Karl Marx und der Kapitalismus
Klaus A.E. Weber
Verarmung und Verelendung │ Revolution │ Demokratie
Das bewegte und spannungsreiche 19. Jahrhundert ist von Freiheits- und Demokratiebestrebungen, Industrialisierung und Urbanisierung gekennzeichnet, die mit Verarmung und Verelendung einhergeht.
Diese wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen prägen das Leben, das Werk und die Zeit von Karl Marx (1818-1883).
Als Philosoph und späterer Ökonom beschreibt Marx die vorherrschende kapitalistische Produktionsweise und die Gefahren der ungerechten Konzentration von Kapital in wenigen Händen.
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Karl-Marx-Monument von 1971 in Chemnitz │ Mai 2025
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Der "Dauerbrenner" Karl Marx [15][19]
05. Mai 1818 - 14. März 1883
"Er hat die Geburtswehen des Kapitalismus erlebt und für Todesschreie gehalten".[17]
Es war die brisante Zeit, in der im Europa auch „das Gespenst des Kommunismus” umherging.
Karl Marx war ein großer, umstrittener Philosoph, aber kein Prophet [2][3]
Er war ein Beobachter, Chronist seiner Zeit und "Seismologe der modernen Welt"[6]
Dem 2018 geführten Interview von MAGRO [3] mit dem französischen Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty (1971) ist zu entnehmen, dass Karl Marx "die Gefahren der ungerechten Konzentration von Kapital korrekt beschrieben" habe.
Zum 200. Geburtstag des Philosophen warnte der Ökonom:
"Die Ungerechtigkeit in der Welt ist fast wieder so groß wie vor den Weltkriegen" und, dass "das Ende des Kapitalismus kommen wird".[3]
Gemeinsam mit Friedrich Engels (1820-1895) wurde Karl Marx (1818-1883) zu einem der einflussreichsten Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus.
Karl Marx gab wichtige Anstöße in der beginnenden Diskussion über die „Soziale Frage“ und lieferte eine wissenschaftliche Analyse ökonomischer Formen und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft - mit weitreichenden Wirkungen in der Arbeiterbewegung.
∎ Manifest der Kommunistischen Partei
„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!”
KARL MARX, FRIEDRICHENGELS
London: 1848
Faksimile
9. Aufl. 1986, Berlin (DDR)
[hmh Inv.-Nr. 3016
„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“
In London war im Februar 1848 das sich epochal auswirkende, revolutionär-ideologische „Manifest der Kommunistischen Partei” von Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) mit der kommunistischen Leitidee des Klassenkampfes der Arbeiterschaft veröffentlicht worden:
"Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen …
Die Bougeoisie hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel, des Besitzes und der Bevölkerung auf.
Sie hat die Bevölkerung agglomerirt, die Produktionsmittel centralisirt und das Eigenthum in wenigen Händen koncentrirt."[4]
Die in der vorherrschenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung bestehenden Gegensätze würden, so die beiden Revolutionstheoretiker, zwangsläufig zur sozialen Revolution und zum Aufbau einer neuen, klassenlosen Gesellschaft führen.
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Manifest der Kommunistischen Partei
London: Februar 1848
Titelblatt Londoner Erstausgabe │ Faksimile
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber
In London war im Februar 1848 die programmatische Schrift, das sich epochal auswirkende, revolutionär-ideologische „Manifest der Kommunistischen Partei” von Karl Marx und Friedrich Engels (1820-1895) mit der kommunistischen Leitidee des Klassenkampfes der Arbeiterschaft und zu den Grundlagen des Sozialismus und Kommunismus veröffentlicht worden:
"Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen …
Die Bougeoisie hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel, des Besitzes und der Bevölkerung auf.
Sie hat die Bevölkerung agglomerirt, die Produktionsmittel centralisirt und das Eigenthum in wenigen Händen koncentrirt.„
Die in der vorherrschenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung bestehenden Gegensätze würden, so die beiden Revolutionstheoretiker, zwangsläufig zur sozialen Revolution und zum Aufbau einer neuen, klassenlosen Gesellschaft führen.
Kapitalismus │ Entfremdung │ Kommunismus │ Dialektik [7]
„Seit 1848 hat sich die kapitalistische Produktion rasch in Deutschland entwickelt“
Als Hauptwerk von Karl Marx gilt "Das Kapital", dessen erster Band noch zu seinen Lebzeiten mit einer Startauflage von 1.000 Exemplaren erschien:
-
Band 1: Der Produktionsprozess des Kapitals
-
Band 2: Der Zirkulationsprozess des Kapitals
Das Kapital – Kritik der politischen Oekonomie
31. Aufl. 1987 Berlin (DDR)
[hmh Inv.-Nr. 3017
Im Juli 1867 erschien in London der Erste Band der drei Bände von Karl Marx über „Das Kapital – Kritik der politischen Oekonomie”.[14][17][18]
Im Vorwort zur vermerkte "der nette Herr Marx" [16]:
"Im Vergleich zur englischen ist die soziale Statistik Deutschlands elend." [5]
- Band 3: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion
"Das Kapital" zählt zum Weltdokumentenerbe der Vereinten Nationen (UN).
Die Thesen und Kritik von Karl Marx am Kapitalismus wirken aus gewerkschaftlicher Sicht derzeit aktueller denn je:[1]
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Tarifliche Regelungen
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Arbeitsverdichtung
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Dumpinglöhne
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Arbeits- und Gesundheitsschutz
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Mitbestimmung
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[1] NÖLLE 2017
[2] BASELER ZITUNG 2018.
[3] MAGRO 2018.
[4] MARX/ENGELS 1848, S. 3 ff.
[5] MARX 1987 (1867), S. 15.
[6] KOENEN 2018.
[7] WIDMANN 2017b.
[14] KAUFMANN (Interview): "Ich stehe quasi auf Marx' Schultern". Der Wirtschaftshistoriker Thomas Kuczynski über 150 Jahre "Das Kapital" und die Aussagekraft sozialistischer Wirtschaftstheorien gestern, heute und morgen. In: Frankfurter Rundschau. Nr. 18, 21./22.01.2017, S. 14-15.
[15] Große Landesausstellung in Trier: KARL MARX 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT. vom 05. Mai bis 21. Oktober 2018 - Rheinisches Landesmuseum Trier und Stadtmuseum Simeonstift Trier..
[16] SCHWERING 2018.
[17] HESSE 2017.
[19] MAYER-KUCKUK 2018.


