Glas und Mosaike │ Mosaikglas ("Glassteine")

Klaus A.E. Weber

 

Byzantinisches Mosaikglas

Cattedrale di Santa Maria Nova │ Monreale

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Neben dem griechischen ist das römische bzw. byzantinische Mosaikglas hervorzuheben:

 

I Boden- und Wandmosaike

 

Dionysos-Mosaik │ Köln

Das „Dionysos-Mosaik“ (Römisch-Germanisches Museum) ließ ein reicher und mächtiger Römer in Köln um 220-230 n. Chr. im Speisesaal anlegen.

Bei dem Mosaikboden wurden grüne und blaue Steinchen als Abfallprodukte aus der römischen Glasindustrie in Köln eingearbeitet.[3]

 

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Römischer Mosaikboden

„Dionysos-Mosaik“ │ Köln │ 1. Hälfte 3. Jahrhundert

Ausschnitt: Pfau mit Frucht im Schnabel, das Gefieder ist aus Glasmosaiksteinen gelegt [15][54]

Untergeschoss │ Römisch-Germanisches Museum Köln

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Orpheus-Mosaik │ Mainz

 

Römischer Mosaikboden │ „Orpheus-Mosaik“ │ Mainz │ 3. Jahrhundert

Ausschnitt: Orpheus mit der Kithara und Tieren

Landesmuseum Mainz │ Februar 2019

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Der rekonstruierte 5,76 x 5,35 m großen Mosaikboden gilt als das größte, jemals in Mainz gefundene antike römische Fußbodenmosaik, bestehend aus über 320.000 Steinen, ergänzt um fehlende Stücke.

Der Mosaikboden stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. und zierte eine römische Stadtvilla in Mainz.

Im Zentrum ist der berühmteste Sänger der griechischen Mythologie Orpheus mit der Kithara, einem siebenseitigen Musikinstrument, dargestellt, peripher befinden sich rekonstruierte Darstellungen von wilden Tieren.

Ein weiteres Beispiel eines Bodenmosaiks mit Orpheus und Tieren (Glas und Stein│1,9 x 1,9 m) befindet sich in Frankreich, um 150-200 n. Chr. [40]

 

Militärhafen von Classis │ Ravenna

 

Römisches Mosaik mit Glassteinen │ spätes 5. oder frühes 6. Jahrhundert

Ausschnitt: Darstellung des Militärhafens von Classis

Kirche Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna

Nachbildung im Museum für Antike Schifffahrt RGZM Mainz

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

II Mosaike in Kircheninnenräumen

 

Cattedrale di Santa Maria Nova │ Monreale

Christlich-byzantinisches Goldmosaik mit Goldglas │ Stiftermosaik, 11. Jahrhundert:

Maria als Theotokos, vom Kirchenstifter Kaiser Justinian umgeben │ Jesus Christus als Pantokrator aus der Hagia Sophia, Istanbul [46]

 

Normannisch-arabisch-byzantinischer Baustil mit prunkvollen byzantinischen Mosaiken

Cattedrale di Santa Maria Nova

Monreale │ Sizilien │ um 1183

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Christus als Pantokrator Christusmosaik im Apsisgewölbe des Altarraumes (Hauptapside)

 

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Apsisgewölbe mit Christus als Pantokrator Cattedrale di Santa Maria Nova (Normannendom)

Monreale │ Sizilien │ um 1183

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Cattedrale San Salvatore │ Cefalù

 

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Apsisgewölbe mit Christus als Pantokrator

Cattedrale San SalvatoreCefalù │ Sizilien │ um 1148

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

III Mosaike an Kirchenfassaden und Kircheninnenräumen

 

Markusdom (Basilica di San Marco) │ Venedig

Um die besondere, lichtbrechende byzantinische Ausstrahlung zu erzeugen, wurden für die farbigen Details und Figuren biblischer Szenen mit Goldhintergrund der großen Mosaikflächen der Basilica di San Marco zumeist kleinste, handgefertigte Tesserae verwendet.

Die Mosaike aus dem 11.-13 Jahrhundert zeugen von der reichen kulturellen und künstlerischen Tradition von Byzanz und dem tiefgreifenden Einfluss, den das Byzantinische Reich auf Venedig, denn viele Mosaike wurden von byzantinischen Meistern geschaffen.

Die Tesserae bestehen aus

  • echtem Blattgold

  • buntem Glas (Glashütten von Murano)

  • verschiedenen Natursteinen (Porphyr, Serpentin)  und Marmorsorten

Hauchdünne Blattgoldplättchen wurden zwischen zwei Glasschichten (dickere Trägerschicht, dünne Schutzschicht) eingeschmolzen.

 

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Porta Sant’Alipio San Marco │ um 1265

Westfassade des 829 begonnenen und 1094 vollendeten byzantinischen Sakralbaus

Markusdom (Basilica di San Marco) │ Venedig

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

San Frediano │ Lucca

 

Christus als Pantokrator  │ 13. Jahrhundert, ergänzt im 19. Jahrhundert

goldenes Himmelfahrtsmosaik auf der Fassadenkrönung

Kirche San Frediano aus dem 6. Jahrhundert │ Lucca

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

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[3] FISCHER/TRIER 2014, S. 218-221.

[13] TRIER/NAUMANN-STECKNER 2016, S. 37.

[40] CAMPBELL 2018, S. 170.

[46] CAMPBELL 2018, S. 258-259.

[54] DIETRICH 2013, Abb. 6.