Rohstoff Tabak

Klaus A.E. Weber

 

Mit der Einführung der Tabakpflanze in Europa bekamen die Ackerbauern eine neue Kulturpflanze (noch vor der Kartoffel!), die eine Lücke in der Drei-Felder-Wirtschaft ausfüllen konnte, für den Handel eine zusätzliche Ware bot und dem Staat eine neue Steuerquelle erschloß.“[1]

 

Getrocknete Tabakblätter

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Tabak ist eine der traditionell auch mit Sklavenarbeit hergestellten Kolonialwaren und gilt als eine Ursache für Kolonialismus, Ausbeutung und Zwangsarbeit.

Die subtropische Tabakpflanze (Nicotiana tabacum) stammt aus Nord- und Südamerika, wo getrocknete Tabakblätter ursprünglich von der indigenen Bevölkerung für kultisch-spirituelle und medizinischer Zwecke rituell genutzt wurde.

Als Kolonialpflanze gelangte erstmals durch die Eroberungsreisen von Christoph Kolumbus (um 1451–1506), der in kastilischen Diensten stand, die Tabakpflanze nach Spanien sowie auch deren Verwendung.

Durch Weberaktivitäten von Jean Nicot (1530-1604), französischer Diplomat und Gesandter am portugiesischen Hof in Lissabon, wurde Tabaks ob seiner vermuteten medizinischen Wirkung zunächst als Heilpflanze in Frankreich eingeführt.

Schließlich entwickelte sich Tabak als Kolonialware zu einem begehrten und teuren Handelsgut.

1885 wurde in Kamerun die erste deutsche Tabakplantage in Afrika errichtet durch den Hamburger Übersee-Kaufmann und Reederei-Gründer Carl Woermann (1813-1880).

 

Einfacher Glas-Aschenbecher „Reiners Tabak“

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

◼ Glas-Aschenbecher „Reiners Tabak“ │ 1950er Jahre

Der den 1950er Jahren zugewiesene einfache, kreisförmige Aschenbecher weist drei Vertiefungen am zwölfkantigen Rand zur Ablage der Tabakwaren auf.

Unterseitig ist auf kreisrundem weißem Feld eine blau-rot-weiße Rechteck-Packung der alten Tabakmarke „Bremer Recht“ aufgedruckt als Werbung für den Feinschnitt-Tabak des Tabakherstellers August Reiners & Co Tabakfabriken.

Die Tabakmarke „Bremer Recht“ ist eine Anspielung auf das im Mittelalter entwickelte Bremer Stadtrecht.

Die Firma Reiners Tabakfabrik GmbH war von 1947 bis zu ihrem Verkauf im Jahre 1982 an die Tabak- und Cigarettenfabrik Heintz van Landewyck GmbH in Trier ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Langwedel, gelegen südöstlich der traditionellen Tabakstadt Bremen.

 

⊚ Zum Anklicken

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Weiterverarbeitung des von Oktober bis Dezember stufenweise geernteten Rohtabaks aus getrockneten Blättern - ab dem 17. Jahrhundert zu

 

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[1] MURKEN 1998, S. 262.