Blick in die Dauerausstellung WALD|GLAS|DORF

Klaus A.E. Weber

 

Glas & Brot: Wissen, Geduld, Kreativität, Teamwork

Im Rahmen der Dauerausstellung »Vom Wald zum Glas zum Dorf im Solling« wird gezeigt, dass traditionelle Glasfertigung und traditionelles Brotbacken ein gemeinsames Merkmal charakterisiert: Wissen, Geduld, Kreativität und Teamwork.

 

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

ALTES GLAS

Vom Orient zum Okzident

  • Eine kleine Zeitreise durch die spannende Kulturgeschichte des Glasmacherhandwerkes, exemplarisch veranschaulicht anhand von originalen und nachgebildeten Formgefäßen vorrömischer, etruskisch-griechisch-römischer, mittelalterlicher und neuzeitlicher Trink-, Schenk- und Vorratsgefäße.

 

GLAS

Waldglas im Hellental

  • Auswahl von Befunden und Funden verschiedener Standorte mittelalterlicher bis neuzeitlicher Waldglashütten im Umfeld des Hellentals
  • Hellental als markanter Ort der Jahrhunderte währenden Glasgeschichte des Sollings - einem Kernraum europäischer Glasherstellung - mit frühesten Zeugnisse des archäologischen Sachguts mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Glashütten im "Alten Tal der Glasmacher".
  • Wanderarbeit von Waldgläsnern prägte einst die mittelalterliche und neuzeitliche Glasherstellung und -bearbeitung im Umfeld des Hellentals.
  • Ein mittelalterliches glastechnisches Highlight ist die Rekonstruktion eines relativ kleinen Glashafens (Glasschmelztiegel) einer Waldglashütte im Hellental um 1200.

  • Ein frühneuzeitliches glastechnisches Highlight ist die in ganzer Länge erhaltene Glasmacherpfeife (Eisen) einer Waldglashütte aus dem 1. Drittel des 17. Jahrhunderts.

  • Vor dem Hintergrund einer originalgetreuen Nachfertigung des Wanfrieder „Tellers mit dem Falkenmotiv“ von 1605 unterstreicht der besondere Bodenfund polychrom bemalter Werrakeramik mit Ritzdekor auf einer frühneuzeitlichen Glashütte weitläufige Handelsbeziehungen und den Wohlstand eines Hüttenmeisters im Hellental.

 

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

BROT

Gemeindebackhaus mit Steinbackofen

  • Im 18. Jahrhundert erlangte auch das Brot als Hauptbestandteil der sich wandelnden Nahrungsgewohnheit eine zentrale Bedeutung in der Ernährung.

  • Die im 19. Jahrhundert anwachsende ländliche Bevölkerung musste ihr Brot in gesonderten, fremden Backöfen backen lassen, wenn kein Brotkauf möglich war.

  • Den steigenden Brotbedarf konnten Lohnbäckereien als Gewerbebetriebe abdecken, indem der Brotteig zuhause zubereitet und gegen Entgelt in der Lohnbäckerei gebacken wurde.

  • Ein lebendiges volkskundliches Zeugnis eines zentralen Dorfbackhauses als Lohnbäckerei mit staatlich konzessioniertem Steinbackofen im ehemals braunschweigischen Weserdistrikt ist das kulturhistorisch bedeutende Gemeinde-Backhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert und dessen dörfliche Nutzungshistorie, basierend auf der herzoglichen Verordnung von 1744 durch Carl I. im Rahmen des "Fürstlichen Landesausbaus" im 18. Jahrhundert.