Nicht nur Porzellan

Klaus A.E. Weber

 

Kaurischnecken

Museum Schloss Fürstenberg

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Die kleine Kaurischnecke und das Porzellan

Bevor es Geldscheine oder Münzen gab, haben Menschen z. B. mit Kaurischnecken bezahlt.

Die Schnecken wurden oft auf Schnüre gezogen, damit man sie leichter zählen und handeln konnte.⁠⁠

Wie unser Münzen heute, waren sie schwer zu fälschen, eher selten, handlich und beständig.

Schon ab 1500 v. Chr. wurde die Kaurischnecke als Zahlungsmittel genutzt.

Heute gelten sie als frühestes globales Zahlungsmittel.

Das heutige chinesische Schriftzeichen für Geld ist der Form einer Kaurischnecke nachempfunden.⁠“[5]

Der italienische Name für die kleinen Kaurischnecken (Cypraeidae), auch als Porzellanschnecke bezeichnet, führte zu der Bezeichnung „Porzellan“.

 

Gutes Porzellan zu schätzen wissen

Das seit jeher sehr beliebte Porzellan aus China wurde in Schatzkammern europäischer Höfe gesammelt und zur Schau gestellt.

Das Arkanum, das Geheimnis der einzelnen Stoffe und Verfahren für die Porzellanherstellung, wurde in China lange Zeit streng geheim gehalten.

Erst im 18 Jahrhundert konnte in Europa das Geheimnis der Porzellanherstellung gelüftet werden, für die

benötigt wird.

Die genauen Mischverhältnisse sind bis heute gut gehütete Geheimnisse.

Im Jahr 1710 wurde in Meißen die erste europäische Porzellanproduktionsstätte - die „Königlich-Polnischen und Kurfürstlich-Sächsischen Porzellan-Manufaktur“ - eingerichtet.

Ihr folgte im Jahr 1746 die Höchster Porzellan- und Fayencemanufaktur- als Kurfürstlich mainzische Porzellanmanufaktur.

Die blau bemalten Höchster Fayencen ahmten die eleganten chinesischen Vorbilder nach.

Das erste Porzellan aus China war im 17. Jahrhundert über den Seehandel der Niederländischen Ostindien-Kompanie in das Weserbergland (Höxter) gelangt.

Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (reg. 1735-1780) gründete im Jahr 1747 auf dem ehemaligen Jagdschloss in Fürstenberg an der Weser die ersten Betriebsanlagen seine fürstlichen „Porcellain-Fabrique“.

 

Blau-Weiss - Meissener Porzellan

Die Porzellanmanufaktur Meissen (Königliche Porzellan Manufaktur) wurde 1710 gegründet.[1]

Die erste Produktionsstätte war ab Juni 1710 die Albrechtsburg.

 

Porzellan-Kaffeetasse mit Untertasse │ 1858 – ca. 1900

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

∎ Kaffeetasse mit Untertasse

blau bemalt, restaurierte Henkel-Tasse und hohe Untertasse mit Körbchen-Relief, dekoriert mit Vogelmotiv und Fantasiefiguren in kobaltblauer Unterglasurmalerei (Chinoiserie)

1858 – ca. 1900 [2]

Hartporzellan

waagrechter Schleifstrich unter der Schwertermarke: Zweitsortierung (II. Wahl)

Tassenunterseite: kobaltblaue Aufschrift: [a. ? verwischt] 9443 △, Prägezeichen: 15

[hmh Inv.-Nr. 5126

 

Porzellan-Wandteller │ Motiv "Albrechtsburg in Meißen"

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

∎ Wandteller │ Albrechtsburg in Meißen

Porzellan-Manufaktur Meißen

Porzellan gegossen, glasiert

Goldrand

Motiv in Kobaltblau │ Aquatinta

Dm.: 17,5 cm

[hmh Inv.-Nr. 5141

 

Unternehmen Rosenthal

Im Jahr 1879 gründeten Max und Philipp Rosenthal eine Werkstatt für Porzellanmalerei im oberfränkischen Schloss Erkersreuth.

Weißporzellan bezogen die beiden Brüder von der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther im benachbarten Selb.

 

∎ Kaffeekanne „Höroldt-Arkadien“

elfenbeinfarbene Kaffeekanne aus der Porzellanserie „Hoeroldt Arkadien“ von Rosenthal, „Classic Rose Collection“ der Rosenthal Group Germany, Selb.

historische Motive des klassischen Porzellanmalers Johann Gregorius Höroldt (1696-1775) auf der klassischen Porzellanform Sanssouci

charakteristische Stilelemente des Rokoko mit beschwingter Form, verspielte Reliefs, romantische Szenen

Modelleur Karl Bayreuther (1891-1953)

Fassungsvermögen: 1,2 l

Gesamthöhe: 25 cm

[hmh Inv.-Nr. 5164

 

