Mesolithikum

Klaus A.E. Weber

 

Kulturbrüche in Europa

Übergangsphase zwischen Alt- und Jungsteinzeit

Bis an den Nordrand des Sollings reichte einst die Südgrenze der Elster-Vereisung, dem hingegen berührte die spätere Saale- und Weichsel-Eiszeit dieses Gebiet nicht mehr direkt.[3]

Während die Altsteinzeit - das Paläolithikum - vom Eiszeitalter geprägt war, begann der Zeitabschnitt der Mittleren Steinzeit - das Mesolithikum - mit dem Ende der großen Kaltphase zwischen 8.500-8.000 v. Chr., gleichgesetzt mit dem Beginn der Nacheiszeit, dem Holozän.[7]

Durch das Zurückschmelzen des nordischen Inlandeises nach Mittelschweden endete die letzte große Eiszeit - und mit ihr zugleich auch das Leben der Mammuts.

Im Holozän entstanden die bekannten Hoch- und Niedermoortorfe des Sollings (z.B. Hochmoor „Mecklenbruch“).

Mit der zunehmenden nacheiszeitlichen Wiedererwärmung des Klimas war nicht nur eine grundlegende Änderung der Umweltverhältnisse verbunden (Erwärmung mit trockenem, warmem Klima), sondern auch ein Wandel, der den Menschen und sein Verhalten in der Umwelt bestimmte und einen starken kulturellen Wandel zur Folge hatte.

So wurden die Steingeräte auffallend klein (daher als „Mikrolithen“ bezeichnet) und Pfeil und Bogen zur effektiven Hauptwaffe.[4]

Die zunehmende Widerbewaldung erfolgte zunächst mit Birken und Kiefern, später mit Haselsträuchern und Laubmischwäldern (Eichen, Ulmen, Linden, Eschen), mit der Folge auch eines Wechsels im Tierbestand (Elch, Rothirsch, Reh, Wildschwein).

Diesen Tieren stellte der nacheiszeitliche Mensch als Jäger nach („Wildbeuter-Kulturen“ der Nacheiszeit).[5]

Mit dem Wechsel der Tundra-Landschaft hin zu ausgedehnten Waldgebieten mit einer veränderten Fauna begann das urgeschichtliche Zeitalter der Mittelsteinzeit (8.000-5.500 v. Chr.), im Übergang zwischen der Alt- und Jungsteinzeit (Paläolithikum - Neolithikum).

In Jäger- und Sammlergemeinschaften lebend, bevorzugten die nacheiszeitlichen Menschen jene Aufenthaltsorte, wie Flüsse, Bäche und Seen, die von jagdbaren Tieren zur Tränke aufgesucht wurden.

Sie lebten von der Jagd, vom Fischfang und vom Sammeln pflanzlicher Nahrung (Sammelwirtschaft).

Diese Form des Wirtschaftens erforderte eine besonders mobile Lebensweise, um die Nahrungsquellen in einem größeren Areal nutzen zu können.

Mit geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung lebten die Wildbeuter wegen des limitierten Nahrungsangebotes nur in kleinen sozialen Gruppen.

Als sich die mesolithischen Wildbeuter - Jäger, Fischer und Sammler - später dem Ackerbau und der Viehzucht zuwandten, endete die Periode der Mittelsteinzeit in unserem heutigen Lebensraum zwischen Weser und Leine um die Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr.

In jener Nacheiszeit des 9.-5. Jahrtausends v. Chr. stellten die prähistorischen Jäger Pfeile, mit eingesetzten Mikrolithen als Pfeilspitze, her.

Die sich bereits in der Altsteinzeit abzeichnende Tendenz zur Verkleinerung und sorgfältigeren Bearbeitung der Mikrolithen gilt allgemein als Kennzeichen mesolithischer Steinwerkzeuge.

Als Rohstoff hierfür dominierte in Südniedersachsen der Flint/Silex (Feuerstein), der während des Eiszeitalters durch die vom Norden her in das Landesinnere vordringenden Gletscher antransportiert worden war.

Wegen seiner guten Spalteigenschaften und ausgesprochen scharfkantigen Bruchflächen wurde der Flint von Menschen der mesolithischen Periode bevorzugt benutzt.

Die typischen Mikrolithen jener Zeit weisen meist geometrische Formen auf.[6]

 

Norwegische Tundralandschaft

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Mesolithikum │ 9.600 - 4.100 v. Chr.

Nach neueren archäologischen und genetischen Forschungsergebnissen breiteten sich vor dem Beginn der Landwirtschaft vorjungsteinzeitliche Gruppen mobiler Jäger und Sammler aus dem eurasischen Raum großräumig nach Mittel- und Westeuropa aus.

Die nur in Kombination geochronologischer und archäologischer Methoden fassbare Mittlere Steinzeit (fachsprachlich Mesolithikum) steht zwischen Altsteinzeit (fachsprachlich Paläolithikum) und Jungsteinzeit (fachsprachlich Neolithikum) und umfasst eine Reihe kultureller Gruppen.[1]

Während das Paläolithikum vom Eiszeitalter des 2,5 Millionen Jahre währenden Pleistozäns geprägt war (letzte Kaltzeiten: Weichsel-/Würm-Komplex und Saale/Riß-Komplex), begann der Zeitabschnitt des Mesolithikums mit dem Ende der großen Kaltphase in Norddeutschland zwischen etwa 8.500-8.000 v. Chr., gleichgesetzt mit dem Beginn der Nacheiszeit.

