Beste Asche = bestes Glas

Klaus A.E. Weber

 

Holzasche

Einhergehend mit einem Rezepturwechsel wurde im frühen Mittelalter das neu etablierte Holzascheglas zum bestimmenden Glastyp in Mitteleuropa.[6]

Die Qualität des Hozascheglases war insbesondere von der Qualität der aus den reichlich vorhandenen Waldbeständen gewonnenen Holzasche in der Zusammensetzung des Gemenges abhängig.[4]

Letztlich entwickelte sich vor diesem Hintergrund der Aschehandel zu einem lukrativen Wirtschaftsfaktor.

 

„Waldasche“ │ „Hausasche“

Bei der Glasherstellung war Pflanzenasche (Holzasche vornehmlich aus Buchenholz [11]) als alkalisches Flussmittel (Netzwerkwandler), andernorts auch Fichten- oder Salinenasche, ein wesentlicher Gemengezusatz für die Glasschmelze.

Etwa ab dem 17. Jahrhundert wurde als ausgelaugte Holzasche die "Bottaschen" (Extraktion von Kaliumcarbonat, K2CO3) als Flussmittel genutzt.[1][5][8][12][20]

Noch bis in das späte 17. Jahrhundert hinein wurde in den Glashütten des Spessarts, wie in allen anderen Mittelgebirgsregionen, ausschließlich mit bestimmten Sorten von Holzasche im Gemenge gearbeitet.[9]     

 

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[1] umfängliche und quellenkritische Darstellung bei LOIBL 1996.

[4] LOIBL 1996, S. 79-156.

[5] TRIER/NAUMANN-STECKNER 2016, S. 161.

[6] BLÜBAUM/FISCHER 2011, S. 24-28.

[8] REINER 2004, S. 37-47.

[9] REINER 2004, S. 40-41.

[11] Buchenstammholz (teuer), aber auch Äste und Zweige.

[12] ALMELING 2006, S. 34-36.

[20] VOHN-FORTAGNE 2016, S. 179-183.