Lagerung gebauchter Eichenholzfässer im Keller
Klaus A.E. Weber
Seit Jahrhunderten war Eichenholz wegen seiner Holzstruktur als masssives Hartholz der bevorzugte Werkstoff für Bier- und Weinfässer.
Eichenfässer konnten dauerhaften Beanspruchungen standhalten, da die dichten Jahresringe, die natürlichen Gerbstoffe (Tannine) sowie die feinporige Oberfläche das Eichenholz widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und mechanische Belastung machten.
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Gebauchtes Eichenfass Allersheim │ 1960er Jahre
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber
∎ Gebauchtes Eichenfass │ 53 Liter │ 1960er Jahre
Historisches Fass aus Eichenholz der Brauerei Allersheim für Fassbier
Fassdauben und Bodenbretter der Deckel aus Eichenholz, maschinengesägt
vier Fassreifen aus Eisen, nicht vernietet
seitlich ein offenes Spundloch mit Innengewinde
Metallbuchse als Zapfhahnloch
eingeschlagene Stempel auf dem oberen Fassdeckel:
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Fasszahl: 5861
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Volumenangabe: 53 l
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DR 5 │ 70 = Fasseichmarke: Eichbehörde, geeicht bis 1970
Maße:
- Höhe: 55 cm │ Umfang: 160 cm │ Durchmesser Deckel: 43 cm
Eichenholz, Eisen
[hmh Inv.-Nr. 1372
Das Barrique-Weinfass
Nutzung des Eichenholzfass im Weinbau und als Barriere im Straßenkampf

Im Gewölbekeller des Landmuseums
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Das Barrique
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wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Bordelaiser Küfern als ein kleines, leicht bauchiges Weinfass aus Eichenholz kreiert - vorwiegend zum Ausbau hochwertiger Rotweine bzw. bis heute von rotem Bordeaux-Wein, wobei die Eichenart großen Einfluss auf die Reifung des Weines hat
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wurde ursprünglich als ideales Ausbaubehältnis und als Maßeinheit für Rotweine des Weinbaugebietes Bordeaux angesehen, da es im Vergleich zu traditionellen Fasstypen wegen seiner geringeren Dimensionen eine größere Holzoberfläche in Bezug auf die enthaltene Flüssigkeitsmenge aufweist
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bietet dem Wein somit einen stärkeren Holz- und Sauerstoffkontakt, wobei Gerbstoffe (Tannine) aus dem Holz in den Wein abgegeben werden, wodurch die im Barrique gereiften Weine ihr unverkennbares Bouquet erhalten
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wird in der Regel bis zu drei Mal belegt und dann ausgemustert - wie das ausgestellte Eichenfass
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Wurde im Weinbau zum häufigsten verwendeten französischen Maß von Eichenholzfässern mit einem Fassungsvermögen, das man 1866 auf 223,34 Liter festlegte
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diente - mit Erde gefüllt - in der Julirevolution von 1830 als „Barriere“ in der Verteidigungsstrategie des Pariser Bürgertums gegen die Polizei des reaktionären französischen Königs Karl X. (Charles X Philippe, 1757-1836)
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diente nach einem alten Kupferstich auch als Teil einer „Straßenbarriere“ beim Aufruhr am 18. September 1848 in Frankfurt am Main