Durch das Zurückschmelzen des nordischen Inlandeises nach Mittelschweden endete die letzte große Eiszeit mit dem Beginn der Holozän-Serie, der Jetztzeit.

Mit der zunehmenden nacheiszeitlichen Wiedererwärmung des Klimas war nicht nur eine grundlegende Änderung der Umweltverhältnisse verbunden (Erwärmung, trocken, warm), sondern auch ein Wandel, der den Menschen und sein Verhalten in der Umwelt bestimmte und einen starken kulturellen Wandel zur Folge hatte.

So wurden die Steingeräte auffallend klein (daher fachsprachlich als Mikrolithe bezeichnet) und Pfeil und Bogen zur effektiven Hauptwaffe.

Die zunehmende Wiederbewaldung erfolgte zunächst mit Birken und Kiefern, später mit Haselsträucher und Laubmischwäldern (Eichen, Ulmen, Linden, Eschen), mit der Folge auch eines Wechsels im Tierbestand (Elch, Rothirsch, Reh, Wildschwein).

Diesen Tieren stellte der nacheiszeitliche Mensch als Jäger*in nach (Wildbeuter-Kulturen der Nacheiszeit), während zunächst noch mit Beginn des Holozäns und seinen veränderten Umweltbedingungen Fischerei und Vogeljagd erheblich an Bedeutung gewonnen hatten.[1]

Mit dem Wechsel der Tundralandschaft hin zu ausgedehnten Waldgebieten mit einer veränderten Fauna begann das urgeschichtliche Zeitalter der Mittelsteinzeit, im Übergang zwischen der Alt- und Jungsteinzeit.

In Jäger- und Sammlergemeinschaften lebend, bevorzugten die nacheiszeitlichen Menschen jene Aufenthaltsorte, wie Flüsse, Bäche und Seen, die von jagdbaren Tieren zur Tränke aufgesucht wurden.

Sie lebten von der Jagd, vom Fischfang und vom Sammeln essbarer Pflanzen (Sammelwirtschaft).

Diese Form des Wirtschaftens erforderte eine besonders mobile Lebensweise, um die Nahrungsquellen in einem größeren Areal nutzen zu können.

Mit geschlechtsspezifischer (?) Arbeitsteilung  lebten die Wildbeuter wegen des limitierten Nahrungsangebots nur in kleinen sozialen Gruppen.

 

Mesolithikum im heutigen Lebensraum der Dorf:Region

Als sich die mesolithischen Wildbeuter - Jäger*innen, Fischer*innen und Sammler*innen - später dem Ackerbau und der Viehzucht zuwandten, endete die Periode der Mittelsteinzeit in unserem heutigen Lebensraum zwischen Weser und Leine um die Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. [2]

Nahrungsmittel waren Fisch, Wildschwein, Gemüse, Getreide oder Milch, die gekocht wurden.

In dem hier betrachteten geographischen Raum des nördlichen Sollings bewegten sich prähistorische Menschen, wahrscheinlich entlang des Spüligbaches und Eberbaches am nördlichen Sollingrand und entlang der Helle im nördlichen Solling, wo sie zu ihrer Nahrungsgewinnung gejagt, gefischt und Wildfrüchte gesammelt haben.

Dabei hinterließen sie Werkzeuge und deren Herstellungsabfälle.

In jener Nacheiszeit des 9.-5. Jahrtausends v. Chr. stellten die prähistorischen Jäger*innen Pfeile mit eingesetzten Mikrolithen als Pfeilspitze her.

Die sich bereits in der Altsteinzeit abzeichnende Tendenz zur Verkleinerung und sorgfältigeren Bearbeitung der Mikrolithen gilt allgemein als Kennzeichen mesolithischer Steinwerkzeuge.

Als Rohstoff hierfür dominierte in Südniedersachsen Silex (Flint), der während des Eiszeitalters durch die vom Norden her in das Landesinnere vordringenden Gletscher antransportiert worden war.

Wegen seiner guten Spalteigenschaften und ausgesprochen scharfkantigen Bruchflächen wurde der Flint von Menschen der mesolithischen Periode bevorzugt benutzt.

Die typischen Mikrolithen jener Zeit weisen meist geometrische Formen auf.        

Erst in der Jungsteinzeit sollte dann Ackerbau und Viehzucht in den Mittelpunkt rücken.

  • Zu den in den Gemarkungen Heinade, Merxhausen und im Umfeld des Hellentals gefundenen Feuersteinartefakten ist zu erwähnen, dass der zur Geräteherstellung benutzte Flint natürlicherweise weder im Bereich des Sollings noch im Gebiet des Holzberges vorkommt, also demzufolge von prähistorischer Menschenhand in das hier betrachtete Gebiet der Dorf:Region mitgebracht wurde.

 

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[1] LEHMANN 1991, S. 3.

[2] LEIBER 2004b Teil 1, S. 23-28.

[3] WERKMEISTER 1963, S. 7.

[4] HESSE 2003, S. 7.

[5] LEIBER 1994, S. 10; THIEME 1991, S. 102.

[6] THIEME 1991, S. 102.

[7] Übersicht mit "Göttinger Typentafeln" bei LEHMANN 1991.