Das Chorgestühl
Klaus A.E. Weber

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
In dem schlichten Langhaus des romanischen Westteils der Amelungsborner Klosterkirche befand sich einst das Chorgestühl für die Mönche, die sich sieben Mal am Tag zum Gotteslob trafen, beteten, sangen, hörten und schwiegen.
In der Blütezeit des Klosters war das Chorgestühl für etwa 90 Personen angelegt; es ist bedauerlicherweise nicht erhalten geblieben.
Hier hatte jeder Mönch seinen einzelnen festen Platz, volkstümlich bezeichnet, seine „Stalle“, was nicht nur einen geordneten und schweigenden Einzug ermöglichte, sondern zugleich auch die Hierarchie innerhalb des Konvents spiegelte: vom Abt und vom Prior ausgehend waren die Plätze absteigend nach Eintrittsalter angeordnet.
Das heutige hölzerne Chorgestühl befand sich vormals in der Michaeliskirche in Hildesheim und ist im Mittelschiff der Kirche aufgestellt, geöffnet zum Altarraum im Osten.

Das heutige Chorgestühl
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber