Mykenische Hochkultur

Klaus A.E. Weber

 

Blick auf die Reste der bronzezeitlichen Akropolis von Mykene │ März 2020

im Vordergrund die Zitadelle, im Hintergrund der Feuerberg

Unterstadt von Mykene

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

"Wehe dir, unseliges Myken!" [15]

Die Mykenische Kultur auf dem griechischen Festland gilt als die erste faßbare große griechische Hochkultur, welche sich in der Späten Bronzezeit auf der Halbinsel Peloponnes und in Mittelgriechenland mit einer fortgeschrittenen und komplexen Gesellschaft entfaltete und schließlich um 1100 v. Chr. kollabierte, wie auch andere ostmediterrane Königreiche.[14][17][18]

Die "goldene Stadt" von Mykene, Sitz Agamemnons, war zugleich Königspalast, Festung und Hauptstadt der antiken Region Argolis.

Dabei gilt die mykenische Palastzeit (Späthelladikum; 1420–1190/1180 v. Chr.) als die Blütezeit jener mykenischen Kultur, wie die neueren Ausgrabungsergebnisse "MYCENAE" zeigen.

 

Badisches Landesmuseum Schloss Karlsruhe 2018/2019

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Sonderausstellung „Mykene“

Über 400 Objekte [13] aus den wichtigsten Museen Griechenlands wurden in der großen Sonderausstellung

֍ "Mykene - Die sagenhafte Welt des Agamemnon“

vom 01. Dezember 2018 - 02. Juni 2019 im Badisches Landesmuseum Schloss Karlsruhe präsentiert.

 

Schatzhaus des Atreus - Königsgrab

 

Das "Schatzhaus des Atreus" am Weg zur Akropolis von Mykene [12] │ März 2020

Monumentaler Dromos │ SH III B │ 1300−1220 v. Chr.│BCE [16]

Gewaltige Steinblöcke bilden den Eingang zum unterirdischen Tholosgrab mit Kreiskuppel

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Die bronzezeitliche Zitadelle mit königlicher Palastanlage

„Pforte der Löwen“ («Πύλη των Λεόντων»)

  • Haupteingang der bronzezeitlichen Zitadelle von Mykene

  • Stadttor von Mykene mit dem Weg zur Akropolis mit der Palastanlage (Megaron) und den "Kyklopenmauern" [16]

  • Im typischen mykenischen Entlastungsdreieck das "Löwentor" (nach Pausanias) mit minoischer Säule, errichtet im 13. Jh. v. Chr. [2]

 

Stadttor von Mykene mit dem Weg zur Akropolis │ März 2020

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Typisches mykenisches Entlastungsdreieck das "Löwentor" (nach Pausanias) mit minoischer Säule

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Im Entlastungsdreieck befindet sich das "Löwenrelief" │ März 2020

älteste Monumentalplastik Europas

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Die zentrale Palastanlage und das Megaron

Der auf der Kuppe von Mykene errichtete königliche Palast, die „Löwenburg“ von Mykene [3], symbolisiert die Machtstellung des zentralistischen Regierungssystems.

 

Blick auf die Palastanlage │ März 2020

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Blick von der Akropolis mit minimal erhaltenen Palastresten in die argivische Ebene │ März 2020

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Grabkeis A der Vorpalastzeit

Der Grabkreis A war der Bestattungsplatz der jungen Elite bzw. Herrscher von Mykene.

Der vormals vor den Mauern der Burgstadt liegende Grabkreis wurde in die Festung einbezogen.

 

Ehemals vor den Mauern der Stadt Mykene gelegener Grabkreis A │ März 2020

Zustand im 13. Jahrhundert v. Chr. [1]

Sechs Schachtgräber frühmykenische Bestattungsplätze der Eliten

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Getreidespeicher

 

GetreidespeicherMärz 2020

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Mykene und Troja

֍ Troja - Schliemanns Suche nach der Stadt Homers

Großbritannien 2025 │ ARTE 2026 │ Sendung am 07. Januar 2026

War es wirklich das fragliche Troja, das er gefunden hatte?

Vor 150 Jahren veröffentlichte der Geschäftsmann Heinrich Schliemann die ersten Ergebnisse seiner Ausgrabungen an einem einsamen, türkischen Hügel namens Hisarlik.

Er behauptete, das berühmte Troja gefunden zu haben – jene Stadt, in die Paris die schönste Sterbliche des griechischen Mythos entführte, Helena.

Der Autodidakt Heinrich Schliemann, der sich selbst das Altgriechische beigebracht hat, ist von antiken Mythen inspiriert – insbesondere von den Geschichten rund um den zehnjährigen Krieg zwischen Trojanern und Achäern um die Stadt Troja und die schöne Helena.

Dieser Krieg endet mit dem Fall und der Plünderung der legendären Stadt durch ein griechisches Heer unter der Führung von König Agamemnon von Mykene.

Wie alle Gebildeten seiner Epoche hatte auch Schliemann die berühmtesten Epen der westlichen Welt gelesen: Homers Ilias und Odyssee.

Schliemann will Homers Troja unbedingt finden.

Er gräbt, wo es am aussichtsreichsten scheint: auf dem Hügel Hisarlik in der Westtürkei.

Am Ende jedoch wird Schliemann feststellen müssen, dass er sich geirrt hat, die Funde legen es nahe.

Bis heute dauert die Suche nach Troja an.

Längst geht die Forschung nicht mehr davon aus, dass Troja in einem Krieg um eine schöne Frau untergegangen ist.

Das antike Troja lag am Meer.

Kriege um Handel und Macht sind genauso wahrscheinlich, wie Keilschrifttafeln andeuten.

Und das Troja Homers, der die Erzählung mehrere Jahrhunderte nach der Zerstörung aufschrieb, könnte auch aufgrund des klimabedingten Zusammenbruch der späten Bronzezeit sein Ende gefunden haben.“

 

Archäologisches Museum von Mykene

 

Spätmykenische Töpferkunst │ März 2020

Archäologisches Museum Mykene

© [hmh, Foto: Wolfram Grohs

 

Mykenische Keramik

Kylikes, Schalen, Kannen, Idole │ März 2020

Archäologisches Museum Mykene

© [hmh, Foto: Anja Schröder

 

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[1] SCHLIEMANN 1878.

[2] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 18, S. 270.

[3] PAPADIMITRIOU 2018.

[12] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 199.

[13] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 265-363.

[14] ELEFTHERATOU 2017, S. 41.

[15] Iphigenie auf Tauris - Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe. Stuttgart 1970, S. 30.

[16] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 149-152.

[17] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 230-233.

[18] SCHLIEMANN 1878.

[19] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 155, 320 Katalog Abb. 180.

[20] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 183, 187, 340 Katalog Abb. 243.