Historisches Handwerk: Von der Milch zur Butter

Klaus A.E. Weber

 

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Die Sonderausstellung

- derzeit in Vorbereitung -

Mit dem Aktionstag zum diesjährigen Internationalen Museumstag wird am Sonntag, 17. Mai 2026, um 10:00 Uhr die Sonderausstellung im Sollinghaus│Museum der Alltagskultur des Historischen Museums Hellental in der Lönsstraße 6 eröffnet.

 

Ausstellungsbesuch & Führungen

 

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Dienstmagd mit Milchkrug ca. 1660

Original im Rijksmuseum Amsterdam

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Original Het melkmeisje im Rijksmuseum Amsterdam │ ca- 1660

Öl auf Leinwand │ 45,5 × 41 cm

häusliche Szene: Magd mit Milchkrug │ Die Küchenmagd │ Die Milchmagd

Delfter Barockmaler Jan (Johannes) Vermeer, gen. Vermeer van Delft (1632–1675)

 

Damals von Hand gebuttert, aber wie und womit?

In verschiedenen Themenräumen geht die Ausstellung der Frage nach: Von Hand gebuttert, aber wie und womit?

Mit historischen Haushaltsgeräten werden die mechanischen Arbeitsschritte der regionalen Milchverarbeitung vorgestellt und deren lange landwirtschaftliche Tradition vermittelt.

Butter aus der beim Melken gewonnenen Rohmilch herzustellen wurde früher ausschließlich in harter Handarbeit verrichtet.

Ziel war es, den Rahm, das nahrhafte Milchfett, über eine längere Zeit haltbar zu machen und zugleich eine streichfähige Form des Milchfettes, die Butter, zu erhalten.

Bei dem alten Handwerk der Buttergewinnung wird der Rahm durch Abschöpfen oder Zentrifugieren in festes Butterkorn und Magermilch getrennt.

Das Butterkorn wird dann zur Sauerrahmbutter für den häuslichen Eigenbedarf weiterverarbeitet.

Die Arbeitsschritte vom Melken bis zur Buttergewinnung waren mit viel Geduld und Kraft verbunden und gehörten zumeist in den Arbeitsbereich der Landfrauen.

Zeittypische Arbeitsgeräte hierbei waren Melkschemel, Rahmschüsseln, Zentrifugen und zur Butterherstellung hölzerne Butterfässer, Buttermodel, Butterlöffel und Butterknetbretter.

Die zunächst verwendeten Stoßbutterfässer wurden seit 1900-1920 von industriell hergestellten, liegenden und stehenden Drehbutterfässern verdrängt.

Mit Stößern, Stampfern oder Schlägern wurde die Buttermasse bearbeitet, mit speziellen Holzbrettern zu einer homogenen, cremigen Masse geknetet und anschließend in Holzmodel geformt.

Unscheinbare Bodenfunde zeugen von einer Milchverarbeitung vor 400 Jahren auf einer Waldglashütte im oberen Hellental.

Die durchlochten Keramikfragmente werden Käseabtropfschalen bzw. Käsesieben zugeordnet.

Sie sind archäologische Zeugnisse einer Milchverarbeitung bei landesherrlich erlaubter Weideviehhaltung, die zur Selbstversorgung der Glasmacherfamilien auf der frühneuzeitlichen Waldglashütte betrieben wurde.