Räuber und Nutznießer der Kolonialzeit
Klaus A.E. Weber

Kulturgut kolonialzeitlicher Machtausübung:
Benin-Bronze │ 16. Jahrhundert
Gedenkkopf eines verstorbenen Königs im Königreich Benein (Nigeria)
von britischen Kolonialtruppen im Februar 1897 geraubt
Landesmuseum Mainz │ Juli 2024
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Aufarbeitung im Museum: Kolonialismus und Sklaverei
Museen sind Nutznießer der Kolonialisierung
Europäische Museen stellen sich ihrer Vergangenheit
Melina Mercouri Monument in Athen
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Maria Amalia „Melina" Mercouri (1920-1994) war eine erfolgreiche griechische Schauspielerin, Sängerin, Antifaschistin und Kulturpolitikerin.
Als Ministerin für Kultur und Wissenschaft (981-1988, 1993–1994) setzte sie sich für die Restitution des im British Museum in London ausgestellten Parthenon-Frieses nach Griechenland ein, was jedoch bis dato nicht erfolgte.
Kulturgut kolonialzeitlicher Herkunft
Bei den kolonialen Objekten handelt es sich um Sammlungsgut von afrikanischen Kunstwerken, deren Restitution von Museen jahrzehntelang hintertrieben wurde.[2]
⋙ Onlineportal der Deutschen Digitalen Bibliothek: „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“
⋙ Provenienzforschung: Koloniales Sammlungsgut des Deutschen Museums
⋙ Forschungsstelle 'Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung'
Dokumentarausstellung zur kolonialen Raubkunst
Badisches Landesmuseum Schloss Karlsruhe 2019
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Afrikas Kampf um seine Kunst – Geschichte einer postkolonialen Niederlage
Buchvorstellung von Bénédicte Savoy im Historischen Museum Frankfurt
Hinhören
Ω «Kann der kolonial geprägte Rassismus unserer Gesellschaft überwunden werden?»
„Göttingen kolonial. 1870 – 1945“
Sonderausstellung im städtischen Museum Göttingen von 22. September 2024 bis 26. Januar 2025:
„Nicht nur Berlin, Hamburg oder Bremen – auch Göttingen hat eine koloniale Vergangenheit: Göttinger Bürger*innen handelten mit Waren aus den Kolonien, organisierten Kolonialausstellungen und –vorträge; in Göttingen stationiertes Militär kämpfte in Kolonialkriegen und Göttinger Professoren setzten sich bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs für die Wiederetablierung kolonialer Herrschaft ein.
Welche Rolle spielte der Kolonialismus zwischen 1870 und 1945 und welche kolonialen Spuren lassen sich bis heute in unserer Universitätsstadt finden?
Diesen zentralen Fragen widmen sich Studierende der Universität Göttingen unter der Leitung von Dr. Karolin Wetjen und Charlotte Prauß.
In Kooperation mit dem Städtischen Museum und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Iris Olszok erarbeiteten die Studierenden anhand von historischem Quellenmaterial eine Ausstellung zum Kolonialismus in Göttingen.
Anhand von Biographien Göttinger Bürgerinnen und Bürger, wie Hedwig Rohns, Friederike Fricke oder Curt von François, aber auch den Mitgliedern des Göttinger Kolonialvereins, Kolonialwarenhändler*innen und Sammlern erzählt die Sonderausstellung wie alltäglich Begegnungen mit dem Kolonialen waren.
Die Biografien, darunter Göttinger Professoren wie Percy Ernst Schramm und Hans Plischke, zeigen, wie koloniale Ideen entwickelt und verbreitet wurden.“
Was hat eine Ananas mit dem Tennissport zu tun? [1]
Genug, um auf der weltberühmten Tennistrophäe des Herreneinzels der Wimbledon Championships zu sein.
Die Trophäe wird seit 1887 von Sieger zu Sieger weitergegeben und an der Spitze ziert sie eine kleine Ananas.
Dies hängt mit der kolonialen Geschichte des Sports zusammen.
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[1] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 30. Dezember 2023 von Manda Beck und Michael Jucker, arbeiten bei Swiss Sports History, dem Portal für Schweizer Sportgeschichte, an der Uni Luzern.
[2] SAVOY 2021.