»Von der Milch zur Butter«

Klaus A.E. Weber

 

Aus Rahm frische Buttermilch und Butter

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Soanderausstellung 17. Mai 2026 bis 31. Oktober 2026

Mit dem Aktionstag zum diesjährigen Internationalen Museumstag wurde am 17. Mai 2026 die kleine Sonderausstellung im Sollinghaus│Museum der Alltagskultur des Historischen Museums Hellenta eröffnet.

 

Öffnungszeiten

nach Voranmeldung

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Montag: geschlossen

Ein Ausstellungsbesuch ist nur nach Voranmeldung möglich unter nachstehenden Telefonnummern:

mobil: 0173 4347815

+49 (0) 5564 1559

oder per E-Mail: museum-hellental⦋at⦌t-online.de

 

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Von Hand gebuttert, aber wie und womit?

Das tierische Naturprodukt Butter ist fest in unserer Kultur verankert.

In verschiedenen Themenräumen geht die Ausstellung dabei der Frage nach, wie und womit von Hand Butter hergestellt wurde.

Ausgehend vom Kuhstall im Museum wird mit historischen Haushaltsgeräten die lange landwirtschaftliche Tradition der regionalen Milchverarbeitung vorgestellt, die bis in die 1950er Jahre in Handarbeit betrieben wurde.

 

BLOG Von der Milch zur Butter

 

Die Buttergewinnung

Butter aus der beim Melken gewonnenen Rohmilch herzustellen wurde früher ausschließlich in harter Handarbeit verrichtet.

Ziel war es, den Rahm, das nahrhafte Milchfett, über eine längere Zeit haltbar zu machen und zugleich eine streichfähige Form des Milchfettes, die Butter, zu erhalten.

Bei dem alten Handwerk der Buttergewinnung wird der Rahm durch Abschöpfen oder Zentrifugieren in festes Butterkorn und Magermilch getrennt.

Das Butterkorn wird dann zur Sauerrahmbutter für den häuslichen Eigenbedarf weiterverarbeitet.

Die Arbeitsschritte vom Melken bis zur Buttergewinnung waren mit viel Geduld und Kraft verbunden und gehörten zumeist in den Arbeitsbereich der Landfrauen.

Zeittypische Arbeitsgeräte hierbei waren Melkschemel, Rahmschüsseln, Zentrifugen und zur Butterherstellung hölzerne Butterfässer, Buttermodel, Butterlöffel und Butterknetbretter.

Die zunächst verwendeten Stoßbutterfässer wurden seit 1900-1920 von industriell hergestellten, liegenden und stehenden Drehbutterfässern verdrängt.

Mit Stößern, Stampfern oder Schlägern wurde die Buttermasse bearbeitet, mit speziellen Holzbrettern zu einer homogenen, cremigen Masse geknetet und anschließend in Holzmodel geformt.

Mildgesäuerte Butter ist heute die beliebteste Buttersorte in Deutschland

 

Käseherstellung auf einer Waldglashütteg - vor 400 Jahren

Unscheinbare Bodenfunde zeugen von einer Milchverarbeitung vor 400 Jahren auf einer Waldglashütte im oberen Hellental.

Die durchlochten Keramikfragmente werden Käseabtropfschalen bzw. Käsesieben zugeordnet.

Es sind archäologische Zeugnisse einer Milchverarbeitung bei landesherrlich erlaubter Weideviehhaltung, die zur Selbstversorgung der Glasmacherfamilien auf der frühneuzeitlichen Waldglashütte betrieben wurde.