GLAS & BROT im Solling

Klaus A.E. Weber

 

Drei Themenbereiche - kompakt präsentiert

In dem teilrestaurierten Hellentaler Dorfbackhaus des frühen 19. Jahrhunderts werden im Ausstellungsprojekt WALD│GLAS│DORF auf 112 m² drei Themenbereiche kompakt präsentiert.

Der Themenbereich "ALTES GLAS" führt in einer Zeitreise zwischen Orient und Okzident durch historische Epochen des Kulturgutes Glas.

Ein Rundgang durch den Themenbereich "GLAS IM SOLLING" vermittelt Einblicke in die Geschichte des „Alten Tals der Glasmacher", wo archäologische Spuren vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit dessen glashistorisches Erbe bezeugen.

Wenn der alte Museumsbackofen aufgeheizt und frisches Brot auf traditionelle Weise gebacken wird, steht im Vordergrund der alltagskulturelle Themenbereich "BROT IM SOLLING".

Hier können Museumsbesucher*innen der seit 1744 verpflichtenden Einrichtung von Gemeinde-Backhäusern unter Herzog Carl I. nachgehen.

 

© Historisches Museum Hellental, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

ALTES GLAS

  • Kleine Zeitreise durch die spannende Kulturgeschichte des Glasmacherhandwerkes - Exemplarisch veranschaulicht anhand von originalen und nachgebildeten Formgefäßen vorrömischer, etruskisch-griechisch-römischer, mittelalterlicher und neuzeitlicher Trink-, Schenk- und Vorratsgefäße.

 

GLAS IM SOLLING

  • Auswahl von Befunden und Funden verschiedener Standorte von Waldglashütten im Umfeld des Hellentals
  • Hellental als markanter Ort der Jahrhunderte währenden Glasgeschichte des Sollings - einem Kernraum europäischer Glasherstellung - mit frühesten Zeugnisse des archäologischen Sachguts mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Glashütten im "Alten Tal der Glasmacher".
  • Wanderarbeit von Waldgläsnern prägte einst die mittelalterliche und neuzeitliche Glasherstellung und -bearbeitung im Umfeld des Hellentals.
  • Rekonstruktion eines relativ kleinen Glashafens (Glasschmelztiegel) einer mittelalterlichen Glashütte im Hellental um 1200
  • Vor dem Hintergrund einer originalgetreuen Nachfertigung des Wanfrieder „Tellers mit dem Falkenmotiv“ von 1605 unterstreicht der besondere Bodenfund polychrom bemalter Werrakeramik mit Ritzdekor auf einer frühneuzeitlichen Glashütte weitläufige Handelsbeziehungen und den Wohlstand eines Hüttenmeisters im Hellental.

 



© Historisches Museum Hellental, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

BROT IM SOLLING

  • Im 18. Jahrhundert erlangte auch das Brot als Hauptbestandteil der sich wandelnden Nahrungsgewohnheit eine zentrale Bedeutung in der Ernährung.

  • Die im 19. Jahrhundert anwachsende ländliche Bevölkerung musste ihr Brot in gesonderten, fremden Backöfen backen lassen, wenn kein Brotkauf möglich war.

  • Den steigenden Brotbedarf konnten Lohnbäckereien als Gewerbebetriebe abdecken, indem der Brotteig zuhause zubereitet und gegen Entgelt in der Lohnbäckerei gebacken wurde.

  • Ein lebendiges volkskundliches Zeugnis eines zentralen Dorfbackhauses als Lohnbäckerei mit staatlich konzessioniertem Steinbackofen im ehemals braunschweigischen Weserdistrikt ist das kulturhistorisch bedeutende Gemeinde-Backhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert und dessen dörfliche Nutzungshistorie, basierend auf der herzoglichen Verordnung von 1744 durch Carl I. im Rahmen des "Fürstlichen Landesausbaus" im 18. Jahrhundert.

  • BACKLabor

 

Fürstlich rote Tafeln

Eine kleine Auswahl der fürstlich roten Tafeln der Ausstellungen

  • Arbeit, Holz und Porzellan. Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel und die Wirtschaftspolitik im 18. Jahrhundert. Der Weserdistrict [1]

  • Spurensuche in der Kulturlandschaft - Wirtschaftsförderung im Weserbergland vor 300 Jahren [2]

aus dem Jahr 2013 wird im Museum im Backhaus des HISTORISCHEN MUSEUMS HELLENTAL präsentiert - mit den Themen [2]

  • Herzog Carl I. │ S. 7-15

  • Sandgrube bei Lenne │ S. 40-41

  • Backhaus Hellental │ S. 44-45

 

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[1] Thomas Krueger: Arbeit, Holz und Porzellan. Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel und die Wirtschaftspolitik im 18. Jahrhundert. Der Weserdistrict. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg. 23. März bis 06. Oktober 2013. Holzminden 2013.

[2] Thomas Krueger, Hilko Linnemann: Spurensuche in der Kulturlandschaft. Wirtschaftsförderung im Weserbergland vor 300 Jahren. Mit Fotos von Jörg Mitzkat. Holzminden 2013.

[3] SAMTGEMEINDE STADTOLDENDORF 2008, S. 53.