Die Tomate
Klaus A.E. Weber
An die Geschichte der Kartoffel erinnernd, hat die heute weltweit intensiv kultivierte, überaus sortenreiche Tomate (Solanum lycopersicum) ihren Ursprung im präkolumbischen Mittel- und Südamerika – mit einer spannenden Kulturgeschichte.
Die Tomate war einst ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung und Kultur der indigene Volksgruppe der Nahuae in Mexiko.
Mit den Eroberungen spanischer Konquistadoren in Mesoamerika gelangten kultivierte Tomatenpflanzen als exotische koloniale Kriegsbeute Anfang des 16. Jahrhunderts nach Spanien.
Das anfänglich als Zierpflanze eingesetzte, später als aromatisches Fruchtgemüse verwendete rote Nachtschattengewächs fand über Italien (als „Pomi d’oro“) ihre allmähliche Verbreitung in Südeuropa und letztlich auch im Norden von Europa.
Dabei wurde die stimmungsaufhellende pralle Tomatenfrucht lange Zeit als „Teufelskraut“ bezeichnet und als Aphrodisiakum („Liebesapfel“) gehandelt.
Heute ist die Tomate eine sortenreiche Weltwirtschaftspflanze.
Tomaten in der Toskana │ Oktober 2017

Tomate-Mozzarella in Sizilien │ März 2019
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber