UNSER MUSEUM │ Ort der Begegnung und Geschichte
Museumsleitung
Nach ASSMANN [1] ist ein "kulturelles Gedächtnis" das Ergebnis unablässiger, intensiver kultureller Arbeit, wobei er weiter ausführt:
"Die Gesellschaft braucht ein Gedächtnis, wie der Einzelne eins braucht: um zu wissen, wer wir sind und was wir erwarten können, um uns zu orientieren und zu entwickeln."
Dabei ist Kultur „dieses vielstimmige Gespräch über Generationen hinweg, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch widerstreitende Erzählungen verbindet".[2]
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Unter dem Heimat- und Geschichtsverein für Heinade-Hellental-Merxhausen e. V. wurden im Oktober 2019 zwei historische Fachwerkgebäude zu Museumshäusern unter dem Dach des ehrenamtlich geführten Historischen Museums Hellental als regionales LandMuseum für Geschichte, Archäologie und Alltagskultur im Solling zu einem Kultur- und Bildungsort zusammengeführt.
Das regionale LandMuseum im Solling ist
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ein qualifiziertes Museum des Sachgebietes »Historisches und archäologisches Museum«
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ein Ort des Wissens und des Lernens und der kulturellen und demokratischen Bildung
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ein Ort der gesellschaftlichen Begegnung, des Staunens, Erinnerns und Wohlfühlens
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ein Teil der regionalen kulturellen Grundversorgung
- ein lernendes Museum.
Unser LandMuseum versteht sich im Dienst der Gesellschaft als attraktiver und relevanter Wissens-, Wohlfühl- und Entdeckungsort, als Ort des Austausches, der Ruhe und Entschleunigung, der historisch-politischen Bildung und Begegnung sowie als Ort der Kultur und Demokratie.
Unser LandMuseum hat zum Ziel, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, offen zu bleiben für Veränderung und gemeinsam mit anderen Museen zu wachsen.
Als historisches Museum mit wissenschaftlichem Anspruch haben wir gegenüber unseren Besucher*innen die Verantwortung, ausgehend vom derzeitigen Fachwissen, die Themenbereiche korrekt darzustellen.
Dabei müssen wir offen und ehrlich sagen, dass wir aufgrund der nur begrenzt verfügbaren historischen und archäologischen Quellen über viele Aspekte damaligen regionalen Lebens wenig oder mitunter auch nichts wissen.
Wir wollen einzig, aber nicht artig sein!
Wir sind eine gemeinschaftsstiftende Kulturinstitution, für die gilt:
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Kultur ist ein öffentliches Gut
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Kultur ist ein zentrales Fundament unserer demokratischen Gesellschaft
- Kultur ist vielfältig
Unser regionales LandMuseum ist Teil der regionalen Daseinsvorsorge sowie ein Ort des Erlebnisses, des Entdeckens, der Freude und des Nachdenkens.
Es versteht sich daher als gesellschaftlicher und sozialer Treffpunkt, der lebendigen Begegnung, des Miteinanders und des Austauschs, an dem ein Überblick über regionale historische Epochen angeboten wird.
Dabei ist entscheidend, dass eine unabhängige Museumsarbeit erhalten bleibt.
Auf den Fundamenten demokratischer Grundwerte ruhend, ist das LandMuseum ein weltoffener Ort, wo es keinen Platz für Bedrohung und Diskriminierung jedweder Art gibt.
Unser LandMuseum steht ein für ein friedliches und verständnisvolles, von gegenseitigem Respekt und von Wertschätzung geprägtes Miteinander aller Menschen und Kulturen.
Vor diesem Hintergrund ist unser LandMuseum ein Ort der historisch-politischen Bildung, Kultur und Demokratie, indem es
- mit politischer und öffentlicher Wirksamkeit im Auftrag und im Dienst einer stabilen, demokratischen Gesellschaft arbeitet
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sich als Kultureinrichtung versteht, die regionales und lokales Kulturerbe bewahrt
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Wissen über die regionale und lokale Vergangenheit und Gegenwart vermittelt
- bestrebt ist, Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen
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tritt es für eine stabile vielfältige und demokratische Gesellschaft ein
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sich für Versachlichung und Verständigung in der Gesellschaft einsetzt.
Blick in die Vergangenheit, um dem kulturellen Erbe eine Zukunft zu geben
Seit Jahrhunderten nutzten Menschen die bewaldete Mittelgebirgslandschaft des Sollings als vielfältige natürliche Ressource und prägten sie zu einer frühen Gewerbelandschaft.
Neben seiner forstwirtschaftlichen Nutzung erlangte der Solling für die Glasherstellung in mittelalterlichen Wanderglashütten, später in ortsfesten Glashütten, eine besondere kulturhistorische Bedeutung.
Hieraus entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch staatlich geförderte Arbeitsimmigration die für die vorindustrielle Epoche typische Zuwanderungssiedlung Hellental.
»SPURENSICHERUNG WALD│GLAS│DORF« ist der Titel der Sammlungsausstellung, die den Zeitraum von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts umfasst - ergänzt durch Fokus-Ausstellungen.
Ein Ausstellungsrundgang führt in beiden Museumshäusern durch die regionale Identität und Vielfalt der Geschichte und Kultur im Umfeld des Hellentals - von der mittleren Steinzeit bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Erfassung der historischen Glashüttenstandorte um Umfeld des Hellentals ist eine der zentralen Aufgaben des Historischen Museums Hellental im Solling.
Im Depot des LandMuseums werden Objekte und Objektgruppen der Sammlung aufbewahrt.
Zudem werden Keramikfragmente zur Restaurierung in der Werkstatt vorbereitet.
Wo es etwas zu bewahren, zu entdecken und zu erleben gibt
Als authentischer Speicher des kulturellen Gedächtnisses stellt sich das LandMuseum der Aufgabe, das regionale materielle und immaterielle Erbe zu erforschen, zu sammeln, zu bewahren, zu interpretieren und auszustellen.
Dabei soll das LandMuseum als Begegnungsort zwischen Arbeit und Zuhause, als Ort kultureller Teilhabe und Bildung das Erbe an nachfolgende Generationen weiterreichen, erfahrbar und sichtbar machen, auch im Hinblick auf den Diskurs um die kulturelle Identität und Diversität im dörflichen Landleben.
Hierfür wird der Wissensstand fortlaufend überprüft, überarbeitet und ergänzt.
In dem Museumsleitbild wird das Selbstverständnis und die Wegbestimmung des LandMuseums definiert mit dem Ziel, eine langfristig verlässlich und dauerhaft arbeitende Kultureinrichtung in Südniedersachsen zu sein.
Tag des Offenen Denkmals® am 08. September 2013
Sabine Tippelt, Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages
mit Museumsleiter Dr. Klaus A.E. Weber
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[1] ASSMANN 2018.
[2] BENHABIB 2016 zitiert in ASSMANN 2018.