Kolonialismus – Neue Macht und Herrschaft
Klaus A.E. Weber
Im Zeitalter des neuen Kolonialismus mit Fortsetzung alter Machtverhältnisse entwickelt sich durch die Digitalisierung eine globale Abhängigkeit von wenigen elitären Tech-Giganten, die über ein riesiges Privateigentum verfügen, das sich zunehmend einer demokratischen Regulierung zu entziehen versucht.
In kolonialer Kontinuitäten mit anderen Mitteln verfolgen die globalen Machtstrukturen der digitalen Industrie eine breite globale Datenaneignung durch Ausbeutung, einhergehend mit unwürdigen Bedingungen unter den Datenarbeiter*innen.
Der rohstoffverbrauchende digitale Kolonialismus der Machtzentren ausländischer Plattformunternehmen folgt in den USA einem ideologischen Überbau, der Ideen der kolonialen Eugenik in der Gegenwart fortwirken lässt mit angeblicher Überlegenheit „genialer weißer Männer“ und unterschiedlicher Wertigkeit von Menschen.
Dabei ist es Ziel der faschistischen Kräfte in den USA, mit Bedrohungen, Einschüchterungen und Angst wie gerade auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse die regulierende Demokratie systematisch in Frage zu stellen und letztlich zu beseitigen.
Der Imperialismus mit ungleicher Machtverteilung und die Schieflage durch das Wirtschaftssystem des Kapitalismus, der für die Konzentration von Reichtum sorgt, lässt alte Muster des historischen Kolonialismus weiterwirken, indem der globale Süden die Ressourcen liefert, die vom globalen Norden kontrolliert werden, um daraus profitablen Nutzen zu ziehen.
Nicht zuletzt erwächst in der „ICE-Zeit“ der USA durch die zutiefst antidemokratische, neo-feudalistische Ideologie mit strategischer und persönlicher Abhängigkeit durch Annexion von sozialen Lebensbereichen eine strukturelle Benachteiligung mit akuter Bedrohung der mühsam erkämpften Demokratie und der Freiheit von Kunst und Kultur.
Die Einschränkung der Meinungsfreiheit und der Akt der Sprachzensur „Forbidden Words“ sind hierfür Beispiele.
Was hat eine Ananas mit dem Tennissport zu tun? [2]
Genug, um auf der weltberühmten Tennistrophäe des Herreneinzels der Wimbledon Championships zu sein.
Die Trophäe wird seit 1887 von Sieger zu Sieger weitergegeben und an der Spitze ziert sie eine kleine Ananas.
Dies hängt mit der kolonialen Geschichte des Sports zusammen.
֍ Neuer Kolonialismus – Kampf um Macht in neuen Sphären
3sat NANO Talk │ Sendung vom 22. Januar 2026
“Der moderne Kolonialismus unterscheidet sich kaum vom Kolonialismus der frühen Neuzeit.
Auch wenn die Kolonialherren andere Namen tragen, bleiben die Mechanismen gleich: Es wird geraubt, ausgebeutet und Abhängigkeit geschaffen.“
Allmachtsfantasien und Weltherrschaft
„Mit der "Entdeckung" Amerikas begann das koloniale Zeitalter.
Damals ging es hauptsächlich um Landnahme, Gold und Versklavung.
Heute geht es auch um digitale Daten, seltene Erden und eine Vormachtstellung im Weltall.
Die neuen Kolonialmächte sind nicht mehr nur Staaten, sondern auch Firmen wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Huawei und DeepSeek.
Hat das Kolonialzeitalter am Ende gar nicht aufgehört zu existieren?
Versklavt der moderne Kolonialismus per Glasfaser uns alle?
Geht es am Ende wieder um globale Allmachtsfantasien und Weltherrschaft?“
Deutschland 2026 / ZDF

Eisberg vor Grönland │ September 2025
© [hmh, Foto: privat an Klaus A.E. Weber
Imperialer Machtanspruch der USA
2026 stellt die antidemokratische Regierung der USA ihre imperiale Macht wieder demonstrativ über das Völkerrecht.
Hiervon zeugt der aktuelle kolonialistische Machtanspruch der USA auf Grönland.
Macht und Herrschaft im Power-Kontinent Afrika
Der Kolonialismus lebt im globalen Wettlauf um die begehrten Rohstoffe als moderne Form der Ausbeutung und Kolonialisierung weiter – als „Grüner Kolonialismus“ in Afrika, da hier etwa 45 % der Ressourcen für kritische Rohstoffe zur Gestaltung der „grünen Zukunft“ liegen.
Es sind vor allem die Metalle für die Elektromobilität, wie beispielsweise jene für Lithiumbatterien.
Macht und Herrschaft in Lateinamerika
„Blutiger Krieg um begehrte Metalle … Drohnenattacken auf indigene Dörfer in Mexiko, Attentate auf Bergleute in Peru und ein globales Wettrennen um das weiße Gold Lithium: In Lateinamerika tobt der Kampf um Rohstoffe besonders heftig.“[1]
Nahrung für alle? Der geheime Krieg um unsere Ressourcen
ARTE-DOKU │ Sendung vom 26. August 2025
„Weltweit arbeiten Regierungen, Investoren und private Militärunternehmen daran, sich auf Kosten ganzer Bevölkerungen die Kontrolle über Nahrungsmittel- und Wasserressourcen zu sichern.“
USA 2022 / WDR
_______________________________________________________________
[1] KÄUFER 2025.
[2] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 30. Dezember 2023 von Manda Beck und Michael Jucker, arbeiten bei Swiss Sports History, dem Portal für Schweizer Sportgeschichte, an der Uni Luzern.