Arbeitsgeräte bei der Tierhaltung

Klaus A.E. Weber

 

Handbetriebene Schneidelade um 1900

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Häcksel- und Strohschneider

 

∎ Handbetriebene Schneidelade │ Häckselmaschine [1]

um 1900

Holz │ Gusseisen

Lobach

[hmh Inv.-Nr. 1254

Die kleinbäuerliche Häckselmaschine diente im 1900 in Lobach zum Zerkleinern von Haferstroh und Grünfutter.

Mit einem Holzgriff als Kurbel wurde die Schneidelade mittels eines mit zwei Messern versehenen Schwungrades bedient (Durchmesser: 106 cm).

Auf der Vorderseite der Schneidelade befinden sich zwei übereinander liegende Transportwalzen mit gekrümmten Zinken, die das in den Holzkasten (1,52 m lang) von Hand nachgeschobene Häckselgut zerkleinern – hier für Strohstücke von 9 cm Größe.

Eine Person legte das Haferstroh nacheinander in den Holzkasten.

Das große Schwungrad wurde von einer zweiten Person gedreht.

Die anfallenden Häcksel aus Haferstroh wurden in Lobach zum Füttern von Pferden oder Streustroh genutzt.

Im Münsterland wurde die Schneidelade in der traditionellen Landwirtschaft auch als Grünlade eingesetzt -  zum Zerkleinern von Grünfutter für Schweine.

 

∎ Messer eines Strohschneiders

um 1900

Hellental

Holz │ Eisen

[hmh Inv.-Nr. 1255

etwa 60 cm große, handgeschmiedete Messer einer kleinen Schneidelade für Stroh und Grünfutter

 

Futterbereitung im Futtergang

 

Handbetriebene Kartoffelquetschen │ um 1900-1950

Holzgestelle einer Futterquetsche [2]

Hellental

Holz │ Eisen

[hmh Inv.-Nr. 1256

Bei der alltagskulturellen Schweinefütterung in Hellental dienten die hölzernen Futterquetschen als Kartoffelquetschen, mit denen dämpfte Kartoffelknollen zerkleinert werden konnten.

Die Futterquetschen wurden über den Rand eines großen Holzfasses gelegt und mit einer unterhalb des Holzkastens angebrachten Handkurbel betrieben.

Am offenen Boden des Holzrahmens befindet sich eine eiserne Transportwalze mit spiralförmig angeordneten Eisenstiften.

Damit konnten die von oben in den mittig aufgesetzten Trichterkasten eingefüllten Kartoffelknollen mit Drehbewegungen zwischen den Eisenstiften der Walzenachse und den schrägen Seitenwänden des Kastens in das Futterfass gequetscht werden.

Die Kartoffelknollen waren zunächst in großen Kesseln vorgekocht worden.

 

Kartoffelgabel mit Holzstiel um 1950 [3]

Holz │ Eisen

Hellental

[hmh Inv.-Nr. 1256

Die Kartoffelforke besitzt neun gebogene eiserne Zinken mit abgestumpften, kugelförmigen Enden.

 

Melken von Hand

Das Handmelken war größtenteils eine von Frauen ausgeübte Tätigkeit zur  Milchgewinnung.

Die Männer hingegen waren zumeist für die Fütterung des Milchkuhbestandes zuständig.

 

∎ Dreibeiniger Melkschemel [4]

um 1900

Massivholz halbrund

Hellental

[hmh Inv.-Nr. 1184

 

∎ Melkeimer (Milcheimer) [5]

um 1950

Blech, emailliert │ Holz

Hellental

10 Liter

[hmh Inv.-Nr. 1185

 

∎ Große Milchkanne, verzinkt [6]

um 1960

Eisenblech, verzinkt

Deckel, zwei Tragegriffe

50 Liter

Hellental

[hmh Inv.-Nr. 1257

 

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[1] SIUTS 2002, S. 94-96, Tafel 47.4.

[2] SIUTS 2002, S. 96-97 Tafel 48.8.

[3] SIUTS 2002, S. 69-70. Tafel 33.11.

[4] SIUTS 2002, S. 133, Tafel 70.4.

[5] SIUTS 2002, S. 134, Tafel 71.12.

[6] SIUTS 2002, S. 134, Tafel 71.26.