Öffentliche Brotbacktage – seit 2008
Klaus A.E. Weber

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Der Duft von regional, knusprig, duftend und frisch gebackenem Brot
Wenn nachmittags der Duft von frisch gebackenem Brot das Museum im Backhaus durchzieht, steht im Sollingdorf Hellental wieder seit 2008 das alltagskulturell tradierte Brotbacken im Zentrum öffentlicher Aktionen der Häuser des Historischen Museums Hellental - dem regionalen LandMuseum für Geschichte, Archäologie und Alltagskultur im Solling.
Es ist ein besonderes museales Highlight, wenn an ausgewählten öffentlichen Backtagen der große Museumsbackofen - einem wertvollen Zeugnis jahrhundertealter Handwerkskunst und dörflicher Kultur - im historischen Gemeindebackhaus aufgeheizt wird, um dann aus dem Mehl regionaler Getreidesorten Brote mit besonderem Geschmack und unverkennbar feinem Aroma zu backen.
Hierbei kann man die Phasen traditionellen Brotbackens erleben:
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Aufheizen
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Ausräumen
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Einschießen
- Ausschießen.
Neben der Vorliebe zum traditionellen Brotbacken spielt die Backgemeinschaft und das Zusammenarbeiten am Backofen eine wichtige Rolle.
Da es glücklich macht, Brot zu backen und zu genießen, sind Sie vom Museumsbackteam herzlich zum öffentlichen Brotbacktag eingeladen.
21. Brotbacktag im Museum im Backhaus
- Termine 2026 derzeit in Planung -

© [hmh, Foto: Christel Schulz-Weber
Mit Bedacht wird der Backofen angemacht
Das Fachwerkgebäude des Museums im Backhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert ist ein lebendiges volkskundliches Zeugnis eines zentralen Gemeinde-Backhauses mit Lohnbäckerei im ehemals braunschweigischen Weserdistrikt.
Die Nutzungshistorie des Dorfbackhauses ist auf eine in der Regierungszeit von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (reg. 1735-1780) im Jahr 1744 erlassene wirtschafts- und sozialpolitische Verordnung zurückzuführen.
Der im ehemaligen Gemeinde-Backhaus im Jahr 2006 freigelegte und in den beiden nachfolgenden Jahren sanierte Steinbackofen ist ein typischer bäuerlicher Einkammer-Backofen, der im frühen 19. Jahrhundert innerhalb des freistehenden Backhauses von der Hellentaler Dorfgemeinschaft errichtet wurde.
Wenn seit dem Jahr 2008 im alten Backraum der überraschend große Museumsbackofen mit Bedacht angemacht und mit Buchenholz aufgeheizt ist, werden mit Le(a)ib und Seele zuvor mit Hilfe einer einfachen Brotteigwaage der Zeit um 1900 Teiglinge in dem direkt innenbefeuerten Steinbackofen kräftig geknetete Brotteige kross gebacken.
Als ehrliches manuelles Handwerk im Trend zeigt sich hier die Kunst des alten dörflichen Brotbackens – mit Zeit, Geduld, Sorgfalt und dem richtigen Mehl.
Das verwendete Qualitätsmehl aus regional angebauten Getreidesorten stammt aus der hofeigenen und mit Wasserkraft betriebenen Mühle Bartels im benachbarten Sollingranddorf Mackensen.
Knusprig, duftend und frisch aus dem Backofen geholte Brote können später verkostet werden.