Historische Postkommunikation
Klaus A.E. Weber

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Poststandort Hellental
Arbeitstäglich wurden die Postsendungen in einem versiegelten Postsack in dem kleinen Amt der Deutschen Bundespost, in der Poststelle in Hellental, angeliefert.
Der in den 1950er und 1960er Jahren für die Postzustellung verantwortliche Heinrich Sturm, zugleich Inhaber eines Gemischtwarenladens,
-
öffnete den verschlossenen Postsack
-
sortierte die Postsendungen
- stellte in Begleitung seines Hundes mit der schweren Postbotentasche der Deutschen Bundespost, die mit einem Schulterriemen über einer Schulter hing, die Briefsendungen, Postkarten und Kleingutsendungen (wie Päckchen) den jeweils adressierten Empfänger*innen in Hellental zu.

Postbotentasche der Deutschen Bundespost │ 1953
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
◼ Briefträger-/Postbotentasche │ 1953
Deutsche Bundespost
große Umhängetasche als Zustelltasche aus schwerem, schwarzem Leder
breite Deckelklappe, Trageriemen/Schulterriemen, robuster Verschluss - Lasche erneuert
Hersteller: Post │ H. Rogge │ Berlin │ 1953 [1]
Poststelle in Hellental: Heinrich Sturm (im Alleinbetrieb)
Länge: 38 cm, Breite: 16 cm, Höhe ohne Trageriemen: 25 cm, Gewicht: 1900 g
Leder, Messing
[hmh Inv.-Nr. 7022

Mechanische Briefwaagen Maul │ um 1965
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
◼ Mechanische Briefwaage │ um 1965
klassische analoge Neigungswaage │ Jakob Maul GmbH
Hersteller der nicht geeichten Briefwaage ist das 1912 gegründete Unternehmen Jakob Maul in Bad König-Zell, das firmengeschichtlich auf die Firma Ph. J. Maul (Philipp Jakob Maul, 1841–1922) zurückzuführt werden kann, einem ehemals bedeutenden Hersteller von Briefwaagen in Hamburg.
-
Briefwaage mit Wiegebereich bis 250 g
- Briefwaage mit Wiegebereich bis 500 g
Die ohne Stromquelle und ohne Zusatzfunktionen analog arbeitende Knickhebelwaage mit Wiegeteller und klappbarem Gewicht diente dem Zweck, manuell das Gewicht von Briefen zu bestimmen.
Wird ein Brief auf den Wiegeteller gelegt, dann bewegt sich der Messarm an der weiß emaillierten Skala entlang und das Gewicht des Briefes kann grammgenau abgelesen werden.
Mittels eines Rändelrades kann die Briefwaage mit zwei einklappbaren Standfüßen in die Waagerechte und die Skalenanzeige ohne aufliegendes Gewicht auf den Nullpunkt eingestellt werden.
Metall, Email
[hmh Inv.-Nr. 1371

Fernsprechtischapparat W 48 │ Siemens 1951
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Festnetz
◼ Fernsprechtischapparat W 48 │ 1951
Wählscheibentelefon W 48, Kommunikationsmittel einer Poststelle (?), Standardfarbe schwarz
ehemals Eigentum der Deutschen Bundespost
Hersteller: Siemens, Berlin
Weiterentwicklung des Tischapparates Reichspost-W 38 von Siemens & Halske
zweites offizielles Nachkriegstelefon der Telefontechnologie mit Festnetzanschluss
Das Wählscheibentelefon W 48 wurde als Tischfernsprecher von 1948 bis 1963 hergestellt.
-
Nummernschalter: Fingermuldenscheibe
-
Mikrofoneinsprache in eine flach Kappe mit kreisförmig angeordneten Löchern am Handapparat
-
baumwollumantelte Hörerschnur
- solide. robuste Form: Gehäuse und Hörer aus hartem, glänzendem und hitzebeständigem Bakelit, Stahlboden
Die Bundespost hatte bis in das Jahr 1989 das Monopol über den Telefondienst inne.
In der Alltagskultur der 1950er- und 1960er-Jahre war ein privater Telefonanschluss eher ein Luxus, den sich nicht jeder Haushalt leisten konnte.
[hmh Inv.-Nr. 1369
Mobilfunk
◼ D2-CallYa Blechdose │ 1995/1997
Handy Starter Kit Blechdose
Der Name des ersten privaten Mobilfunknetzbetreibers in Deutschland war D2 Mannesmann, ein Düsseldorfer Industriekonzern, der im Jahr 2000 von Vodafone übernommen wurde.
Die D2-CallYa Blechdose stammt aus den Jahren 1995/1997, den Anfängen der Prepaid-Tarife D2-CallYa von Vodafone.
Der Aufdruck zeigt eine junge Frau mit einem zeittypischen Mobiltelefon (Handy) und dem Slogan "Null Grundgebühr - volle Kostenkontrolle: D2-CallYa"
Maße: 23 cm x 12,5 cm x 4 cm
[hmh Inv.-Nr. 1370
________________________________________________________________
[1] historischer Berliner Produzent von Lederwaren und Ausrüstungsgegenständen