Forschungsarbeit
Klaus A.E. Weber
Wissenschaftliches Arbeiten zählt zu den zentralen Aufgaben eines Museums – und Forschung erzeugt Wissen.
Bei seiner Forschung in einer sich historisch verändernden Landschaft untersucht das Historische Museum Hellental insbesondere obertägige archäologische Fundstellen im Umfeld des Hellentals, die ein einzigartiges Archiv nichtschriftlicher Geschichtsquellen bilden.
Mittelalterliche Waldglashütte 12./13. Jahrhundert │ Schulterfragment
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Da die Waldglasherstellung ein frühes Spezielhandwerk im "Alten Tal der Glasmacher" im nordöstlichen Solling war, stehen konventionelle Untersuchungen zur Herstellung und Verarbeitung von Waldglas im Fokus der archäologisch-historischen Forschungsarbeit des regionalen LandMuseums.
Ein weiteres archäologisches Augenmerk gilt mesolithischen Spuren im Verlauf des lang gesteckten, sich verjüngenden Hellentals im nördlichen Solling.
Mesolithische Bodenfunde in der Ausstellung
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Die Erfassung natur- und sozialräumlicher Strukturen sowie historischer Kulturlandschaftselemente im Umfeld des Hellentals bildet einen weiteren Untersuchungsbereich:
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Erfassung 2008-04-06 (PDF)
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Erfassung 2008-04-20 (PDF)
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Erfassung 2008-05-02 (PDF)
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Erfassung 2008-06-08 (PDF)
Provenienzforschung
Die Provenienzforschung als eine der zentralen Museumsaufgaben ist heute ganz wesentlich fokusiert auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, kriegsbedingt verlagertes Kulturgut, Kulturgutentziehungen in Sowjetischer Besatzungszone und DDR sowie Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.
Erst mit der „Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust“ von 1998 setzte sich die Erkenntnis durch, dass alle Museen und kulturgutbewahrenden Institutionen erwiesenermaßen vom Raub an Kulturgütern aus jüdischem Eigentum profitierten.
Im Historischen Museums Hellental fanden sich auf dieser Grundlage bei einem Erstcheck keine Hinweise auf unrechtmäßig in die Sammlung gelangte Objekte, Objektgruppen oder Sammlungsbestände, vor allem kein Kulturgut,
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das den Verfolgten der nationalsozialistischen Diktatur (NS), insbesondere jüdischen Eigentümer*innen, zwischen 1933 und 1945 NS-verfolgungsbedingt entweder nachweislich entzogen wurde, oder bei dem ein solcher Entzug nicht ausgeschlossen werden kann („NS-Raubgut“)
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das durch Unrechtshandeln in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR, durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) oder das Regimes der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) entzogen wurde,
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das als „Beutekunst“ im Zuge des Zweiten Weltkriegs angeeignet wurde,
- aus ethnologischen Sammlungsbeständen in kolonialen Unrechtskontexten („Kolonialzeitliches Erbe“).
Menschliche Überreste (human remains) sind in den musealen Sammlungsbeständen nicht vorhanden.
Sollten sich bei späteren Depotkontrollen dennoch Anhaltspunkte für eine bedenkliche Provenienz ergeben, nutzt das Museum die offenen Datenbanken
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Forschungsdatenbank Proveana des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste,
- Lost Art-Datenbank der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste.

