Arbeitsort regionales LandMuseum
Klaus A.E. Weber
Moderne Museumsdefinition – ICOM
Am 24. August 2022 hat die außerordentliche Generalversammlung von International Council Of Museums (ICOM) in Prag den Vorschlag für die neue Museumsdefinition angenommen.
Die neue ICOM-Museums-Definition lautet:
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A museum is a not-for-profit, permanent institution in the service of society that researches, collects, conserves, interprets and exhibits tangible and intangible heritage.
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Open to the public, accessible and inclusive, museums foster diversity and sustainability.
- They operate and communicate ethically, professionally and with the participation of communities, offering varied experiences for education, enjoyment, reflection and knowledge sharing.”
Deutsche Übersetzung der Museumsdefinition
Am 11. Juli 2023 wurde in Berlin die offizielle deutsche Übersetzung der neuen Definition für Museen veröffentlicht.[1]
Die Nationalkomitees des internationalen Museumsverbandes - ICOM Belgien, ICOM Deutschland, ICOM Österreich und ICOM Schweiz - haben sich auf eine gemeinsame deutsche Übersetzung der neuen, im August 2022 in Prag verabschiedeten Museumsdefinition verständigt.
Diese einheitliche Übersetzung fungiert als offizielle deutsche Version bei ICOM International.
Die deutsche Übersetzung der Museumsdefinition lautet wie folgt:
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Ein Museum ist eine nicht gewinnorientierte, dauerhafte Institution im Dienst der Gesellschaft, die materielles und immaterielles Erbe erforscht, sammelt, bewahrt, interpretiert und ausstellt.
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Öffentlich zugänglich, barrierefrei und inklusiv, fördern Museen Diversität und Nachhaltigkeit.
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Sie arbeiten und kommunizieren ethisch, professionell und partizipativ mit Communities.
- Museen ermöglichen vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Bildung, Freude, Reflexion und Wissensaustausch."
In Basel, der «Stadt der Museen», fotografiert │ 2021
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Wir wollen einzig, aber nicht artig sein!
Das Histoprische Museum Hellental ist eine gemeinschaftsstiftende Kulturinstitution, für die gilt:
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Kultur ist ein öffentliches Gut
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Kultur ist ein zentrales Fundament unserer demokratischen Gesellschaft
- Kultur ist vielfältig
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auf bunte Fragen können wir keine schwarz-weiß-Antworten geben
Als regionales LandMuseum ist das Histoprische Museum Hellental Teil der regionalen Daseinsvorsorge sowie ein Ort des Erlebnisses, des Entdeckens, der Freude und des Nachdenkens.
Es versteht sich daher als gesellschaftlicher und sozialer Treffpunkt, der lebendigen Begegnung, des Miteinanders und des Austauschs, an dem ein Überblick über regionale historische Epochen angeboten wird.
Dabei ist entscheidend, dass eine unabhängige Museumsarbeit erhalten bleibt.
Auf den Fundamenten demokratischer Grundwerte ruhend, ist das LandMuseum ein weltoffener Ort, wo es keinen Platz für Bedrohung und Diskriminierung jedweder Art gibt.
Unser LandMuseum steht ein für ein friedliches und verständnisvolles, von gegenseitigem Respekt und von Wertschätzung geprägtes Miteinander aller Menschen und Kulturen.
Vor diesem Hintergrund ist unser LandMuseum ein Ort der historisch-politischen Bildung, Kultur und Demokratie, indem es
- mit politischer und öffentlicher Wirksamkeit im Auftrag und im Dienst einer stabilen, demokratischen Gesellschaft arbeitet
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sich als Kultureinrichtung versteht, die regionales und lokales Kulturerbe bewahrt
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Wissen über die regionale und lokale Vergangenheit und Gegenwart vermittelt
- bestrebt ist, Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen
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tritt es für eine stabile vielfältige und demokratische Gesellschaft ein
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sich für Versachlichung und Verständigung in der Gesellschaft einsetzt.
Vermittlungsarbeit beim Tag des Offenen Denkmals® am 08. September 2013
Sabine Tippelt, Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages
mit Museumsleiter Dr. Klaus A.E. Weber
Blick in die Vergangenheit, um dem kulturellen Erbe eine Zukunft zu geben
Seit Jahrhunderten nutzten Menschen die bewaldete Mittelgebirgslandschaft des Sollings als vielfältige natürliche Ressource und prägten sie zu einer frühen Gewerbelandschaft.
Neben seiner forstwirtschaftlichen Nutzung erlangte der Solling für die Glasherstellung in mittelalterlichen Wanderglashütten, später in ortsfesten Glashütten, eine besondere kulturhistorische Bedeutung.
Hieraus entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch staatlich geförderte Arbeitsimmigration die für die vorindustrielle Epoche typische Zuwanderungssiedlung Hellental.
Ein Ausstellungsrundgang führt in beiden Museumshäusern durch die regionale Identität und Vielfalt der Geschichte und Kultur im Umfeld des Hellentals - von der mittleren Steinzeit bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Erfassung der historischen Glashüttenstandorte um Umfeld des Hellentals ist eine der zentralen Aufgaben des LandMuseums.
Im M useumsdepot werden Objekte und Objektgruppen der Sammlung aufbewahrt.
Zudem werden Keramikfragmente zur Restaurierung in der Werkstatt vorbereitet.
Wo es etwas zu bewahren, zu entdecken und zu erleben gibt
Als authentischer Speicher des kulturellen Gedächtnisses stellt sich das LandMuseum der Aufgabe, das regionale materielle und immaterielle Erbe zu erforschen, zu sammeln, zu bewahren, zu interpretieren und auszustellen.
Dabei soll das LandMuseum als Begegnungsort zwischen Arbeit und Zuhause, als Ort kultureller Teilhabe und Bildung das Erbe an nachfolgende Generationen weiterreichen, erfahrbar und sichtbar machen, auch im Hinblick auf den Diskurs um die kulturelle Identität und Diversität im dörflichen Landleben.
Hierfür wird der Wissensstand fortlaufend überprüft, überarbeitet und ergänzt.
In dem Museumsleitbild wird das Selbstverständnis und die Wegbestimmung des LandMuseums definiert mit dem Ziel, eine langfristig verlässlich und dauerhaft arbeitende Kultureinrichtung in Südniedersachsen zu sein.
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[1] Pressemitteilung ICOM Deutschland e.V. vom 11. Juli 2023.
