Exil │ Flucht │ Vertreibung
Klaus A.E. Weber
Exil │ Zwangsmigration
Deutsches Exilarchiv 1933-1945
Eine besondere Aufgabe des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main liegt in der Sammlung und Erschließung der gedruckten und ungedruckten Zeugnisse der deutschsprachigen Emigration und des Exils der Jahre 1933 bis 1945.
Flucht und Vertreibung
Flucht und Vertreibung sind die Folge des von NS-Deutschland begonnenen Angriffs- und Vernichtungskriegs – des Zweiten Weltkriegs (1939.1945).

Flüchtlinge und Vertriebene
Inszenierung im Ostpreußisches Museum │ Lüneburg
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Eines der Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen und Vertriebenen war Niedersachsen, das bis 1949 etwa 1,8 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten aufnahm - das entsprach etwa einem Viertel der bisherigen Bevölkerung.
„25 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung haben familiäre Wurzeln in den ehemals östlichen deutschen Reichs- und Siedlungsgebieten.“[1]
Der hier weitgehend ländlich-agrarisch geprägte Raum wies eine bessere Lebensmittelversorgung auf.
Zudem war die Wohnraumsituation aufgrund der relativ intakt gebliebenen Infrastruktur weitaus weniger katastrophal als jene in den kriegszerstörten Städten.
Für das Jahr 1950 betrug der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen an der Bevölkerung im Landkreis Holzminden 32,7 %.
Anfängliche Hilfsbereitschaft, aber auch Ablehnung begleiteten die aufgenommenen Flüchtlinge und Vertriebenen.
Das Zusammenwachsen in der Bevölkerung sollte jedoch Jahrzehnte dauern.
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Das Museum Friedland im historischen Bahnhofsgebäude
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Friedland: Abschied │ Ankunft │ Neubeginn
Migration als Folge des Zweiten Weltkrieges
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Zivilpersonen: Geflüchtete │ Ausgewiesene │ Evakuierte │ Rückwandernde │ Vertriebene │ Displaced Persons
- Entlassene Kriegsgefangene
Das auf Anordnung der britischen Militärverwaltung am 20. September 1945 in der britischen Besatzungszone eröffnete Grenzdurchgangslager bzw. Transitort Friedland war Folge des vom Deutschen Reich begonnenen und als Vernichtungskrieg geführten Zweiten Weltkrieges, der 60 Millionen Menschen das Leben kostete und am Ende zur massenhaften Zwangsmigration führte.
In zwei großen Entlassungsaktionen werden zwischen 1953 und 1956 die letzten deutschen Kriegsgefangenen von der Sowjetunion entlassen und betreten die medial als ein politisches und gesellschaftliches Großereignis inszeniert die „Bühne Friedland“.
Dabei wird nur selten systemkritisch die individuelle Rolle im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Nationalsozialismus öffentlich thematisiert.
Das Museum Friedland zeigt Migrationsgeschichten an einem einzigartigen (Transit-)Ort, dem Grenzdurchgangslager Friedland.
Die Dauerausstellung "Fluchtpunkt Friedland" bietet Einblicke in die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers.
֍ Virtueller Museumsrundgang
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
„Bühne Friedland“
Entlassene Kriegsgefangene
Mit zwei großen Entlassungsaktionen werden zwischen 1953 und 1956 die letzten deutschen Kriegsgefangenen von der Sowjetunion entlassen und betreten die medial als ein politisches und gesellschaftliches Großereignis inszenierte „Bühne Friedland“.
Dabei wird nur selten die individuelle Rolle im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Nationalsozialismus öffentlich thematisiert.

Einbecker Morgenpost vom 23. Februar 1956
© Historisches Museum Hellental
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[1] Deutscher Museumsbund 2018, S. 13.
