Das Museum als Ort demokratischer Kultur

Museumsleitung

 

Die Kultur ist ein wesentlicher Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Kultureinrichtungen, wie die Museen, stehen inmitten einer komplexen Gemengelage aus gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungsprozesse, die von gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender Demokratiefeindlichkeit, parteipolitischer Instrumentalisierung und zunehmender ökonomischer Unsicherheiten gekennzeichnet sind.

Historisch mühevoll errungene und erkämpfte Werte einer freiheitlichen Demokratie befinden sich europa- und weltweit auf dem Prüfstand und werden systematisch durch Machthabende massiv bedroht.

Dabei steht die herausragende Bedeutung von Kultureinrichtungen als Fundament einer demokratischen Gesellschaft zunehmend im Fokus, vor allem angesichts wachsender Herausforderungen durch antidemokratische Bewegungen und politischen Anfeindungen.

In einer Zeit in der die Kulturentwicklung und das gesellschaftliche Zusammenleben und friedliche Miteinander in bunter Vielfalt durch die Machtübernahme von Oligarchen und durch den rechten Staatsstreich radikaler Privatunternehmer gefährdet ist, muss unsere freiheitliche Demokratie mit ihrem Grundgesetz nicht nur geschützt, sondern ihre Widerstandsfähigkeit nachhaltig gestärkt werden.

Verwurzelt im gemeinsamen kulturellen Erbe ist für Museen die Frage nicht mehr nur, was sie bewahren und vermitteln, sondern wie sie lernen, kraftvoll und mutig mit dem Wandel positiv umzugehen und die Zukunft aktiv zu gestalten – mit Dialog, Neugier, Reflexion und Innovation.

Unser Museum als politischer Ort demokratischer Kultur nimmt bei der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen seine Arbeit als Kulturakteur eigenständig mit Haltung und Meinungsfreiheit wahr, um im offenen und kreativen Dialog zur Entwicklung von kritischem Geschichtsbewusstsein beizutragen.

 

Angriffe auf Kultureinrichtungen durch antidemokratische Kräfte

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Kunst und Kultur in Niedersachsen [1]

Kunst und Kultur sind elementare Bausteine offener und demokratischer Gesellschaften.

In einer Zeit der Erschütterung, in der sich die Welt radikal ändert, ist das ein hohes Gut, denn Kunst und Kultur schaffen Orte der Begegnung, der gesellschaftspolitischen Debatte und lebendiger Demokratie.

Die Begegnung mit Kunst und Kultur stärkt die Persönlichkeit sowie das Selbstbewusstsein und das solidarische Miteinander.

Kunst und Kultur sind gerade in Zeiten, in denen demokratische Gewissheiten infrage stehen Orte, um notwenige Veränderungsprozesse auszuhandeln.

Kultur ist darüber hinaus ein harter Standortfaktor, schafft Arbeitsplätze und ist ein wichtiger Baustein im regionalen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Gefüge. …

Gerade in den ländlichen Räumen sichern Kultureinrichtungen und Kulturschaffende mit ihrer Arbeit nicht nur die kulturelle Grundversorgung, sondern sind Diskurs- und Versammlungsorte, Projekt- und Ausstellungsräume sowie Impulsgeber für zukunftsweisende Projekte. …

Eine lebendige und breite Kulturlandschaft braucht Museen, … und sich stetig neu entwickelnde Formate.“

 

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[1] aus dem Koalitionsvertrag zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) Landesverband Niedersachsen und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen. 2022–2027. Kunst und Kultur in Niedersachsen, S. 78-82.