Glashütte "Köhlerrinne"

Klaus A.E. Weber

 

{HtGM 1-5}

427 m üNN

13. Jahrhundert │ ab etwa 1200

 

Lage:

Koordinaten der Fundstelle und eingemessene GPS-Daten sind beim Verfasser und bei der Kommunalarchäologie hinterlegt

  • Steinbeckshai
  • Forstabteilung: 56 VII Merxhausen
  • Forstamt Neuhaus │ Forstort: Pottbusch
  • DGK 5 Nr. 4123 – 28 Pottbusch

 

Fundstellen-Nummer:

  • FStNr. HtGM 1-5

 

Archäologische Datierung:

  • Vorläufige Datierung: 13. Jahrhundert │ ab etwa 1200

 

Nach STEPHAN [2]: 73 - jüngere Betriebsphase, vermutlich nach der Betriebsphase der Glashütte "Am Steinbeckshai" - bedarf noch der näheren Klärung

"Im Steinbeckshai, einem Forstort unmittelbar neben der angrenzenden Flur Köhlerrinne im nördlichen Hochsolling zwischen Schießhaus und Hellental, liegt unter Nadelwald in etwa 427 m NN auf der Nordseite an einer heute nur periodisch Wasser führenden wenig ausgeprägten Erosionsrinne ein ungewöhnlich ausgedehnter Fundbereich mit 2 größeren Öfen von etwa 4,5 m Durchmesser in 30 plus 27 m Entfernung.

Dies machte eine gleichzeitige Nutzung höchst unwahrscheinlich.

Demnach liegt mutmaßlich der höchst seltene Fall der erneuten Nutzung fast genau des alten Standortes vor.

Funde der typischen Relikte von Schmelzöfen, Häfen, Glastropfen und zahlreiche Bruchstücke grauer und gelber Irdenware sichern die Datierung der älteren Phase in den Jahrzehnten um 1200, während die der jüngeren noch näher zu klären bleibt."

 

Fundumstand:

  • prospektiert

 

Ausdehnung:

-

 

Zustand:

  • durch Wegebau überlagert und zerstört

 

Befunde/Interpretation:

  • am ehesten Ein-Ofen-Anlage



Der vermutete mittelterliche Glashüttenplatz liegt zwischen dem Bergdorf Hellental und dem Weiler Schießhaus im nordöstlichen Hochsolling, rund 30 m + 27 m vom Hüttenstandort der Glashütte "Am Steinbeckshai" entfernt.

  • Finder: 03. August 2008 Dr. Klaus A.E. Weber, Christel Schulz-Weber (Hellental) [1]

 

Fundumstände

  • völlige Einebnung und durch Wegebau weitgehend überbaut
  • an der Köhlerrinne, nach Nordosten abfallendes Gelände ca. 430 m üNN, forstwirtschaftlich als Fahrweg befestigt
  • Areal in der Nähe der Glashütte „Am Steinbeckshai“ an der „Köhlerrinne“/Forstfahrweg

 

Mittelalterliche Glashütte „Köhlerrinne“

am Rand des heutigen, überlagerten Forstfahrweges

Prospektionen: April 2008 ⃒ August 2008

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Fundobjekte

mehrere feuergerötete Steinfragmente, teilweise oberflächlich mit Glasschmelze überzogen, verziegelter Lehm sowie eine Scherbe grauer Gebrauchskeramik, auch rot verziegelte, teils verglaste Ofensteine [1]

 

I Objektgruppe Glas

  • keine Hohl- oder Flachglasscherben

 

II Objektgruppe Keramik

 

Technische Keramik

  • Scherben technischer Keramik konnten bislang nicht gefunden werden

 

Gebrauchskeramik

  • 1 Fragment graue Irdenware

 

Mittelalterliche Glashütte „Köhlerrinne“

Scherbe einer grauen Irdenware (Kugeltopf)

Prospektion im August 2008

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

III Objektgruppe Metall

  • -

 

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[1] WEBER 2011/2012, S. 8-17.

[2] STEPHAN 2010, S. 526.