14 ABGEFÜLLT UND PROSIT!

Klaus A.E. Weber

 


© Historisches Museum Hellental, Foto: Mechthild Ziemer

 

Bei der Getränkeindustrie und beim Getränkekonsum spielen Hohlgläser nach wie vor eine hervorragende Rolle, da sie luftdicht, geruchlos wie auch geschmacksneutral und wiederverwertbar sind.

Zudem gewähren Glasgefäße, wie insbesondere Glasflaschen, interessante Einblicke in die jeweils vorherrschende Geschichtsepoche.

 

„In Erinnerung an meine Dienstzeit“ │ um 1888

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

„In Erinnerung an meine Dienstzeit“ während des Dreikaiserjahres 1888

Der Hellentaler Waldarbeiter Friedrich Julius Georg August Roloff (1867-1954) diente von 1887-1889 als Soldat in der 7. Kompanie des Herzoglich Braunschweigischen Infanterie-Regiments Nr. 92 (1867-1893), also während des Dreikaiserjahres 1888 - Regierungszeit von Wilhelm I. 1871–1888, Friedrich III. 1888 und Wilhelm II. 1888–1918.

 

Glas und Porzellan in der Gaststättenkultur

19./20. Jahrhundert │ Holzminden: „Luther-Schenke“│„Lutherhaus“

 

Porrón - Spanisch-katalanisches Trinkgefäß

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Porrón

Katalonien │ um 1985

Spanisch-katalanisches Trinkgefäß aus Glas, verwendet zum Wasser-und Weintrinken

Einfüllöffnung oben, trichterförmiges Trinkrohr mit enger Tülle

Grünglas

 

Scheidebecher │ 12.12.1985 │ "die Kollegen der Glashütte"

Handarbeit der Solling-Kristall Rautschke │ Werner Rauschke. Kristall-Glas-Veredelungsbetrieb │ Rautschke G. Glasverarbeitung Uslar

In der regionalen Trinkkultur wird als Scheidebecher, umgangssprachlich auch „Absacker“ genannt, das letzte Getränk bezeichnet, welches bei einer Feier, einem Fest oder anlässlich einer anderen Veranstaltung beim gemeinsamen Abschiednehmen getrunken wird.

 

Porzellan-Bierkrug │ Fürstenberg │ 2. H. 20. Jh.

Hartporzellan

 

„Reinheitsgebot“ = Echtheitsgebot

vom 23. April 1516

Erlassen von Wilhelm IV. (1493-1550), Herzog von Bayern

Spätmittelalterliches Gesetz des Bayrischen Landständetages zur Sicherung der Höchstpreisordnung und zum Ausgleich zwischen Stadtbrauereien und aufkommenden Landbrauereien

Wie das Pier (Bier) im Sommer und Winter auf dem Land soll ausgeschenkt und gebraut werden.

Wir ordnen mit Rate unsere Landschaft, das fortan allenthalben in dem Fürstentum Bayern auf dem Lande, auch in unseren Städten und Märkten, da deshalb hierzu keine besondere Ordnung ist, von Michaelis (29. September) bis auf Georii (23. April) ein Maß oder über einen Pfennig Münchner Währung (Pfennigbier) und von sant Jörgen tag bis auf Michaelis die Maß über zwei Pfennig nicht gegeben noch ausgeschenkt werden soll.

Wo auch einer nicht Mertzen, sondern ander Pier (Sommerbier) braut oder sonst haben würde, soll er doch das keines Wegs höher dann die Maß von einem Pfennig Schenken und verkaufen.

Wir wollen auch sonderlichen, das fortan allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehrere Stücke dann allein Gersten, Hopfen und Wasser genommen und gebraucht sollen werden.

Wer diese unsere Ordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. ⦋…⦌“

 

Bierkrug „Reinheitsgebot“ │ datiert 1990

Porzellan, Zinnmontierung  mit Scharnierdeckel │ Holzminden

 

Bierkrug „Reinheitsgebot“ │ datiert 1990

Glas, Zinnmontierung  mit Scharnierdeckel │ Holzminden