Benediktinerabtei Bursfelde

Klaus A.E. Weber

 

Klosterdatenbank

 

Bursfelde

Westansicht der ehemaligen Benediktinerabtei

April 2023

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Das Kloster Bursfelde ist eine ehemalige Benediktinerabtei mit romanischer Doppelkirche an der Mündung der Nieme in die Weser.

Der ursprüngliche Kreuzgang ist nicht mehr erhalten, ebenso die Klosterbibliothek.

 

Bursfelde │ Grundriss der Benediktinerkirche [1]

Rekonstruktion nach H. Schmidt

Zustand um 1140 (unten) und 1180

 

Die Geschichte des Benediktinerklosters gestaltete sich recht wechselvoll.

Einst wurde das Benediktinerkloster als adeliges Hauskloster von dem einflussreichen Graf Heinrich von Northeim (um 1055 - 1101) gestiftet, der wegen seines gut gefüllten Geldbeutels den Beinamen "der Fette" oder "der Reiche" erhielt.

 

Tumba und Sarkophag-Platte

in der Klosterkirche erinnern

an Heinrich von Northeim

Sandstein

vermutlich 15. Jahrhundert

April 2023

© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Benediktinermönche aus dem Kloster Corvey errichteten im Auftrag des Northeimer Grafen die Klosteranlage.

Der Gründungsbau, der Westteil der heutigen Kirche, wurde 1093 als dreischiffige Basilika fertig gestellt und 1101 zur Grablege von Heinrich von Northeim.

 

Erzengel Michael mit Lanze

Fresko unter der Empore in der Westkirche

alter Haupteingang der Klosterkirche

April 2023

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Als die Kirche für die Mönche zu klein wurde, ließ Richenza von Northeim (um 1087-1089 - 1141), Tochter des Grafen Heinrich und seit 1133 Kaiserin, um 1135 den langgestreckten Chorraum anbauen (heutige Ostkirche).

Schließlich entstand um 1180 die Turmanlage mit zwei Türmen, das Westwerk.

 

Romanisches Westwerk

Klosterkirche

St. Thomas und St. Nikolaus │ um 1180

April 2023

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Dass im Mittelalter Bursfelde ein wichtiger Handelsplatz an der Weser war, belegt im Obergaden des Chorraums an der Kirchennordseite ein Fresko von St. Nikolaus als Namenspatron der Kirche und als Schutzheiligen der Seefahrer, Binnenschiffer und Händler.

Das Fresko (ungeklärte Datierung) nahe der Apsis zeigt St. Nikolaus mit Bischofshut, Bischofsstab und segnender rechten Hand mit einem Schiff in der Linken.

 

St. Nikolaus

Namenspatron der Klosterkirche

Fresko im Obergaden des Chorraums

April 2023

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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[1] Abb. aus THÜMMLER 1966, S. 172 Fig. 7.