Bierberg und Burgberg bei Dassel

Klaus A.E. Weber

 

Südseite des Bierbergs │ November 2025

im Vordergrund die Körbersche Mühle an der Ilme

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Der Bierberg

Nordöstlich der Stadt Dassel befindet sich am Dasseler Becken der rund 270 Meter hohe Bierberg, aufgebaut aus Muschelkalk.

An seinem südlichen Fuß fließt die Ilme.

 

Blick auf den Burgberg │ November 2025

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Der Burgberg ("Borgberg") mit Wallburg

Der Burgberg mit seiner mittelalterlichen Burganlage auf dem Berggipfel nimmt eine besondere Bedeutung in der frühen Geschichte der Stadt Dassel ein, insbesondere vor dem Hintergrund, dass LETZNER [1] "fürs alters die Graffen von Dassel nahe bey dem Castell Dassel / auff einem Hügel / der Borgberg genant / sollen gewohnet und Hoff gehalten haben.

Der 306 m hohe, aus Muschelkalk aufgebaute Burgberg im Süden der Stadt Dassel wird von dem Bodendenkmal einer eher hoch- als frühmittelalterlichen Wallanlage charakterisiert.

Hier konnten Reste eines Burgplatzes mit einer halbovalen offenen Befestigung (100-120 m im Durchmesser) mit Burgwall und vorgelagertem, bis zu ca. 20 m breitem und bis zu 4 m tiefem Graben lokalisiert werden.

Es wird vermutet, dass sich hier wahrscheinlich der Stammsitz der Grafen von Dassel befunden hat, dem hingegen liegen aber keine Schrift- oder archäologischen Zeugnisse zur Baugeschichte vor.

Keramische Lesefunde lassen die abgegangene Burganlage in das 10. bis 14. Jahrhundert datieren.

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (Denkmalatlas Niedersachsen) geht davon aus, dass „der fehlende Ausbau zum Herrschaftssitz der Grafen von Dassel mit dem Erwerb von Nienover zusammenhängen dürfte sowie von der Tatsache, dass der Burgplatz den Anforderungen an eine moderne hochmittelalterliche Burganlage weder unter militärischen noch unter herrschaftssymbolischen Gesichtspunkten erfüllt“.[2]

 

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[1] LETZNER: Dasselische vnd Einbeckische Chronica. Das erste Buch/ Von den uralten Graffen zu Dassel. 5. Kapitel. 1596; siehe auch KAPPEN 2018, S. 67.

[2] siehe auch KAPPEN 2018, S. 66-68.