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Von Beginn an hat die Porzellanmanufaktur Fürstenberg mit ihrem Manufakturporzellan die Kulturgeschichte des Porzellans mitbestimmt.[3]

 

Fragmente irdener, stapelbarer Brennkapseln

Funde aus den archäologisch im alten Fürstenberger Brennhaus freigelegten Resten der ältesten erhaltenen Porzellanbrennöfen Europas

 

Obertasse Fürstenberg │ um 1820

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

∎ Obertasse Fürstenberg │ um 1820

Biedermeier │ Sinnspruch-Tasse „Noch oft kehre der heutige Tag zurück“

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Golddekor

Bodenmarke: F 29

[hmh Inv.-Nr. 5168

 

Andenkenschale Krankenhaus Holzminden │ 1973

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

∎ Andenkenschale Fürstenberg │ Ev. Krankenhaus Holzminden 1933-1973

Porzellanmanufaktur Fürstenberg 1973

⦰ 11,2 cm

[hmh Inv.-Nr. 5172

 

Kaffeetassen CARL300

herausgegeben anlässlich der 300. Wiederkehr des Geburtstages von Herzog Carl I. im Jahr 2013: CARL300

Hartporzellan

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

  • verschiedenfarbiges Bildnis von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (um 1735)

  • Anweisung vom 11. Januar 1747 zur Fortsetzung der Arbeiten zur Porzellanherstellung

[hmh Inv.-Nr. 5068

 

Kaffeetasse EXPO 2000 „Mensch–Technik–Natur“

Exklusiv von Fürstenberg zur ersten Weltausstellung in Hannover Deutschland 2000

Hartporzellan

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

[hmh Inv.-Nr. 5072

 

Vase 1401/12 Pop-Kultur

1960er Jahre (1968)

Hartporzellan

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Design: Ernst August Sundermann (1925-2008) [3]

roter Standfuß farblich vom weißen schalenförmigen Kelch getrennt

[hmh Inv.-Nr. 5064

 

Porzellan-Bierkrug │ Fürstenberg

2. Hälfte 20. Jahrhundert

Hartporzellan

 

Vase Modell-Nr. 1276/2 │ 1957

Hartporzellan

Spritzfond

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Porzellanmodelleur Walter Nitzsche (1907-1979) │ 1940/1960er Jahre Werksmodelleur in der Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Höhe: 25,5 cm │ Boden-Nr. 1276/2 │ "F" 7

[hmh Inv.-Nr. 5118

 

Vase Form 1276/2

Porzellanmanufaktur Fürstenberg │ 1957

Porzellanmodelleur Walter Nitzsche

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Schale mit Fonddekor │ um 1950

handgemaltes florales Fonddekor

Hartporzellan

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

S 201 Poe.

Heinrich Brennecke

[hmh Inv.-Nr. 5063

 

Fonddekor „S 201“ │ Chrysantheme

Technik der „Porzellanradierung“

Dekor: Heinrich Brennecke │ um 1950-1955

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Zum Vergleich: Vase „S 201“ │ Chrysantheme

Technik der „Porzellanradierung“

Dekor: Heinrich Brennecke │ um 1950-1955

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Butterdose Fürstenberg blau

handgemaltes Rose

Entwurf um 1930 │ Ausformung um 1950

Hartporzellan │ weiß

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

 

∎ Deckel-Dose │ Blumen-Motiv

Schmuckdose, Bonboniere

Hartporzellan │ weiß, bemalt

[hmh Inv.-Nr. 5120

 

Sauciere Solitude

Hartporzellan, weiß

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

[hmh Inv.-Nr. 5077

 

Fisch-Servierplatte

Hartporzellan │ weiß, unbemalt

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

[hmh Inv.-Nr. 5121

 

Kaffee- und Teekanne │ um 1938

Service Seriengeschirr Form 644 "Schloss Fürstenberg"

Hartporzellan

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Entwurf: Hubert Griemert

[hmh Inv.-Nr. 5074

 

◨ Kaffeeservice Fürstenberg │ ab 1949

Form Modellnummer 650

Goldrand │ Olivenknauf

Glattporzellan

18-teilig

[hmh Inv.-Nr. 5116

 

Kaffeeservice Fürstenberg Form 650 Goldrand

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

◨ Kaffeeservice, Form 639

Hartporzellan

teils mit rotem Rand

Entwurf 1934

Ausformung teils 1947

[hmh Inv.-Nr. 5099

 

Kaffeegesellschaft │ 1770

Alltagskultur des 18. Jahrhunderts

familiär anmutende Porzellan-Figurengruppe

Porzellanmanufaktur Fürstenberg

[hmh Inv.-Nr. 5076

 

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[1] KRABATH 2011, S. 16-43.

[2] RÖNTGEN 2007, S. 191.

[3] ENGELKE 2011, S. 191 Abb. 170.

[4] SIEMEN 1995, S. II-53 – II-62.

[5] Newsletter (HMF-News) des Historischen Museums Frankfurt vom 11. Juni 2026.