperium der Inka (1200-1550) lernten spanische Konquistadoren die von den Inkas „papas“ genannte Kartoffel(-knolle) erstmals in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kennen.

Im 15.-16. Jahrhundert hatten die Inka mit der Hauptstadt Cuzco das größte Reich im präkolumbischen Amerika errichtetet und herrschten als erste Großmacht des amerikanischen Doppelkontinents über die Anden und die Pazifikküste.

Spanische Konquistadoren eroberten ab 1532 das Inkareich, um es brutal zu unterwerfen und auszuplündern - nicht ohne Widerstand.

Die Kartoffel gelangte erst zur Mitte des 16. Jahrhunderts über Spanien (1565) und England nach Europa.

Über eine Zwischenstation auf den spanischen Kanarischen Inseln gelangte die sehr alte Kulturpflanze Kartoffel auf dem Schiffsweg von Südamerika nach Europa, wo sie ihre größte kulturgeschichtliche Bedeutung erlangte - zunächst mit Frauennamen.

Die Kartoffeln wurden auf den Kanarischen Inseln im 16. Jahrhundert weitergezüchtet, woraus die traditionellen kanarischen Sorten entstanden - die Papas Antiguas de Canarias.

Heute zählt die Kartoffel mit ihrer Kulturgeschichte zu den sortenreichen Weltwirtschaftspflanze.

Geschichte der Kartoffel

 

Kanarische Kartoffeln in Salzkruste (Papas arrugadas)

Teneriffa │ 2016

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Viele regionale Namen des wertvollen Grundnahrungsmittels Kartoffel leiten sich vom italienischen Wort für Trüffel, tartufolo, ab:

  • Bauerntrüffel

  • Erdäpfel

  • Potaten

  • Kartoffeln

die beispielsweise viel Vitamin C und hochwertige pflanzliche Proteine enthalten.

 

Kartoffeln auf einem Markt in Portugal │ März 2011

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber