Gebrauchskeramik │ Glashütte "Bremer Wiese"

Klaus A.E. Weber

 

Irdenware

 

Kugeltopfmaterial aus roter, gelber und grauer Irdenware als Koch- und Vorratsgefäße

Weitere Lesefunde zeigen uneinheitlich gebrannte, stark zerscherbte unglasierte rote, gelbe und vor allem graue Irdenware, teils mit Randscherben (vermutlich kugelbauchige Keramikformen), die eine Datierung der Glashütte um 1200 erlauben.

 

Zwei mit Drehriefen verzierte, doppelkonische Spinnwirtel

Am Hüttenstandort konnten als Alltagsgegenstände ein dunkelgrauer sowie ein hellgrauer, aus Ton auf einer Drehscheibe stufig abgedrehter Spinnwirtel (Irdenware mit Drehriefen) doppelkonischer Zweckform freigelegt werden:

  • Höhe: 16 mm │ Durchmesser Wirtelkörper: 27 mm │ Durchmesser Bohrung: 7 mm

Die Bodenfunde der Irdenware bezeugen als Schwungmasse den Gebrauch frei hängend betriebener Handspindeln zur Garnherstellung resp. Fadenzwirnung auf der mittelalterlichen Glashütte, wo Frauen um vor Ort textiles Handwerk auszuüben.

Beide Einzelfunde können als Beleg dafür herangezogen werden, dass auch auf dem mittelalterlichen Hüttengelände Glasmacher gemeinsam mit ihren Familien in der Nähe der Ofenanlage gewohnt und gearbeitet haben.

Im Hinblick auf einen vermuteten Klosterhüttenstandort des Zisterziensklosters Amelungsborn vergleiche die Spinnwirtel des späten 12. bis frühen 14. Jahrhunderts [1] aus der Grangienwüstung Rozedehusen des 1140 gegründeten Zisterzienserklosters Hardehausen im benachbarten westfälischen Erzbistums Paderborn [2].

 

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[1] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 126  Abb. 3, 257 Kat. 89.

[2] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 311.