Brot als "Geschenk der Natur"

Klaus A.E. Weber

 

Rekonstruierter Holzbackofen Anno 1607

Europäisches Brotmuseum │ Ebergötzen │ April 2017

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Dorfbäckerei um 1910

LWL-Freilichtmuseum Detmold │ Juli 2008

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Das älteste von Menschen zubereitete pflanzliche Grundnahrungsmittel in einem Backofen herzustellen hat eine über 6.000-jährige Kulturgeschichte.

Das Brot als "Geschenk der Natur" ist seit vielen Jahrtausenden ein elementarer Bestandteil menschlicher Ernährung.

Brot zählte auch in der Antike zu den Grundnahrungsmitteln.

Dabei bestimmte gerade die Erfindung des Backofens frühzeitig die Entwicklungsgeschichte des Brotbackens.

 

Bemaltes Holzmodell einer ägyptischen Brotträgerin

Mittleres Reich (1980-1760 v. Chr.)

Rijksmuseum van Oudheden │ Leiden │ April 2023

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Noch bis in die frühe Neuzeit hinein wurden im ländlichen Raum die Brote in einem kuppelförmigen, holzbeheizten Lehmofen gebacken.

Dem Kapitel "Vonn etlich Backwerck" aus der Veröffentlichung "Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält" von FAHRENKAMP [2] sind wiederentdeckte mittelalterliche Backrezepturen zum Ausprobieren hinterlegt.

 

Mittelalterlicher "Getreidetopf" │ Kloster Arendsee │ 12. Jahrhundert

September 2011

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Im 18. Jahrhundert erlangte das Brot als Hauptbestandteil der sich wandelnden Nahrungsgewohnheit eine zentrale Bedeutung in der Ernährung, so auch im Solling.

Aus dem Hauswerk des (Brot-)Backens entwickelte sich bei zunehmender Nachfrage ein produzierendes Handwerk mit Spezialistentum, das Handwerk des Bäckers.

Eine Darstellung des traditionellen bäuerlichen Backens in Westfalen und der Backgeräte für die Zeitspanne 1890-1930 findet sich bei SIUTS [1].

 

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[1] SIUTS 1982, S. 195-202, Tafel 109-114.

[2] FAHRENKAMP 2012, S. 37-38, 134-142.