Museen dienen der demokratischen Gesellschaft

Museumsleitung

 

⊚ Zum Anklicken

10 Forderungen an die Bundesregierung

 

Deutscher Museumsbund Mai 2025

Museen sind Foren gesellschaftlicher Diskurse und schaffen mit ihrer Arbeit eine verlässliche Grundlage für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragen.

Dabei handeln Museen unabhängig, sensibel und nachhaltig.

Sie eröffnen neue Blickwinkel und Zukunftsperspektiven.

Die Unabhängigkeit der Museen muss daher gewährleistet sein, Museen müssen in ihrer Arbeit, der Wahl ihrer Inhalte und in der Kommunikation frei sein.

Insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Demokratiefeindlichkeit müssen Museen vor Einflussnahme geschützt werden.

Wir fordern daher: Die Aufnahme der Museen in Art. 5 Abs. 3. GG muss diskutiert werden.“

 

„Museen haben keine Grenzen, sie haben ein Netzwerk"[5]

Eine von BUSSE im Jahr 1999 in Buchform unter dem Titel „Heimatpflege zwischen Tradition und Moderne“ veröffentlichte empirische Untersuchung der Praxis der Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger, Vereine, Museen und museumsähnlichen Einrichtungen in Südniedersachsen beschäftigte sich kritisch u. a. mit derr Museumslandschaft in Südniedersachsen und zugleich auch mit der Frage, was denn eigentlich ein Museum in jener Zeit der 1990er Jahre ist.[9]

 

Museen

  • Als öffentliche Institutionen und Bildungsorte arbeiten Museen im Auftrag und im Dienst einer demokratischen Gesellschaft. Sie vermitteln komplexe Inhalte und diverse Wertesysteme, kontextualisieren aktuelle Ereignisse, setzen sich wissenschaftlich mit polarisierenden Themen auseinander und schaffen Raum für Diskurse.“[8]

  • "Museen bewahren und vermitteln das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Sie informieren und bilden, bieten Erlebnisse und fördern Aufgeschlossenheit, Toleranz und den gesellschaftlichen Austausch."[1]
  • "Museen sind Orte des gesellschaftlichen Austauschs und Dialogs, die auf Basis ihrer Sammlungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermitteln und greifen als Agenturen des Wissens und der kulturellen Bildung Fragen unserer Zeit auf und fördern so im lokalen, regionalen und landesweiten Rahmen aktiv die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen der Gesellschaft.“[2]

  • "Museen sind das anschauliche Gedächtnis der Lebenswelt und zugleich einzigartige Werkstätten des Geschichtsbewusstseins der Städte, Gemeinden und Kreise, in denen sie arbeiten und wirken. Das Sammeln und Bewahren authentischer lebensweltlicher Objekte war und ist eine der fundamentalen Aufgaben, die auch zukünftig neue Anstrengungen und ein neues Bewusstsein erfordert.“[3]

  • "Museen leisten als Bildungsakteure einen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt, sie sind Orte der Selbstbildung sowie der öffentlichen Debatte und können nicht auf eine reine Unterhaltungsfunktion reduziert werden.“[4]

 

Das Lübecker Manifest für Museen

Museen setzen ein Zeichen für Demokratie

Das Lübecker Manifest vom April 2025 – initiiert vom Europäischen Hansemuseum – ist ein Aufruf an Museen, gemeinsam gegen antidemokratische Tendenzen zu wirken und sich europaweit der Initiative anzuschließen.

 

Das Manifest für das schöne Leben

vom 13. Februar 2025

Soziokultur NRW

 

Demokratiearbeit der Museen

Als Orte für Bildung und Austausch stärken Museen die Debattenkultur und sind für eine demokratische Gesellschaft und ihre Themen unverzichtbar.“

 

Die KMBL (Konferenz der Museumsberatungsstellen in den Ländern) veröffentlicht folgende Stellungnahme zu Demokratie und Haltung der Museen:

"Wir, die öffentlichen Museumsberatungsstellen in Deutschland, arbeiten auf dem Fundament des Grundgesetzes und der darin verankerten demokratischen Werte.

Mit Sorge nehmen wir wahr, dass diese Grundwerte im aktuellen gesellschaftspolitischen Klima zunehmend missachtet und in Frage gestellt werden.

Im Sinne der weltweit gültigen Definition des Internationalen Museumsrats (ICOM) und der Standards für Museen verstehen wir Museen als Orte der Vielfalt, der Inklusion und Partizipation.

Mit ihren Sammlungen, Themen und Formen der Vermittlung verfügen Museen über wichtige Kompetenzen, um vielfältige Perspektiven auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sichtbar zu machen und zu unabhängiger Meinungsbildung einzuladen.

Wir ermutigen und unterstützen die Museen, diese Potentiale zu nutzen, ihren Bildungsauftrag zu erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie zu leisten.

Die Museumsberatungsstellen sehen sich zugleich in der Verantwortung, Öffnungsprozesse in Museen im Sinne eines demokratischen Miteinanders und eines konstruktiven Austauschs aller Menschen zu begleiten.

Sie stehen den Museen zur Seite, um hierfür klar definierte Rahmenbedingungen und Handlungsleitlinien zu schaffen.

Angesichts der derzeitigen gesellschaftlichen Situation ist es wichtiger denn je, dass Museen im engen Austausch mit ihren Trägern stehen.

Und mit diesen, auf der Basis der in den „Standards für Museen“ formulierten Grundwerte, nach innen wie außen eine klare Haltung entwickeln und Strategien zu ihrer Umsetzung erarbeiten.

Die Museumsberatungsstellen in den Ländern verstehen sich auf diesem Weg als verlässliche Partner der Museen."

 

Statement der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

zur Ankündigung des US-Präsidenten

News vom 28.03.2025

Donald Trump will per Dekret die amerikanische Geschichte umdeuten

Der Präsident der SPK, Hermann Parzinger, und seine designierte Nachfolgerin Marion Ackermann haben die Ankündigung des US-Präsidenten, Einfluss auf Museen zu nehmen, um Darstellungen zur amerikanischen Geschichte zu beeinflussen, scharf kritisiert:

„Nach dem Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit greift der amerikanische Präsident nun die unabhängigen Museen an

In freien Gesellschaften führen wir Diskurse, handeln die Dinge aus, aber lassen nicht zu, dass per Dekret bestimmt wird, was gedacht und gezeigt wird.

Die Einrichtungen, die der Aufklärung verpflichtet sind, brauchen Freiräume, um wirken zu können.

Diese Einrichtungen werden nun politisch bevormundet.

Es ist ein antiintellektueller Kampf, der gegen alles zielt, was den Menschen frei macht.

Wir sind solidarisch mit unseren Kolleginnen und Kollegen in den amerikanischen Museen, besonders mit unseren Partnern der Smithsonian Institution, und werden unsere Kooperationen fortsetzen, gerade jetzt!“

 

__________________________________________________________________

[1] Aus der Präambel der bundesweiten Standards für Museen.

[2] Newsletter 6/2021 des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V., Hannover, November 2021.

[3] Fachgruppe Geschichtsmuseen des Deutschen Museumsbundes e.V. 2023.

[4] Deutscher Museumsbund e.V. 2023.

[5] ICOM 2023: Museums have no borders, they have a network.

[8] Deutscher Museumsbund e.V. 2024.

[9] BUSSE 1999, S. 92-100.

[10] Newsletter Archäologie/ Wikinger, September 2024.