Provenienzforschung

Klaus A.E. Weber

 

Die Provenienzforschung als eine der zentralen Museumsaufgaben ist heute ganz wesentlich fokusiert auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, kriegsbedingt verlagertes Kulturgut, Kulturgutentziehungen in Sowjetischer Besatzungszone und DDR sowie Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.

Im Historischen Museum Hellental fanden sich auf dieser Grundlage bei einem Erstcheck keine Hinweise auf unrechtmäßig in die Sammlung gelangte Objekte, Objektgruppen oder Sammlungsbestände, vor allem kein Kulturgut,

  • das den Verfolgten der nationalsozialistischen Diktatur (NS), insbesondere jüdischen Eigentümer*innen, zwischen 1933 und 1945 NS-verfolgungsbedingt entweder nachweislich entzogen wurde, oder bei dem ein solcher Entzug nicht ausgeschlossen werden kann („NS-Raubgut“)

  • das durch Unrechtshandeln in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR, durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) oder das Regimes der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) entzogen wurde,

  • das als „Beutekunst“ im Zuge des Zweiten Weltkriegs angeeignet wurde,

  • aus ethnologischen Sammlungsbeständen in kolonialen Unrechtskontexten („Kolonialzeitliches Erbe“).

Menschliche Überreste (human remains) sind in den musealen Sammlungsbeständen nicht vorhanden.

Sollten sich bei späteren Depotkontrollen dennoch Anhaltspunkte für eine bedenkliche Provenienz ergeben, nutzt das Museum die offenen Datenbanken

  • Forschungsdatenbank Proveana des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste,

  • Lost Art-Datenbank der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste.

 

Zürcher Erklärung 2024