Milchzentrifuge mit Handbetrieb
Klaus A.E. Weber
Milchzentrifuge
Deutsches Käsemuseum │ Nieheim
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Um Milch zu Butter zu verarbeiten, wurde das Aufrahmen durch Milchsatten im ersten Arbeitsschritt von der um 1877 erfundenen Milchzentrifuge ersetzt, die aus Rohmilch den für die Butterung benötigten Rahm erzeugte.
Durch die mechanische Milchzentrifuge, anfangs mit Handbetrieb, konnte die Milch schneller verarbeitet werden.
Carl Miele (1869-1938) und Reinhard Zinkann (1869-1939) gründen im Jahr 1899 in Herzebrock die namhafte Firma Miele zur Herstellung von Milchzentrifugen für die landwirtschaftliche Milchverarbeitung.
Dadurch das alte Handwerk der Milchtrennung in einer speziellen Zentrifuge (auch als Separator oder Milchschleuder bezeichnet) konnte mit Hilfe der Handzentrifuge bei gleichbleibender Qualität ein wesentlich höherer Fettgehalt als bei den Milchsatten gewonnen werden.
Beim Zentrifugieren wird das Prinzip der Massenträgheit genutzt, wobei man über einen großen, runden Zulaufbehälter von oben zugefügte warme Rohmilch im Inneren des Gerätes mittels einer Handkurbel in eine gleichförmige Kreisbewegung bei hoher Drehzahl versetzt.
Die durch die schnelle Drehbewegung erzeugte Zentrifugalkraft trennt den fetthaltigen Rahm von der fettärmeren Magermilch aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichten.
Während des Zentrifugierens kann der Rahm (Sahne) von der Milchflüssigkeit, der Buttermilch, problemlos über zwei aufsetzbare Abläufe getrennt in Gefäßen aufgefangen und der Rahm beispielsweise zu Butter weiterverarbeitet werden.
Die Geräte bestehen aus einem robusten gusseisernen Kurbelgehäuse mit Getriebe.
֍ Milchtrennung im Separator um 1930 │ Erzgebirge 2015/2016

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
∎ Milchzentrifuge │ 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Gusseisen, Edelstahl
Handzentrifuge │ Deensen
Standard-Werke G.m.b.H. Werl Kreis Soest (SWW)
(heute: Standard-Metallwerke Werl)
[hmh Inv.-Nr. 1175