Industrialisierung und Kapitalismus

Klaus A.E. Weber

 

֍ Die Eisenbahn - Motor des Fortschritts

ZDF 2023 │ ARTE Ausstrahlung am  05. September 2026

Seit etwa 200 Jahren gibt es die Eisenbahn – sie wurde zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel der Menschheitsgeschichte.

Die Bahn revolutionierte den Transport und demokratisierte das Reisen.

Doch ihre Geschichte hat auch eine dunkle Seite: Sie war Werkzeug der Kolonialmächte und diente den Deportationen nach Auschwitz.

Der Dokumentarfilm begibt sich auf eine Reise durch über 200 Jahre Eisenbahngeschichte und zeigt, wie grundlegend dieses Transportsystem die Welt verändert hat.

1830 wird die erste reguläre Eisenbahnstrecke in England eingeweiht.

Von hier aus beginnt ihr einzigartiger Siegeszug, der Gesellschaften, Landschaften und Städte von Grund auf verändern und ganze Länder vom Agrarstaat ins Industriezeitalter katapultieren wird.

Indem sie den Transport von Waren und Personen revolutioniert, wird die Eisenbahn zum Katalysator der Industrialisierung und spielt eine Rolle bei der Verbreitung des Kapitalismus.

Zugleich demokratisiert sie das Reisen.

Menschen aller Gesellschaftsschichten haben nun erstmals die Möglichkeit, neue Orte zu entdecken und kulturelle Grenzen zu überwinden.

Dabei gibt es aber auch dunkle Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn.

Als Werkzeug der Kolonialmächte zeigt sie sich als eine zerstörerische Technologie zur Ausbeutung fremder Länder.

Sie trägt zur Industrialisierung des Krieges bei, indem mit ihr Truppen und Material effizienter denn je transportiert werden.

Verschwiegen werden darf auch nicht, dass die Eisenbahn den Massenmord an den Juden in den Konzentrationslagern der Nazis erst ermöglicht hat.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert erlebt sie eine ungeahnte Renaissance durch Hochgeschwindigkeitszüge, die als Symbol für Effizienz und Nachhaltigkeit stehen.

Sie wird wohl auch weiterhin unsere Welt prägen.

Aber welche Herausforderungen bringt die Zukunft dieser einzigartigen Technologie?

 

Das Freiburger «Funi»: Die Abwasserbahn [1]

Seit 125 Jahren fährt das «Funiculaire» in der Stadt Freiburg mit erneuerbarer Energie der besonderen Art: mit Abwasser.

Das denkmalgeschützte «Funi» ist ein wichtiger Zeitzeuge der Freiburger Industrialisierung.

 

«Wir verhandeln nicht, wir verkaufen nicht, wir gehen nicht!» [2]

Vor 80 Jahren haben die Bewohner von zwei Schweizer Bergtälern zwei riesige Stauseeprojekte verhindert.

In Rheinwald setzte sich eine frühe Bürgerbewegung durch.

Im Urserental brauchte es einen handfesten Krawall.

Erstmals wies damit das Volk die Technik in Schranken.

 

Schmerzmittel auf dem Frühstücksbrot [3]

In den 1960er-Jahren kam es zu einem massiven Anstieg von Nierenerkrankungen im Jurabogen.

Es waren die Folgen des jahrzehntelangen Schmerzmittelkonsums unter den Uhrenmacherinnen und Uhrenmachern der Region.

 

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[1] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 06. September 2024 von Thomas Weibel, Journalist und Professor für Media Engineering an der Fachhochschule Graubünden und der Hochschule der Künste Bern.

[2] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 15. Mai 2026 von Helmut Stalder, Historiker, Publizist und Buchautor mit Schwerpunkt Wirtschafts-, Verkehrs- und Technikgeschichte.

[3] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 15. Mai 2026 von Bettina Kurz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kultur-Historischen Museum Grenchen.