Leinenhandel und Warenvertrieb

Klaus A.E. Weber

 

Dem Warenhandel sind Leinenhändler zuzuordnen.

Aufgekauft wurde das Leinen vormalst hauptsächlich von den großen Firmen Floto in Dohnsen und Klingemann in Holzminden, die zugleich auch das Garn den Webern lieferten und die fertigen Produkte entgegennahmen.

 

Altendorf

In In Altendorf bei Holzminden bestand ehemals eine Leinwand- und Drellmanufaktur zur Produktion feiner Waren.[21] bei Holzminden bestand ehemals eine Leinwand- und Drellmanufaktur zur Produktion feiner Waren.[4]

 

Deensen

In Deensen war der Kaufmann Burghard Hilmar Campe mit dem Leinenhandel befasst.[1]

 

Merxhausen

Merxhausen erlebte während der norddeutschen Blütezeit des Leinenhandels im 18. Jahrhundert seine „größte Zeit”.

Die von Georg Dietrich Floto in Stadtoldendorf betriebene Manufaktur betrieb im 18. Jahrhundert in Merxhausen eine Niederlassung.

An die Blütezeit des Leinengewerbes und an den einst florierenden Leinenhandel erinnernd, trägt seit 1998 die alte evangelische Dorfkapelle in Merxhausen den Namen "Lydia-Kapelle".

 

Stadtoldendorf

Von den Leinenhändlern gelten die Kaufleute Floto in Stadtoldendorf als die bekanntesten.[2]

1765 hatte Georg Dietrich Floto in Stadtoldendorf eine Manufaktur "Weberei-Fabrique" von buntem Linnen und gefärbten Baumwollerzeugnissen begründet, deren Absatz hauptsächlich nach Holland ging.

Von da an begannen die lokalen Weber „auch auf eigene Hand buntes Linnen mit guten Mustern zu weben, was bis dahin nicht geschehen war“.[3]

 

Leinenausfuhrgewinn um 1800

Nach einem Bericht des Holzmindener Wochenblattes [7] wurde das Leggelinnen "in Gestalt großer Räder fest zusammengerollt, gepackt und auf der Weser nach Bremen, Hamburg und von beiden Orten nach Westindien und Amerika versandt … Aus dem Weserdistrikt können jährlich 130.000 Taler Leggelinnen geliefert werden."

Der Wert des herzoglich-braunschweigschen Leinenexportes wird für den Zeitraum um 1800 zwischen 250.000 - 300.000 Taler beziffert, also etwa 7 - 8,5 Taler pro Einwohner.[5]

Für die Dorf:Regiom könnte demnach der dörfliche Leinenausfuhrgewinn statistisch

  • für Merxhausen etwa 2.600 - 3.200 Taler

  • für Heinade etwa 2.000 - 2.500 Taler

  • für Hellental etwa 850 - 1.000 Taler

betragen haben.[6]

 

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[1] RAULS 1983, S. 134.

[2] TACKE 1943, S. 89.

[3] RAULS 1983, S. 135.

[4] KAUFHOLD 1983, S. 194.

[5] KAUFHOLD 1983, S. 194.

[6] Wie bei der Garnspinnerei beschrieben, so gibt es auch bei der Leinenweberei bislang keine verlässlichen Auskünfte darüber, welches tatsächliche Einkommen die hausgewerblichen Leineweber in den vier Dörfern erzielt haben.

[7] zit. in RAULS 1983, S. 134.