Der Solling - Seit Jahrhunderten ein Wirtschaftswald

Klaus A.E. Weber

 

Waldkomplexe Wiesentäler und Moorgebiete Kulturlandschaft

Eine Kulturlandschaft ist eine vom Menschen gestaltete Landschaft, deren ökonomische, ökologische, ästhetische und kulturelle Leistungen und Gegebenheiten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, die eine kontinuierliche Entwicklungsdynamik gewährleistet und langfristig geeignet ist, Menschen als Heimat zu dienen.“[4]

 

Rotbuchenwald (Fagus sylvatica) im Solling

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Eiche (Quercus) im Solling │ Mai 2020

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Eichenallee bei Neuhaus im Solling │ Juni 2021

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

"ABRIS DES SOLLINGS"

gezeichnet von Johannes Krabbe 1603

Das Blatt 11 des historisch wie kartografisch bedeutenden Kartenwerkes des Sollings von 1603 zeigt den von Johannes Krabbe gezeichneten

  • "ABRIS DES SOLLINGS, mit seinen Bärgen, Gründen, und vornemsten Heüptwegen, auch Bächen und Brunnen, und denen darin verzeichnete Iagten, Auff des Hochwirdigen Durchleüchtigen Hochgebornen Fürsten und Herren, herren Henrichen Iulii Bischoffs zu Halberstad und Herztogen zu Braunschweig und Lunaburg, gnedigen beuel, verfertigt. Anno Christi 1603" [1].

 

"Sullinck waldt" 1630

Um 1630 wurde in einer großen Landkarte [5] der Landgrafschaft Hessen-Kassel unter Wilhelm V. von Hessen-Kassel ("Hassia Landgraviatus") der dicht bewaldete Solling als "Sullinck waldt" kartiert.[5]

 

"Solling sylva" 1645 und 1654

In der Landkarte des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel von 1645 wird der bewaldete Solling als "Solling sylva" ausgewiesen.

Hierbei handelt es sich um einen altkolorierten Kupferstich von Henricus Hondius (1597-1651), Kupferstecher, Kartograph und Verleger in Amsterdam, mit kolorierten Schmuckkartuschen: „Hassia Landgraviatus. Illustrissimo Pricipi ac Domino D. Wilhelmo Di gratia Lantgravio Hassiae, Comiti in Catzenelnbogn, Diez, Siegenhaim et Nidda, Hanc accuratißimam totius Haßiae tabulam dedicat consecratque Henricus Hondius.“

Der Kupferstich der Karte "Ducatus Brunsuicensis fereque Lunæburgensis Cum adjacentibus Episcopatibus Comit. Domin. etc." (Herzogtum Braunschweig) weist den Solling um 1654 als "Der Solling sylva" aus.[5]

 

Kartenausschnitt: "Der Solling sylva"im Herzogtum Braunschweig um 1654 [5]

 

Naturräumlich wird das Hellental im Solling von den beiden Höhenzügen

  • "Großer Ahrensberg" (524 m)
  • "Große Blöße" (529 m)

als den höchsten Erhebungen des Mittelgebirges flankiert (Hochsolling).

 

Landschaft, Natur und Geschichte - zum Kennenlernen

Zahlreiche Angebote mit unterschiedlichen Themenkreisen rund um den Glasmacherort und das Sollingtal Hellental bereichern für naturräumlich wie kulturhistorisch interessierte Entdecker das touristische Angebot.

So gehört der Besuch des waldumsäumten Grünlandtals sicherlich zu den schönsten Erlebnissen im südniedersächsischen Weserbergland.

Als lokal erlebbares "kulturhistorisches Gedächtnis" umfassen verschiedene Standorte die Landschaft und Geschichte des Hellentals.

Zugleich eröffnet sich auch ein interessanter Bezug zur Entwicklung, regionalen und lokalen Identität und Gegenwart des einzigartigen Sollingtals.

 

[3]

 

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[1] NLA WO, K 202.

[2] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 01. Juli 2022 von André Perler, Dialektologe und Historiker und arbeitet als Mundartredaktor bei SRF.

[3] in LESSMANN 1984, S. 74-77.

[4] 3sat Mediathek, Sendung vom 27. April 2017.

[5] MERIAN 1654.

[6] Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 164 - Eike <von Repgow> - Heidelberger Sachsenspiegel — Ostmitteldeutschland, Anfang 14. Jh.