Zeitzeuge des Schmiedehandwerks: Harald Hahn


© Fotos: Harald Hahn
Harald Hahn wurde am 28. Dezember 1956 in Barfelde im Kreis Alfeld/Leine geboren.
Der in Hellental wohnende Harald Hahn ist einer der letzten offiziell geprüften Schmiede im Kreis Alfeld - bestandene Gesellenprüfung im Schmiedehandwerk nach § 31 Handwerksordnung in Alfeld am 12. März 1975.
Ausbildung & Qualifikation
Lehrzeit: 01. September 1972 bis 31. März 1975 im Betrieb des Schmiedemeisters Erich Oschmann in Gronau.
Berufsabschluss: Parallel dazu Abschluss als Metallhandwerker, was den historischen Wandel des Berufsbezeichnungsbildes dokumentiert.
Bedeutende Arbeiten in der Region
Klosterkirche Fredelsloh: Fertigung und Einbau der Rundbogenfenster aus Stahlrohr während der Kirchensanierung.
○ Technisches Detail: Einsatz einer eigens vom Meister entwickelten Biegevorrichtung, um die Radien ohne Profilverformung zu fertigen.
Kunstschmiedearbeiten in Gronau und Betheln: Herstellung individueller Treppengeländer, Tore und Zäune mit klassischen Zierelementen.
○ Technik: Einsatz der Feldschmiede vor Ort, um Details wie handgedrehte Trauben und geschmiedete Handlaufenden anzupassen.
Garten- und Landtechnik: Herstellung von Schwengelpumpen-Rohren (bis 6 m Tiefe) mittels Feuerschweißen, um die nötige Stabilität für das Einschlagen in das Erdreich zu gewährleisten.
Industriegeschichte & Innovation
Patente: Mitarbeit im Betrieb Oschmann während der Ära spezieller, patentierter Stahlgestelle für die Landwirtschaft, die durch eine Öl-Versiegelung vor Korrosion geschützt waren.
Familientradition: Zeitzeuge der Epoche, in der Großaufträge nur durch den unermüdlichen Einsatz der gesamten Schmiedemeister-Familie bewältigt werden konnten.