Farbkräftig bemalte gotische Glasscheiben im Durchlicht

Klaus A.E. Weber

 

Reste einer ehemals prachtvollen gläsernen Bilderwand

Nach WENTZEL [13] handelte es sich bei der Gestaltung des Nordfensters der Amlungsborner Klosterkirche ehemals um den „ausführlichsten Zyklus zur Genealogie Christi der deutschen Glasmalerei“.

Wie GÖHMANN [14] ausführt, befanden sich „unter gotischem Maßwerk, indem Christus und Maria als einzige neutestamentarische Figuren untergebracht waren (…)“, spitzovale Medaillonfenster „auf vier Bahnen, zu je 15 Zeilen geordnet, 60 heilsgeschichtliche Vorfahren Christi in Anlehnung an die Genealogien der Evangelisten (Matthäus (Mt 1, 1-17) und Lukas (Lk 3, 23-38) (…).“

 

Fenster der Tauf- und Beichtkapelle

Oktober 2018

Leuchtend im Glas:

Kleidung, Gesichter und Ornamente

12 spitzovale gläserne Medaillons mit

bärtigen, thronende Männern,

umrankt mit Weinlaub

14. Jahrhundert (um 1360)

restauriert 1956

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Zwölf alttestamentarische Figurentypen der "Wurzel-Jesse-Darstellung"

Aus dem nördlichen Querschiff des Klosters überstanden, ohne Schaden zu nehmen 12 zuvor ausgebaute Glasscheiben die Kriegseinwirkungen des Zweiten Weltkrieges und sind seit 1966 im südlichen Chorseitenschiff fest eingebaut..

Dargestellt sind 12 alttestamentarische Figuren in Weinranken-Medaillons, die aus einem Stammbaum-Christi-Zyklus stammen, „der bis 1838 noch aus 60 Scheiben bestand“.[17]

Heilsgeschichtlich sind - bei einheitlicher Anordnung der Bildelemente und der Reduzierung der Figuren auf wenige Grundtypen - mit kräftiger, leuchtender Farbgebung und teilweise flüssiger Schwarzlotzeichnung der Gewänder, Haarlocken, Bärte und Weinranken bärtige Männer auf Thronbänken sitzend in mandorlaförmigen Rankenmedaillons, aus denen Weinblätter in die jeweils vier freien Zwickel der Hochrechtecke abzweigen, dargestellt - hergestellt vermutlich unter Verwendung von Schablonen.[14]

Mit Ausnahme der Darstellung des Königs David, tragen alle anderen Figuren ein Namensband und einen spitzen Hut, den Judenhut.,

 

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David [1][15]

König David, ausgewiesen durch

Krone und seine Harfe

oberste Reihe

zweite Scheibe von links

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Enoch [2]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Enos [3]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 


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Isaak [4]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Jakob [5]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 


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Jareth [6]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Joachim [7]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 


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Judas [8]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Noah [9]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Obed [10]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Salomo [11]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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Sem [12]

in der Hand fließendes Schriftband

mit dem Namen

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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[1] MÜLLER 1996, S. 14-17.

[2] MÜLLER 1996, S. 50-53.

[3] MÜLLER 1996, S. 42-45.

[4] MÜLLER 1996, S. 30-33.

[5] MÜLLER 1996, S. 34-37.

[6] MÜLLER 1996, S. 46-49.

[7] MÜLLER 1996, S. 22-25.

[8] MÜLLER 1996, S. 38-41.

[9] MÜLLER 1996, S. 54-57.

[10] MÜLLER 1996, S. 10-13.

[11] MÜLLER 1996, S. 18-21.

[12] MÜLLER 1996, S. 26-29.

[13] WENTZEL 1965, S. 145.

[14] GÖHMANN 1996, S. 60.

[15] König David. Annäherung an die Überlieferung einer alttestamentarischen Symbolgestalt. In: OSTERMANN/SCHRADER 1985, S. 107-128.

[16] HUMBURG/SCHWEEN 2000. Katalog Nr. 136.1, S. 431; Nr. 136.2, S. 433; Nr. 137.1-4, S. 434.

[17] HUMBURG/SCHWEEN 2000, S. 434.