20mal Wasser

Klaus A.E. Weber

 

Öffentliche Sonntagsführung:

  • Sonntag, 08. September 2024, 12:00 Uhr

  • Sonntag, 20. Oktober 2024, 15:00 Uhr

Treffpunkt: Sollinghaus Weber

 

Wasserholen an einem Hellentaler Brunnenpfosten

um 1950

© Historisches Museum Hellental

 

Wasser ist ein zeitgeschichtliches und zunehmend ein gegenwartsbezogenes Thema.

Einst war es im Sollingbergdorf Hellental beschwerlich, aus dem zentralen Gemeindebrunnen oder von einem Brunnenpfosten geschöpftes Wasser in Wassereimern nach Hause zu tragen.

Die Aufgabe oblag zumeist Frauen.

Nach dem Wasserholen erhitzten sie zuhause das Wasser über dem Feuer des Küchenherdes.

Heute drehen wir ganz bequem einen Wasserhahn auf, denn Wasser als Alltagsressource ist scheinbar grenzenlos verfügbar, zumindest bei uns.

Bei der Sonderführung im Hellentaler Museum der Alltagskultur können Sie die vielfältigen Zwecke von Wasser durch seine frühere Nutzung zur Trinkwasserversorgung von Mensch und Tier und zur Hygiene in dem agrarisch-handwerklichen Gebäudeensemble aus dem späten 19. Jahrhundert entdecken – aufgezeigt an 20 überraschenden Stellen im Haus.

In historischer Hinsicht war Wasser auch für den Betrieb von Waldglashütten im Umfeld des Hellentals eine entscheidende Ressource.

Die dominierende Sicht einer scheinbar grenzenlosen Verfügbarkeit des Wassers für die Landwirtschaft, Handwerk und Industrie, aber auch für den Gebrauch im privaten Bereich ist etwa seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Sandoz 1986) zunehmend in Frage gestellt worden.

Zudem haben in den vergangenen Jahren von Menschen verursachte oder beschleunigte Extremwetterereignisse, wie Starkregen, Überschwemmungen, Hitze, Wasserknappheit und Trockenheit, aber auch zunehmende Trinkwasserbelastungen durch Schadstoffeinträge, zu Sorgen und einem stärkeren Bewusstsein beim Umgang mit dem Gemeingut Wasser und seinem Kreislauf geführt.