Macht, Manipulation, religiöser Fanatismus

Klaus A.E. Weber

 

Die Bibelfälscher

ARTE F │ Sendungen vom 11. August 2026

֍ Teil 1

In den frühen 2000er Jahren sorgen außergewöhnliche Funde für Aufsehen: Archäologen stoßen auf bisher unbekannte Fragmente der Bibel. Sammler und Forscher reißen sich um die kostbaren Pergamente.

Doch ein namhafter Epigraphiker erhebt Zweifel an ihrer Echtheit.

Seine Recherchen führen uns an die Schnittstelle von Macht, Manipulation und religiösem Fanatismus.

Der Fund von mehreren Fragmenten mit biblischen Texten sorgte für Aufsehen auf dem internationalen Antiquitätenmarkt.

Sie galten als sensationelle Ergänzung der berühmten "Schriftrollen vom Toten Meer" – einer der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts.

Seit 1947 waren in der Wüste von Judäa Tausende Fragmente geborgen worden, die zu den ältesten Zeugnissen des Alten Testaments gelten.

Das Auftauchen neuer Handschriften knapp 60 Jahre später entfachte einen regelrechten Wettstreit unter Sammlern und Forschern.

Und die Tragweite der Entdeckungen reichte weit über religiöse Fragen hinaus: Die Handschriften wurden auch zum geopolitischen Streitobjekt im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Doch schon kurz nach dem Verkauf der Manuskripte kamen Zweifel auf.

Woher stammten die geheimnisvollen Fragmente tatsächlich?

Ihre Schrift wich deutlich von den bekannten Manuskripten ab – waren sie Teil eines bislang unbekannten Bestands?

Ein internationales Forscherteam nahm die Untersuchungen auf, und bald verdichtete sich der Verdacht, die Stücke könnten Fälschungen sein.

Wer aber verfügte über das Wissen, die Materialien und die Raffinesse, um solch täuschend echte Nachbildungen zu schaffen – und zu welchem Zweck?

Die in Israel, den USA, Frankreich, Deutschland und Norwegen gedrehte Dokumentation erzählt die erstaunliche Geschichte der Fundstücke und deckt auf, wem der grandiose Betrug letztlich in die Hände spielte."

֍ Teil 2

Nach der Entdeckung neuer Bibelfragmente wurde in Washington 2017 ein Bibelmuseum eröffnet.

Das Projekt kostete rund 700 Millionen Dollar.

Es wurde durch Spenden finanziert.

Doch schon bald wurden Zweifel an der Echtheit der Fundstücke geäußert.

Eine New Yorker Autorin und Journalistin enthüllte Verbindungen von evangelikalen Kreisen, der israelischen Regierung und Donald Trump.

In den frühen 2000er Jahren sorgten mehrere Fragmente mit biblischen Texten auf dem internationalen Antiquitätenmarkt für Furore.

Sie wurden als mögliche Ergänzung zu den berühmten "Schriftrollen vom Toten Meer" gehandelt – jenen rund 2.000 Jahre alten Manuskripten, die seit ihrer Entdeckung 1947 in der Wüste von Judäa zu den bedeutendsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts zählen.

Doch der Fund löste nicht nur wissenschaftliche Begeisterung aus, sondern auch einen erbitterten Wettstreit unter Sammlern und Forschern.

Ein norwegischer Manuskriptliebhaber und ein evangelikaler US-Milliardär investierten Millionen, um einige der vermeintlich heiligen Relikte zu erwerben.

Kurz darauf eröffnete in Washington, nur wenige Schritte vom Kapitol entfernt, ein Bibelmuseum, das die Fragmente als Attraktion präsentierte.

Die Bedeutung der Funde zog dabei weite Kreise: Sie wurden auch zum Zankapfel im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Ein internationales Forscherteam nahm die Untersuchungen auf, und schnell verdichteten sich die Hinweise auf eine mögliche Fälschung.

Die Filmemacherin Fanny Belvisi und ihr Kollege Rémi Lainé gehen dieser Frage in einer aufwendig produzierten Dokumentation nach.

Ihr Film rekonstruiert die spannende Geschichte der Fragmente und deckt auf, wer von dem spektakulären Betrug profitierte.

Die Dokumentation, gedreht in Israel, den USA, Frankreich, Deutschland und Norwegen, vereint Interviews mit Sammlern, Milliardären, Geistlichen, Politikern und führenden Wissenschaftlern – und liefert so einen aufschlussreichen Beitrag zur modernen Bibelforschung.“