Wikinger-Kultur: Fladenbrot │ Met und Bier

Klaus A.E. Weber

 

Feuerstelle mit Kuppelbackofen im Wikingerdorf

August 2016

Wikinger Museum Haithabu [7]

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Händler, Krieger, Abenteurer, Entdecker des frühen Mittelalters

Im Frühmittelalter zwischen der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts bis Anfang des 11. Jahrhunderts beherrschten Nordeuropa die Wikinger (ca. 800-1100 n. Chr.).

Zu den bedeutendsten frühmittelalterlichen Siedlungen und frühurbanen Handelszentren der Wikingerzeit zählte einst Haithabu mit Hafenbereich am westlichen Ende des Ostsee-Seitenarms Schlei bei Schleswig.

Spätestens um 770 gegründet, war Haithabu ein Hauptumschlagsplatz für den Handel zwischen Skandinavien, Westeuropa, Nordseeregion und Baltikum.

 

Zubereitung von Fladenbrot im Wikingerdorf

August 2016

Wikinger Museum Haithabu

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Fladenbrot

Neben Fladenbrot spielten vorrangig Grütze und Brei in der Ernährung der Wikinger als Kohlenhydrat-Lieferanten eine besondere Rolle.

Das Backen (bei ca. 250° C) von Fladenbrot ohne Treibmittel wird zudem angenommen.[2][3]

Dies erforderte eine langfristige Getreidelagerung, wobei folgende Getreidearten in der urbanen Siedlung Haithabu nachgewiesen werden konnten:[2][3]

  • vierzeilige Spelzgerste

  • Roggen

  • Saathafer

  • Zwerg- und Saatweizen

  • Rispenhirse.

Im wikingerzeitlichen Skandinavien war Gerste eine der häufigsten Getreidearten.

 

Wikingerzeitliche Mahlsteine

Das Mahlen von Getreide zu Grütze und Mehl

Spätestens im 11. Jahrhundert gelangte als Importware ein scheibenförmiger Mahlstein aus Glimmerschiefer mit rundem zentralem Achsenloch in das wikingerzeitliche Fernhandelszentrum Haithabu.[1]

Bekannt sind zudem mehrere Basaltlava-Mühlensteine als Läufersteine und Unterlieger (Handmühlen), importiert aus der Vulkaneifel (Mayen).[4]

Ein Mahlpatz in situ konnte 1937 mit einer gerahmten Lehmplatte nachgewiesen werden.[4][5]

 

Fladenbrot backen am offenen Herdfeuer

rekonstruierte Siedlung Haithabu  ⃒  9.-11. Jahrhundert

Kuppelbackofen mit Mahlsteinen

Haithabu-Haus "Herberge" (Haus 7)  ⃒  um 874

Kuppelbackofen im Außenbereich

August 2016

Wikinger Museum Haithabu

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Bier und Met [6]

Wie zahlreiche archäologische Funde zeigen, tranken die Wikinger gerne Bier und Met (Honigwein), der in der nordischen Mythologie besonders bedeutsam war.

Bei Grabungen in Haithabu wurden große Mengen an Hopfen gefunden.

Dem rituellen oder besonders festlichen Getränk Met wurde Mädesüß aus der Familie der Rosengewächse zur Geschmacksverstärkung zugesetzt, um dann in teils schmuckvoll verzierten Trinkhörnern getrunken zu werden.

 

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[1] MAIXNER 2012, S. 155 Abb. 176.

[2] SCHIETZEL 2014, S. 293.

[3] BEHRE 1983.

[4] SCHIETZEL 2014, S. 290-291.

[5] JANKUHN 1936.

[6] Anschauliche Darstellung bei LAUWIGI 2014, S. 88.

[7] Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen.