Das Mahlen mit Steinen im Knien
Klaus A.E. Weber

Korn mahlende Dienerin │ Altes Reich
5. Dynastie │ ca. 2435-2306 v. Chr.
Rijksmuseum van Oudheden │ Leiden
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Mühsame Verarbeitung von Getreidekörnern zu Mehl
Die ernährungsphysiologisch relevanten Inhaltsstoffe der Getreidekörner über die Verdauungsorgane aufzunehmen setzte voraus, dass das nahezu unverdauliche rohe Korn zerkleinert bzw. gemahlen wurde
Bereits aus der frühen Zeit der Menschheitsgeschichte gibt es erste Nachweise dafür, dass wilde Samen und Getreidekörner unter Zuhilfenahme von Steinen als Werkzeuge mühsam zerrieben, zerstoßen, gestampft oder gequetscht wurden.
Im Laufe der steinzeitlichen Entwicklung entstand eine eher unergiebige Mahltechnik unter Verwendung des Mahlsteins, bestehend aus zweiteilig geformten Steinen, die nur auf dem Boden kniend zu bedienen waren
-
der festliegende, untere Bodenstein
- der manuell geführte, kleinere obere Mahlstein (Reibekugel).
So kommen parallel mit der Entwicklung des Ackerbaus Mahlsteine auf, die zur Mehlgewinnung fast 5000 Jahre lang genutzt wurden.
Dabei wurden die ersten kultivierten Getreidesorten, wie Emmer oder Einkorn, mit Hilfe eines kleineren Läufersteins als Werkzeug zerrieben.

Mahlstein und Läufer │ Umgebung von Fulda
Vonderau Museum Fulda
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Reibplatte mit Reibstein │ Frühe Jungsteinzeit │ 5600 v. Chr.
Naturhistorisches Museum Wien
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

Mahlstein mit Läufer, Felsgestein
5500-5000 v. Chr. │ Linienbandkeramik
Geithain, Landkreis Leipzig
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Mahlstein mit Malmulde und Läuferstein
Museum für Archäologie Schloss Gottorf │ August 2016
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Mahlstein mit Malmulde und Läuferstein
Europäisches Brotmuseum Ebergötzen │ April 2017
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber