Historische milchwirtschaftliche Arbeitsgeräte
Klaus A.E. Weber

Aus der Sammlung des regionalen Landmuseums
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Exponate in der Sonderausstellung
Zeittypische Hausgeräte bei der ländlichen Milchwirtschaft waren
a) zur Milchgewinnung
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Melkschemel
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Melkeimer mit Henkel
b) zur Butterherstellung
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Rahmschüsseln
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Zentrifugen
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Butterfässer
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Butterrührgeräte
- Buttermaschinen
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Buttermodel
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Butterlöffel
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Butterknetbretter
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Milchkannen
© [hmh, Foto: Mechthild Ziemer
Butterkorn und Buttermilch
Wird frisch gewonnene Rohmilch nicht verarbeitet, setzt sich nach längerem Stehenlassen in Milchsatten der fetthaltige Rahm der Milch durch Entmischung von selbst an der Oberfläche ab, da er am leichtesten ist.
Es folgte die manuelle, später die mechanisierte Abrahmung.
Den Rahm durch Abschöpfen oder Zentrifugieren in Butter und Magermilch zu trennen, war und ist der grundlegende Schritt zur Gewinnung von Frischbutter – als Streichfett.
Die historische Buttergewinnung erfolgte zunächst in speziell aus Holz konstruierten Stoßbutterfässern.
Die Stoßbutterfässer werden seit 1900-1920 von industriell hergestellten, liegenden und stehenden Drehbutterfässern verdrängt.
Indem der Rahm geschlagen, gestoßen oder gerührt wird, werden die Fettkügelchen des Milchfetts zerstört und die einzelnen Klümpchen zu einer Fettmasse zunehmend verdichtet.
Damit wird Milch als flüssige Fett-in-Wasser-Emulsion in Butter als feste Wasser-in-Fett-Emulsion überführt.
Beim Butterungsprozess entsteht durch Abtrennung der im Rahm enthaltenen Flüssigkeit, der Buttermilch, das feste Butterkorn zur Weiterverarbeitung.
Mit Stößern, Stampfern oder Schlägern wurde die Buttermasse bearbeitet und mit speziellen Holzbrettern zu einer homogenen, cremigen Masse geknetet.
Dadurch wurde die Buttermasse zusammengehalten, die man anschließend in Holzmodel formte.
Die Melkeimer
Der mit der Milchwirtschaft aufkommende Melkeimer ist ein Zeugnis des industriellen Zeitalters.
∎ Milcheimer │ um 1950
weiß emailliertes Blech
10 Liter
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1259
∎ Hölzerner, dreibeiniger Melkschemel │ um 1900
Massivholz halbrund
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1181
Milchzentrifuge
Zentrifuge (Separator) zur Trennung von Rahm (Sahne) und Magermilch (Buttermilch)
∎ Milchzentrifuge │ 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Milchzentrifuge mit Handbetrieb


Milchzentrifuge mit Handbetrieb
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber
∎ Hölzernes Drehbutterfass, liegend, halbrund │ um 1900
Kurbeldrehschleuder ohne Spundloch
Holz, Eisen
Hellental
Butterschleuder mit Handkurbel (Holzschlegel) und sich innen bewegendes hölzernes Schlagwerk (Schaufeln), befestigt an eiserner Welle mit Lager
[hmh Inv.-Nr. 1156


Butterschleuder mit Handkurbel und sich innen bewegendes hölzernes Schlagwerk
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber
∎ Hölzernes Stoßbutterfass │ um 1900
Holz, Fassreifen aus Eisen
Hellental
stehendes Fass mit Holzstempel (Stößel) und Holzdeckel
auf- und abgehender Stößer
[hmh Inv.-Nr. 1157
֍ Alles in Butter – Buttern mit dem Butterfass im Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren (Bauernhofmuseum)
∎ Hölzernes Stoßbutterfass │ um 1900
mit Holzstempel
Holz
regional
[hmh Inv.-Nr. 1172
∎ Stampfbutterkrug │ um 1920
Keramik, Holz
Odenwald
„Butterstößer“ mit Holzstempel (Stößel) und Holzdeckel
[hmh Inv.-Nr. 1249

Drehbutterglas │ Keramischer Stampfbutterlkrug
© [hmh, Foto: Mechthild Ziemer
∎ Butterglas/Butterrührgerät │ um 1950
Butterschleuder / Drehbutterglas
Glas, Metall
- Odenwald
- Region Holzminden
[hmh Inv.-Nr. 4164
֍ Buttern nach traditioneller Art │ Vorführung mit einem Butterrührgerät aus der Sammlung des Museums.
∎ Dreh-/Schlagbutterfass │ 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Miele-Buttermaschine C mit Handkurbel
Mielewerke Aktiengesellschaft │ Gütersloh / Westfalen
Dreh- oder Schlagbutterfass mit Handkurbel und Welle aus Buchenholz zur Weiterverarbeitung des mit Hilfe einer Zentrifuge gewonnenen Rahms zu Butter

Miele-Buttermaschine C mit Handkurbel
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
∎ Milchbecken │um 1950
mit geschältem Ast-Quirl
Keramik, Holz
Odenwald
[hmh Inv.-Nr. 5124
∎ Milchsatte/Rahmschüssel │ um 1950
auch Rahm-/Schmandpott
Keramik
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 5125
Milchsatten oder Rahmschüsseln zur Buttergewinnung, auch als Abrahm-, Aufrahm- oder Milchschüsseln bezeichnet, waren einst breite, flache Schüsseln mit weitem Durchmesser, die dazu dienten, frisch gewonnene Milch für mehrere Stunden ruhen zu lassen.
Aufgrund der Schwerkraft setzte sich der fetthaltige Rahm (Sahne) der Milch an der Oberfläche ab, der anschließend abgenommen wurde, um Butter als haltbares Milchprodukt herzustellen.
∎ Runde hölzerne Buttermodel │ um 1900
Hellental
innen mit eingetieften. teils floralen Schnitzereien zur individuellen Verzierung
[hmh Inv.-Nr. 1179
∎ Hölzerne Butterlöffel │ um 1900
Holz
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1180
∎ Butterlöffel/Portionierlöffel │ um 1950
Aluminium
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1258
∎ Hölzerne Butterknetbrett (Schläger) │ um 1900
Holz
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1181
∎ Butterschüssel │ um 1950
braun
Metall
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1260
Die Milchkanne
Bis in die 1950er Jahre hinein war für Milch in flüssiger Form die Milchkanne das bedeutendste Transportbehältnis.
∎ Milchkanne M. G. Markoldendorf │ um 1970
Eisen, verzinkt
Hellental
M. G. Markoldendorf │ Molkerei seit 1891
mit einsteckbarem Deckel │ für den Ab-Hof-Milchverkauf
[hmh Inv.-Nr. 1182
∎ Milchkannen │ um 1950
emailliertes Blech
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1186
∎ Kleine Milchkannen │ um 1960
Aluminium
Hellental
mit Henkel und einsteckbarem Deckel
[hmh Inv.-Nr. 1183